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Bugatti Chiron Pur Sport Perfekt entschleunigt

Bugatti Chiron Pur Sport
Bugatti Chiron Pur Sport
© press-inform - das Pressebuero
Bugatti bringt mit dem Chiron Pur Sport eine kompromisslose Fahrmaschine für Rundstrecke und Bergstraße. Dass diese nur 350 km/h schnell ist, dürfte niemanden stören. Ganz im Gegenteil, denn kann man sich schneller entschleunigen lassen?

Während in Deutschland wieder einmal über die Aufhebung des Tempolimits diskutiert wird, interessiert das bei den elitären Bugatti-Kunden niemanden. Die meisten von ihnen kommen ohnehin nicht aus Europa und schauen höchstens einmal auf eine wochenendliche Hochgeschwindigkeitspassage zwischen Flensburg und Oberstdorf vorbei. Sie wohnen wo auch immer auf der Welt, reisen um die selbige und haben einen exklusiven Fuhrpark, in dem ein Bugatti Chiron abgesehen von etwaigen Einzelstück-Klassikern noch immer die Krone tragen dürfte.

Bugatti ist noch mehr als Porsche oder Ferrari die Königin der Scheibchenlehre. Da das eigene Portfolio schon angesichts der millionenschweren Exklusivität überschaubar ist, werden Modellableitungen gleichermaßen gefeiert wie perfekt inszeniert. Es ist schwer, besser unmöglich, sich für den Bugatti Chiron in seinen so unterschiedlichen Ausprägungen nicht zu begeistern. Am Steuer verfällt man dem einen wie dem anderen in Minuten. Das ergeht einem beim neuesten Hypersportler nicht anders, denn der Chiron Pur Sport ist nicht nur optisch mit seinen Designfinessen an Front, Heck und den Flanken eine echte Schau. Seine Stärke liegt in einer grandiosen Fahrdynamik, auch wenn es einem die nassen Streckenverhältnisse auf dem Hockenheimring an diesem kühlen Morgen schwer machen.

Das Fahrwerk wurde umfangreich modifiziert, sodass der Chron Pur Sport zu einer Fahrmaschine wird, die sich nach Kurven sehnt, um Fahrer und Gefährt in größte automobile Verzückung zu versetzen. "Trotz der unglaublichen Herausforderungen der vergangenen Monate wegen des Covid-19-Lockdowns liegen wir im Zeitplan und können nun endlich unseren Kunden zeigen, wie sich der neue Chiron Pur Sport anfühlt", sagt Stephan Winkelmann, Präsident von Bugatti. "Diesen Hypersportwagen muss man unbedingt selbst erleben, das Besondere spüren, um die bemerkenswerte Arbeit des gesamten Teams dahinter einordnen zu können." Die Zahl der Kunden ist begrenzt. Es werden gerade einmal 60 Fahrzeuge im französischen Molsheim gefertigt.

Natürlich kann man mit dem Bugatti Chiron Sport auch auf der Autobahn glänzen und in der Innenstadt für offene Münder der Zuschauer sorgen, doch diese Fahrmaschine will auf eine Rennstrecke oder eine Bergstraße, bei der man sich vorher besser mit den lokalen Ordnungsbehörden geeignet hat, dass kein Gegenverkehr herrscht. Im Gegensatz zu den Schwestermodellen fährt der Chiron Pur Sport nur Tempo 350. "Den Wert haben wir festgelegt, weil wir damit Fahrwerk und Aerodynamik noch kompromissloser auf Agilität und Handling abstimmen konnten", erklärt Stefan Ellrott, Entwicklungs-Chef bei Bugatti. So gibt es einen negativeren Sturz, härtere Federn und entsprechende Lagern sowie spezielle Rennreifen, die im Paket für mehr Querbeschleunigung und mehr Haftung in schnellen Kurven sorgen. Das zeigt sich trotz des widrigen Wetters auch auf dem Hockenheimring.

Eine flache Front mit großem Frontsplitter, mächtige Lufteinlässe, auffallende Radhausentlüftung, verlängerter Diffusor und ein fester Heckflügel mit 1,90 Metern Spannweite sorgen für nennenswert mehr Abtrieb, wenn es darauf ankommt. Zudem minimierten die Ingenieure das Gewicht des neuen Hypersportwagens um 50 Kilogramm - insbesondere an den Felgen und beim Auspuff. "Der Chiron Pur Sport fährt sich kurvenhungriger, beschleunigt dank der umfangreichen Neuentwicklungen schneller und bietet mehr Abtrieb und damit bis zur Höchstgeschwindigkeit eine außergewöhnliche Bodenhaftung", legt Stefan Ellrott nach.

Leichte Veränderungen gab es auch beim Antrieb. Der acht Liter große W16-Motor mit seinen opulenten 1.500 PS und gigantischen 1.600 Newtonmeter Drehmoment dreht 200 Umdrehungen höher und erreicht seine Nennleistung nun zwischen 6.700 und 6.900 Umdrehungen. Gleichzeitig wurde das Doppelkupplungsgetriebe um 15 Prozent kürzer, knackiger, kerniger übersetzt. Das merkt man weniger bei niedrigen Tempi, denn ob nun 2,3 oder 2,4 Sekunden aus dem Stand bis 100 km/h vergehen, dürfte niemanden interessieren. Schon anders sieht es bei flotterem Galopp aus, denn von 0 bis 200 km/h vergehen nunmehr nur noch 5,5 statt bisher 6,1 Sekunden. Gigantisch sind die Unterschiede beim Zwischenspurt auf Autobahn oder Landstraße. Denn im sechsten Gang donnert der zwei Tonnen schwer Allradler von 60 auf 120 km/h in 3,4 Sekunden statt wie bisher in 7,4 Sekunden. Über den Drehregler am Lenkrad anzusteuern ist das neue Fahrprogramm ESC Sport+, das mehr Schlupf und kontrollierte Drifts mit einem größeren Anstellwinkel zulässt. Das lässt sich bei den kühlen Temperaturen von Hockenheim problemlos ertasten, wenn der knapp 3,5 Millionen Euro Mantarochen aus der Spitzkehre zurück Richtung Mercedes-Tribüne donnert, auf dem nassen Gummiabrieb kaum untersteuert und mit ausgestelltem Heck unter brüllenden Trompeten nach einer neuen Bestzeit Richtung Motodrom giert.

Die es an diesem Tag nicht zu holen gibt, denn anhaltender Regen und weniger als neun Grad Celsius Außentemperatur gefallen dem kurvenverliebten Piloten genauso wenig wie den Rennreifen, die nicht so recht auf Temperatur kommen wollen. Glücklicherweise kann es der Bugatti Chiron Pur Sport eben nicht nur auf der Rennstrecke, sondern auch im öffentlichen Straßenverkehr. Und wenn man ehrlich ist, begeistert er gerade hier am meisten. Denn sündhaft teure Boliden, die mit 700, 1.000 oder noch mehr Pferdestärken grandios über Rennstrecken donnern können, Scheitelpunkte fressen und verbranntes Gummi auf dem Asphalt hinterlassen, gibt es einige. Bei so viel Dynamik so lässig im Straßenverkehr mit einem fast schon unanständig großen Alltagsnutzen kann das weltweit kein anderes Auto wie der Bugatti Chiron - egal ob Pur Sport oder nicht.

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