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Fukushima soll Stadt der Zukunft werden Neuanfang mit der Brennstoffzelle

Brennstoffzelle
Brennstoffzelle
© press-inform - das Pressebuero
Neben Tschernobyl wird keine andere Stadt so mit einer Atomkatastrophe in Verbindung gebracht wie Fukushima. Die japanische Metropole soll nicht zuletzt durch den Wasserstoff eine Stadt der Zukunft werden. Doch der Weg ist länger als von vielen erwartet.

Die Atomkatastrophe von Fukushima veränderte vor gut zehn Jahren die Welt ähnlich stark wie seinerzeit der Super-GAU in Tschernobyl. Rund 20.000 Japaner starben und mehr als 100.000 Bewohner mussten aus der verstrahlten Küstenregion fliehen. Doch während die ukrainische Region seit Mitte der 1980er Jahre vor sich hinvegetiert, soll Fukushima für einen baldigen Neuaufbau stehen; zumindest wenn es der japanischen Führung nach geht. Doch mit Blick auf die aktuellen Planungen und die entsprechenden Umsetzungen dürfte das noch einige Jahre dauern. Der Energiegewinnung kommt beim zeitaufwendigen Neuaufbau eine zentrale Bedeutung zu und auch wenn Japan, anders als Deutschland, der Kernenergie keinesfalls abgeschworen hat, soll die Brennstoffzelle gerade im neuen Fukushima eine zentrale Bedeutung spielen. Kein Wunder, dass auch Autohersteller wie Toyota, Isuzu und Hino sich mit ihrer Brennstoffzellentechnologie in den Aufbauprozess einbringen wollen, indem lokal Wasserstoff produziert werden soll, der bauliche Anlagen, Geschäfte und den Verkehr versorgt.

Bei seinem Wiederaufbau will Fukushima eine der ersten Modellregionen für eine wasserstoffbasierte Gesellschaft der Zukunft errichten. Isuzu, Hino und Toyota arbeiten dabei am Ziel der Klimaneutralität und wollen im Rahmen ihrer Partnerschaft zum Bau einer Stadt der Zukunft in Fukushima beitragen. Teil dieses Projekts ist es unter anderem, eine Lieferkette für Supermärkte und Lebensmittelläden aufzubauen, die Wasserstoff als zentralen Energieträger nutzt. Diese wird sowohl für die urbane Infrastruktur als auch für Katastrophengebiete eine wesentliche Rolle spielen.

Das neue Modell zur Energiegewinnung wird aktuell zunächst für eine Stadt in der Größenordnung von 300.000 Einwohnern entwickelt. In einem zweiten Schritt soll das System der sauberen Energiegewinnung auf vergleichbar große Städte im ganzen Land übertragen sowie später auf größere Städte skaliert werden. Aus Sicht der Autohersteller umfasst das die lokalen Wasserstoffproduktion in verschiedenen Anlagen in der Präfektur und den Einsatz von Brennstoffzellen-Lkw für die Auslieferung. Vernetzte Technologien sollen für ein effizientes Betriebsmanagement und die Planung von Wasserstoff-Tankzeiten sorgen. In diesem Zusammenhang sollen unter anderem Krankenwagen und Food Trucks mit Brennstoffzellenantrieb in der Region Fukushima eingesetzt werden. So soll sich der CO2-Ausstoß in der gesamten Lieferkette schrittweise auf ein Minimum reduzieren.

Japan hat angekündigt, bis zum Jahre 2050 klimaneutral zu werden; der Anteil der Atomenergie soll in den kommenden Jahren dabei jedoch steigen, um sich nicht abhängig von einzelnen Energiequellen zu machen. "Die wasserstoffbasierte Brennstoffzellentechnologie ist der Schlüssel, damit Toyota bis 2050 sein Ziel von der Klimaneutralität erreichen kann", erklärt Matt Harrison, Präsident und CEO von Toyota Motor Europe, "wir glauben auch, dass die Brennstoffzellentechnologie eine entscheidende Rolle bei der Erreichung der CO2-Neutralität im weltweiten Verkehrswesen spielen wird - nicht nur im Automobilsektor, sondern auch bei Bussen, Lkw, der Bahn sowie in Luft- und Schifffahrt."

Rund 70 Prozent der CO2-Emissionen von Nutzfahrzeugen entfallen in Japan auf Lastwagen und Busse mit einem Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen. Um diese zu reduzieren, entwickelt Toyota und die hauseigene Nutzfahrzeugtochter Hino gemeinsam elektrifizierte Lösungen. Zeitgleich werden im ganzen Land erste Testflotten eingesetzt. Ab Frühjahr kommenden Jahres sollen zum Beispiel erste Brennstoffzellen-Lkw mit einem Gesamtgewicht von 25 Tonnen den Praxistest im harten Alltagseinsatz machen. Solche Lastwagen wären ebenfalls für die Region Fukushima und die lokalen Transporte denkbar. Mit einer Gesamtreichweite von etwa 600 Kilometern können die Brennstoffzellen-Lkw alle Strecken ohne Tankstopp absolvieren. Im Vergleich zu konventionellen Diesellaster können durch den Einsatz der wasserstoffbetriebenen Fahrzeuge bei einer täglichen Route von 500 Kilometern etwa 82 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden.

Die beiden japanischen Hersteller Toyota und Honda entwickeln gemeinsam ein System für eine mobile Stromversorgung. Beim "Moving e" handelt es sich um einen von Toyota entwickelten Brennstoffzellenbus. Dieser kann an seinen jeweiligen Einsatzort gefahren werden und ermöglicht vor Ort eine lokal emissionsfreie Energieversorgung.Über die an der Rückseite des Busses integrierte Ladestation lassen sich externe Stromabgabegeräte und tragbare Batterien mit der Energie aus der Brennstoffzelle laden. So kann beispielsweise nach dem Zusammenbruch eines Stromnetzes die punktuelle Energieversorgung sichergestellt werden. Doch auch für Routineanwendungen wie etwa Großveranstaltungen kann Moving e eingesetzt werden. Als mobile Ladestation fährt der Bus dabei direkt zum Einsatzort vor. Der Brennstoffzellenantrieb erzeugt dank großer Wasserstofftanks eine Kapazität von bis zu 454 kWh und liefert eine maximale Leistung von 18 kW. Vielleicht auch eine Einsatzmöglichkeit für Fukushima.

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