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Neue Luxusklasse der Premiumhersteller Der nächste große Autotrend?

Audi Aicon
Audi Aicon
© press-inform - das Pressebuero
Wer in den vergangenen 20 Jahren in der Autobranche erfolgreich sein wollte, musste SUV in nahezu jeder Form und jeder Dimension herausbringen - schon klappte es mit den Kunden. Doch so langsam suchen alle nach einem Nachfolger für den schier endlosen SUV-Trend. Was ist das nächste heiße Teil und wie wirkt sich der zu erwartende Elektroantrieb aus?

In den letzten Tagen machten Gerüchte die Runde, wonach Mercedes in seiner Kompaktklasse ein völlig neues Modell einführen könnte. Nach Vorbild der Maybach-Studie Ultimate Luxury vor zwei Jahren könnte das die Kreuzung aus einer Limousine und einem SUV sein - natürlich elektrisch. Der Vision Mercedes-Maybach Ultimate Luxury ist ein komplett neuer Typ, wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat", so Daimler-Chefdesigner Gorden Wagener, "unser Konzept vereint die DNA eines SUV mit der einer Limousine zu einem ultramodernen SUV im Drei-Box-Design." Dabei wirkt die Studie des 5,26 Meter langen Mercedes-Maybach mächtig, imposant und nicht allein durch den 24-Zoll-Radsatz eine Spur zu provokant. Durchaus mit Limousineneleganz und dem typischen Dreibox-Design mit klar erkennbarem Kofferabteil. Doch wer die China-Studie sieht, dem kommen ein paar Klassen tiefer Erinnerungen an optische Verfehlungen wie den Volvo S 60 Cross-Country in den Sinn, der wenig erfolgreiche hochbeinig über Feldwege hoppelt.

Bleibt abzuwarten, wie so ein Fahrzeug in der Realität ankommen würde, denn je kleiner das Fahrzeug wäre, umso schwerer würde es sich wohl im Auge des Kunden tun. Zudem kommt bei den weltweiten SUV-Kunden nicht nur die hohe Sitzposition an, die subjektiv mehr Sicherheit verleiht, sondern auch der variable Innenraum, der bei einem SUV grob von einem Kombi stammt, besonders gut an. Die Karosserieform einer Limousine mit mehr Bodenfreiheit wäre nicht derart variabel und würde wohl auch wirklich gefällig aussehen können.

Jedoch wird Mercedes bereits im kommenden Herbst eine neue Karosserieform herausbringen. Der Mercedes EQS als ungleicher Zwillingsbruder der noch jungen S-Klasse ist keine klassische Limousine, sondern eine Fließheckversion ohne jegliche Coupéambitionen. Der EQS ist ebenso wie die Mercedes S-Klasse rund 5,20 Meter lange und hat aufgrund der deutlich kürzeren Motorhaube und des Fließheck im Stile eines alten Audi 100 / 200 Avant mächtige Platzverhältnisse im Fond. Diese liegen sogar deutlich über denen, die die neue Mercedes S-Klasse oder die direkten Wettbewerber Audi A8 oder BMW 7er bieten. Mit dieser Fließhecklinienführung ist es Mercedes gelungen, den Innenraum maximal auszunutzen, ohne einen hoch bauenden SUV bauen zu müssen, den es elektrifiziert ohnehin noch geben wird. Zudem ist der Mercedes EQS so maximal weit von der S-Klasse wegpositioniert. "Natürlich wird es auch einige Kunden geben, die von einer S-Klasse wechseln", so Daimler-CEO Ola Källenius, "in erster Linie wird der EQS jedoch völlig neue Kunden ansprechen. Solche, die gar nicht bei Mercedes gesucht haben."

Einen Crossover zwischen den Welten hatte es bei Mercedes schon einmal gegeben. Die multifunktionale R-Klasse - als Normal - und Langversion mit bis zu sechs Einzelsitzen erhältlich - floppte und wurde schließlich vor Jahren ohne Nachfolger eingestellt. Der damalige Konzernpartner Chrysler hatte das Crossoverkonzept kaum weniger erfolgreich zuvor mit dem Pacifica umgesetzt. Auch der patzte und wurde trotz soliden Designs, einem bequemen Innenraum und Allradantrieb gestrichen bzw. von einem Van ersetzt.

Auch Audi ist in einer ähnlichen Liga wie Daimler unterwegs. Intern trägt das Fahrzeug die Bezeichnung Landjet und dürfte eine echte Alternative zur Luxuslimousine des Audi A8 sein. Wie der Landjet aussehen könnte, war bereits mit der Studie des Audi Aicon, die die Ingolstädter 2017 vorstellten, zu erahnen. "Der Wagen ist wirklich sexy. Kräftige Schulter, kurze Überhänge und große Räder", konnte Audi-Chefdesigner Marc Lichte seine Begeisterung kaum zurückhalten, "diese Proportionen sind hoch emotional. Zudem gibt es die maximale Breite in Augenhöhe." Der 5,44 Meter lange Audi Aicon war ein Ausblick ins Jahr 2030 und mittlerweile dürfte wohl kein Zweifel daran bestehen, dass die Autos auch dann noch über ein Lenkrad und einen Fahrersitz verfügen. Im Innenraum gibt es Dank 3,47 Meter langen Radstandes üppige Platzverhältnisse für vier Personen. Ganz neu ist die Idee eines großen Reisewagens auch in Ingolstadt nicht. Bereits 2001 zeigte Audi auf der damals noch bedeutenden IAA 2011 in Frankfurt die sehenswerte Studie des Avantissimo. Ein Edelkombi mit denen Genen einer Luxuslimousine, der in den nachfolgenden Kombigenerationen des Audi A6 Avant nur marginal umgesetzt wurde. Ein A8 Avant blieb in den Schubladen.

Bei BMW ist man geläutert. Der aktuelle Aufsichtsratsvorsitzende Norbert Reithofer hatte sich damals vehement für das multifunktionale Oberklassekonzept zwischen SUV, Kombi und Luxuslimousine eingesetzt, was im ebenso praktischen wie edlen, aber wenig erfolgreichen BMW 5er GT endete. Der wurde im Laufe der Laufzeit deutlich bodenständiger positioniert, weil die Kunden nicht auf den vermeintlichen Pseudo-Luxuszug mit Fließheck aufsprangen. Niemand wusste Details wie die optional elektrischen Rücksitze oder die zweiteilige Heckklappe zu schätzen, die kurz vor dem teuren 5er GT von BMW ohnehin auch der Skoda Superb bot. Und die rahmenlosen Scheiben waren das einzige, was an ein Coupé erinnerte. Anzunehmen, dass BMW sein mittlerweile als 6er GT umgetauftes Oberklassemodell nach der aktuellen Generation einstellen wird. Doch auch von BMW hört man immer wieder, dass es ein elektrisches Langstreckenmodell geben könnte, der neue Kunden zu der Marke holt und anders anspricht, als das 5er und 7er können, die beide in der nächsten Generation ab 2022 / 2023 auch als Elektromodell angeboten werden.

Die Tendenzen neue Klassen für sich zu erfinden, geht selbst an einem Sportwagenhersteller wie Porsche nicht vorbei. Nachdem Cayenne und Panamera für entsprechende Stückzahlen und ertragreiche Verkäufe sorgen, legten die Stuttgarter mit Panamera Sport Turismo eine allerdings wenig erfolgreiche Kombiversion nach. Längst kein Geheimnis mehr, dass es vom elektrischen Porsche Taycan ebenfalls noch eine Kombivariante nach Vorbild eines Shooting Brake geben wird. Sein Name: Cross Turismo. Alle suchen eben nach der neuen Karosserieform, die die Kunden begeistert.

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