VG-Wort Pixel

Range Rover D350 MHEV In Reihe marsch!

Das Fahrverhalten ist nach wie vor komfortabel und entspannt
Das Fahrverhalten ist nach wie vor komfortabel und entspannt
© press-inform - das Pressebuero
Land Rover packt den neuen Reihensechszylinder in sein Flaggschiff. Eine Kombination, die Sinn ergibt und zudem jede Menge Fahrfreude macht.

Klar, der Range Rover wird nächstes Jahr abgelöst. Warum wir dennoch über dieses Auto schreiben? Erstens ist dieser SUV zeitlos stilvoll und man ist immer gut angezogen, egal ob man zur Oper oder in das Unterholz fährt. Zum anderen pocht in dem großen Motorraum des britischen Gentlemans ein neues Herz. Ein neuer Reihensechszylinder-Diesel mit drei Litern Hubraum und 258 kW / 350 PS und einem maximalen Drehmoment von 700 Newtonmetern.

Dieses Triebwerk kommt beim Range Rover zunächst in drei Leistungsstufen, 183 kW / 249 PS, 221 kW / 300 PS und eben die aktuelle Topversion mit 350 PS. Wir haben uns mit diesem Motor hinter das Steuer eines Range Rovers geschwungen und wollen wissen, wie das Aggregat mit dem 2.350 Kilogramm schweren Schlachtschiff zurechtkommt. Das Triebwerk aus der Ingenium-Reihe hat einen Twinscroll Turbolader, einen Einspritzdruck von 2.500 bar und das 48 Volt Mildhybridsystem, das beim Bremen oder vom Gas gehen, Energie zurückgewinnt und beim Beschleunigen dem Sechsender unter die Arme greift. Damit soll der Motor mehr als zehn Prozent weniger verbrauchen als der 4,4-Liter-V8-Selbstzünder.

Damit haben wir auch schon den Essig in den Wein gegossen. Denn die Zeit der angemessenen Achtzylinder-Diesel ist beim Range Rover vorbei. Immerhin soll der neue Motor alles besser können und nicht so schwer auf der Vorderachse liegen. Aber Papier und dort festgeschriebene theoretische Gewichtsverteilungen sind geduldig, in der Praxis zeigt sich, ob diese ganzen Versprechungen Substanz haben. Ja, das haben sie. Der Sechszylinder ist ein würdiger Nachfolger des Prestigediesels, tritt schon aus dem Drehzahlkeller kräftig an und wuchtet das fünf Meter lange Luxus-Schiff in 7,1 Sekunden auf 100 km/h. Dass der Vortrieb bereits bei 225 km/h endet, ist weit weniger entscheidend als die Elastizität, mit der das Aggregat seine Arbeit verrichtet. Überholvorgänge auf Landstraßen gehen locker vom Gasfuß und man vermisst das Volumen des Achtzylinders so gut wie gar nicht.

Allerdings erweist sich die Achtgang-Automatik manchmal etwas unschlüssig, welche Fahrstufe sie wählen soll und braucht einen kleinen Moment, bis sie sich sortiert hat. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Angenehm sind auch die Laufruhe und die Geräuschentwicklung des Aggregats. Kurz, dieser Motor macht Spaß und erfüllt die Erwartungen. Als Durchschnittsverbrauch gibt Land Rover 9,2 Liter pro 100 Kilometer an, wir kamen bei unserer Testfahrt, die uns hauptsächlich über Landstraßen führte, auf 10,1 l/100 Kilometer.

Das geringere Gewicht auf der Vorderachse wirkt sich beim Einlenken in Kurven positiv aus, aber das ist bei einem Auto, wie diesem luxuriösen SUV von nachrangiger Bedeutung. In einem Range Rover - vor allem in der Autobiography Version. Feines Leder, Holzfurnier und Klavierlack verwöhnen alle Sinne der Passagiere. Dazu passen die sehr bequemen Sitze, die sich in allerlei Weise verstellen lassen. Die Luftfederung tut ihr Übriges. Egal, wie schlecht die Straße auch sein mag, der Range Rover ist diese gewöhnliche Unbill entrückt und das Vorankommen bleibt in jeder Fahrsituation entspannt.

Das Infotainment kann dieses hohe Umschmeichelungsniveau nicht ganz halten. Die Grafik und Anmutung hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert, aber die Menüführung beziehungsweise die Bedienung ist verschachtelt und nicht eingängig. Um die Navigationsansagen dauerhaft leiser zu stellen, genügte es bei diesen Range Rover nicht, die Lautstärke während der Sprachausgabe herunter zu regeln, man musste das im Menü erledigen. Letztendlich hat man den Eindruck, als ob die britischen Unterhaltungskünstler etwas anders gemacht haben, nur um anders zu sein. Allerdings darf an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben, dass in diesem Range Rover noch nicht die neueste Version des Infotainments verbaut war. Wir durften diese schon in anderen Modellen testen und stellten einen Fortschritt fest, allerdings bleibt die etwas verquere Menüführung in einigen Punkten beibehalten.

Bleibt zum Schluss noch der Preis für dieses Auto, das in diesen Tagen zum Händler rollt. Mit aktuell mindestens 137.835,29 Euro für die Autobiography-Version hat dieses Luxusmobil nach wie vor seinen Preis. Auch wenn der Nachfolger schon vor der Türe steht, dieser Range Rover ist und bleibt zeitlos.

pressinform

Wissenscommunity


Newsticker