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Auto & Musik: Achtung, Fahrgeräusche!

Autofahren und Musikhören gehören zusammen. Doch wie trifft man die richtige Wahl? Sambamusik in Österreich, türkischer Pop in Kanada oder französische Chansons auf dem Weg zu Norwegens Fjorden. Eine sehr persönliche Anleitung.

Von Nadine Barth

Von der Musik getragen zu werden, ist eine schöne Vorstellung, von der Musik gefahren zu werden, noch besser. Letzteres geht nur im Auto, vornehmlich im eigenen. Der Moment, in dem man den Zündschlüssel dreht, ist fast gleichbedeutend mit dem Moment, in dem man das Autoradio anstellt. Wenn die Anlage entsprechend angeschlossen ist, reicht ja auch eine Handbewegung. Dies ist der Auftakt. Dabei ist es gar nicht wichtig, welche Art von Musik da aus den Boxen kommt und auch die Boxen selbst sind nicht wichtig. Wichtig ist, dass mir die Musik etwas bedeutet. Dass sie zu der Situation passt, zur Stimmung. Aber genau hier gilt es zu differenzieren.

Die Musik im Auto ist von sehr spezieller Natur. Schließlich hat sie eine Aufgabe zu erfüllen, sie dient der Untermalung eines bestimmten Bildes: einer dynamischen Bewegung, die nach vorn gerichtet ist. So weist sie von der Gegenwart, vom gegenwärtigen Ort, immer nach vorn, in die Zukunft und ans Ziel der Fahrt. Und wenn sie gut ist, die Musik, weist sie von einem Gemütszustand in den nächsten. Und genau den kann ich mitbestimmen, sofern ich mich nicht auf das in der Regel unbeeinflussbare Radiogedudel verlasse, sondern aktiv wähle, was ich höre.

Die musikalische Aura eines Autos

Dabei hängt die richtige Wahl vor allem von drei Komponenten ab: Autotyp, Charaktertyp, Straßentyp. Zur Getragenheit einer Mercedes-Limousine passt sicherlich eine andere Melodie als zum blechernen Scheppern eines Kübelwagens. Jedes Auto hat einen bestimmten Grundton, der nach Jahr und Ausführung variieren kann, und ich spreche hier nicht von dem Unterschied zwischen Diesel und Benziner, sondern von etwas Übergeordnetem, das über das reine Motorengeräusch hinausgeht. Man könnte es die musikalische Aura eines Wagens nennen. Ein Auto singt, ich muss nur in der Lage sein, das zu hören. Ein dunkles, sattes Brummen vielleicht oder ein kaum wahrnehmbares Surren im mittleren Frequenzbereich. Auf diesen Grundton, der immer mitschwingen wird, egal, wie laut ich die Musik stelle, muss ich Rücksicht nehmen.

Mein Vater hatte jahrlang einen NSU mit Wankelmotor, der fein und hintergründig vibrierte, und nie werde ich die Geräusch-Performance in der Lamborghini-Halle der Autostadt vergessen. Ich persönlich fahre einen alten Alfa Spider, der seine ganz eigenen, eigentümlichen Laute macht. Beim Ausrollen mischt sich in das fette Blubbern des Auspuffs die eine oder andere Fehlzündung, besonders dann, wenn er richtig warm gefahren ist, und man hochtourig in einen Tunnel brettert und dann einfach das Gas wegnimmt. Ein genialer Sound. Aber das sind Spielereien, was ich damit nur sagen wollte, die Art des Autos und die Art der Musik müssen zueinander passen.

Der Rhythmus der Straße

Die Beschaffenheit der Straße ist dann der nächste Punkt. Stadt, Land, Fluss, der Asphalt, die Wälder, die Nähe oder der Abstand zum Wasser. Hochhäuser, Villen, Parkanlagen. Alles fließt mit ein in den Film, in dem ich als Autofahrer auf meinem eigenen Weg Darsteller, Regisseur und Tontechniker zugleich bin. Zu Stop & Go in der Stadt wähle ich pulsierenden Funk oder harmonischen Soul, je nachdem wie hoch meine Frustrationstoleranz gerade ist, ob ich mich beruhigen muss oder auf die Höhe meines Herzschlages aufspringen will. Über Land kann sich die Musik etwas mehr ausdehnen, mehr Instrumente, Feinheiten, Vocals, vielleicht ganze Symphonien, um geeigneten Gedanken Vorschub zu leisten. Fahre ich durchs Ruhrgebiet, dürfen es auch Dissonanzen sein, technische Klänge, Industrial auf Promotour.

Auf Autobahnen mag ich elektronische Musik, Ambient, Chill Out, in jeder Ausführung, Soundteppiche, in die sich das Außen webt, das lang gezogene Geräuschband der Leitplanken, die wie Hämmer einschlagenden Lastwagen im Moment des Überholens, die entgegenkommenden Fahrzeuge, manchmal im Takt, das Abfallen aller Sounds nach rechts, wenn dort ein Geräuschwall gebaut ist. Und dann Brücken, die den Rhythmus durchbrechen. Oder das Taktaktak der vorbeiflitzenden Bäume. Und weite Ebenen, ausgebreitet zum eigenen Gefallen, wenn man zufällig allein auf der Autobahn ist. Kassler Berge, der Blick von oben auf die Stadt, die Sonne geht auf. Alle Instrumente setzen ein zum großen Finale, schrauben sich hoch, bereit, den Flug anzutreten. Das ist das Erhabene.

Andere Länder, anderen Lieder

Nichts Schöneres auch, auf der Urlaubsreise mit dem Auto die Musik des Landes einzulegen. Das kann ganz banal sein wie Eros Ramazotti nach der ersten Tankstelle in Italien, wo man auch den ersten Espresso getrunken hat. Es kann auch raffinierter werden, wenn man unterwegs in Spanien diese eine Gruppe entdeckt, die einen ganz schrägen Elektropop macht, den man weder versteht, noch je wieder nach dieser Reise hört, aber der in genau dem Moment, wo man auf der Küstenstraße nach Valencia fährt, etwas seltsam Magisches hat. Und dann gibt es Städte, in denen man sogar Radio hören kann. Los Angeles zum Beispiel. 92,3 The Beat steht für das schwarze, coole L.A., von R'n'B bis HipHop, Kiss FM powert mit amerikanischen Rocklegenden - die beiden Sender reichen schon, um auf dem Highway No. 10 Richtung Westen zu gleiten und in der Ferne das Meer blitzen zu sehen.

Der Mietwagen, ein Chrysler vielleicht, ist die mich umgebende Hülle, mein Haus, das ich anfülle mit dem Sound der Stadt, jeder Ton eine Brücke zum Verständnis des fremden Landes. Mitschwingen im Metropolentakt. Natürlich kann man auch Knüppel werfen in die allzu kuschelige Länder-Lieder-Harmonie. Brasilianische Sambamusik in Österreich, türkischer Pop, Tarkan zum Beispiel, in Kanada, französische Chansons auf dem Weg zu Norwegens Fjorden. Alles geht, wenn man fährt. Die Filme werden nur andere, manche sind für die Tonne, andere für die Ewigkeit. Denn was bleibt, ist die Erinnerung an den Moment, in dem man die Musik noch einen Tick lauter stellte, um ganz einzutauchen in das Meer des Fahrens. Auf der Geraden der Unendlichkeit.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.