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Kaufberatung Volvo 850 Genuss-Quintett

Volvo 850
Volvo 850
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Volvo, mittlerweile zum chinesischen Geely-Konzern gehörend, hat sich unverrückbar für den Weg in die Elektromobilität entschieden. Einst machten sich die damals noch unabhängigen Schweden einen Namen für ihre prächtigen Fünfzylinder - gerade beim 850.

Untrennbar mit den sonor brabbelnden Fünfzylindertriebwerken verwoben war der Volvo 850, der für die traditionsbewussten Schweden Anfang der 1990er ein echter Neuanfang war. Der 850er löste die kantig-kernigen Fahrzeuge der Baureihen 740 / 760 beziehungsweise 940 / 960 ab, die optisch wie technisch auf den großen alten Volvo-Limousinen und -Kombis basierten, mit denen sich der Autobauer und dessen Chefdesigner Jan Wilsgaard über Jahrzehnte einen Namen gemacht hatten.

Der Volvo 850 kam zur rechten Zeit, denn die Konkurrenz - speziell aus Deutschland - war mit ihren Oberklassemodellen immer weiter enteilt. Limousine, Kombi, Coupé, Luxusvarianten und Sportversionen bis zu leistungsstarken Achtzylindern waren längst in einer ganz eigenen Liga unterwegs, sodass sich Volvo mit Konkurrenten von Opel, Ford, Renault oder Peugeot messen musste. Erst der 850er brachte die Schweden wieder zurück ins Rampenlicht.

Anders als seine Vorgänger, die auf Vier- und Sechszylinder setzten, hielt mit dem 1991 vorgestellten Volvo 850 ein quer eingebauter Fünfzylinder Einzug, der nicht mehr die Hinterachse, sondern die Vorderräder (später beim Allradler auch die Hinterräder) mit Kraft versorgte. An der hinteren Achse in Deltalink-Bauweise sollten die Vorteile von Starrachse und Einzelradaufhängung kombiniert werden. Ebenfalls neu neben anderen Sicherheitsdetails: der Seitenaufprallschutz SIPS. War der 850er zum Marktstart nur als 4,66 Meter lange Limousine verfügbar, so wuchs das Motorenportfolio bis zum 177 kW / 240 PS / 330 Nm starken Volvo 850 T5-R, einem der schnellsten Kombis (4,70 Meter lang) seiner Zeit. Von den zahmeren Brüdern unterschied sich das Topmodell unter anderem durch Schweller, Spoiler, ein quadratisches Auspuffendrohr und 17-Zoll-Aluräder. 1994 stieg Volvo mit dem 850 Kombi sogar in Tourenwagenserien ein.

Besonders markant war der aufgeladene Fünfzylinder mit knapp 2,5 Litern Hubraum und das ungewöhnliche Kombiheck mit steil abfallender Heckklappe für maximalen Laderaum. Besonders beliebt: die ebenso drehmomentstarken wie sparsamen Dieselversionen, deren Motor von Audi stammte. Erstmals war ab 1996 auf Wunsch auch ein Allradantrieb für die stärkeren Versionen zu bekommen. Der Volvo 850 AWD Kombi präsentierte sich als erster schwedischer Pkw mit den Traktionsvorteilen eines variablen Vierradantriebs mit Visco-Kupplung, ergänzt um ein automatisches hinteres Sperrdifferenzial und eine elektronisch geregelte Antriebsschlupfregelung.

Nach mehr als fünfjähriger Produktionszeit wurde der Volvo 850 für das Modelljahr 1997 zur Limousine Volvo S70 und zum Kombi Volvo V70 weiterentwickelt - außer der Nomenklatur veränderte sich jedoch zunächst nicht viel. Dabei legte der revolutionäre Volvo 850 AWD den Grundstein zu einem neuen Crossover-Segment, das ab 1997 von den Volvo V70 XC und Cross Country ausgefüllt wurde. Das Angebot an gut erhaltenen Volvo 850 ist trotz insgesamt produzierten knapp 720.000 Fahrzeuge nicht gigantisch. Wer ein Modell mit echtem Wertsteigerungspotenzial kaufen möchte, muss die Diesel ebenso ausklammern wie die schlappen Basisbenziner. Begehrlich ist der Volvo 850 insbesondere in seinen Topversionen T5 und T5-R mit 211, 226 und 240 PS, die allesamt über eine sehr gute Serien- und Sicherheitsausstattung verfügen. Beheizte Ledersitze, elektrisches Schiebedach und Alufelgen bieten fast alle Modelle. Im letzten Produktionsjahr löste der 250 PS starke Volvo 850 R den 850 T5-R ab.

Wie schon als Neuwagen ist der Volvo 850 als Kombi beliebter als die identisch motorisierte Limousine mit dem hohen, leicht klobigen Heck. Mit einer Laufleistung von unter 100.000 Kilometern kostet der 226 PS starke T5 Kombi mit Automatikgetriebe rund 15.000 Euro. Eine Limousine mit 170 PS, mittelprächtiger Ausstattung und weniger als 200.000 Kilometern startet bereits unter 8.000 Euro - hat jedoch nur mäßig Aussichten, ein begehrter Klassiker mit Wertsteigerung zu werden. Gerade die stärkeren Modelle beanspruchen gerade die Vorderachse stark. Daher sollte man speziell auf Antriebswellen, Gelenke und Buchsen achten. Rost ist abgesehen von einzelnen Modellen ebenso kein Thema wie die Elektrik. Bei einem gut gewarteten Fahrzeug steht dem Weg zu einem soliden Klassiker nichts im Wege.

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