"Armed Assault" Verbuggte Kriegsführung


Was passiert, wenn ein innovatives Spielprinzip aufgrund technischer Unzulänglichkeiten den Bach runtergeht, hat "Söldner - Secret Wars" gezeigt. Genervt von vielen Bugs wenden sich immer mehr Spieler ab, sodass die Server gähnend leer sind. Ein ähnliches Schicksal könnte auch "Armed Assault" drohen ...

Dass die Entwickler ihr Handwerk verstehen, haben sie bereits vor Jahren mit "Operation Flashpoint" bewiesen. Abgesehen von der - zur damaligen Zeit - brillanten Grafik, begeisterte das Game vor allem durch den tief gehenden Multiplayer-Part. "Armed Assault", so der Name des neuen Spiels von Bohemia Interactive, vertraut auf die gleichen Zutaten: herausfordernde Einzelspieler-Missionen, bis ins letzte Detail den realen Vorbildern entsprechende Waffen und Mehrspielerschlachten mit bis zu 100 Teilnehmern. Aufgrund zahlreicher Bugs, deren vollständige Auflistung sich zig Foren- und Fanseiten im Internet mittlerweile zur Aufgabe gemacht haben, kommt das Spiel derzeit aber noch nicht in die Gänge. Selbst der eiligst nachgeschobene Patch scheint nicht alle Nicklichkeiten und Patzer ausbügeln zu können ...

Auf der fiktiven - Entwicklerangaben zufolge rund 400 Quadratkilometer großen - Insel Sahrani ist die Hölle los. Aus dem kommunistisch beherrschten Nordteil des Eilands stoßen Truppen in den Süden vor, in dem sich noch einige US-Truppen aufhalten. Zahlenmäßig unterlegen, dafür besser ausgebildet und mit moderneren Waffensystemen ausgestattet, versuchen die Soldaten, die feindlichen Angriffe abzuwehren. Hierbei kämpft der Spieler Seite an Seite mit namenlosen CPU-Kameraden. Klingt nach einer Mission Impossible. Am meisten haben PC-Soldaten im rund ein Dutzend Haupt- und diverse Nebenmissionen umfassenden Singleplayermodus jedoch mit den technischen Schludrigkeiten zu kämpfen, die teilweise gravierende Auswirkungen auf das Gameplay haben.

CPU-gesteuerte Kameraden, die an einer Häuserecke kleben, gegnerische Scharfschützen mit Röntgenblick und scheinbar unzerstörbare Panzer - das alles ist haarsträubend. Und nach fünf Jahren Entwicklungszeit völlig unnötig obendrein. Dazu gesellen sich jede Menge Grafikbugs, teils lieblose Animationen, massive Soundprobleme und eine gewöhnungsbedürftige Steuerung. Schlimmer noch: Einige Nebenmissionen dieses Komplexitätsmonsters lassen sich nur mit viel Glück erledigen. Die Vielzahl der Bugs erinnert frappant an "Söldner - Secret Wars" oder "Gothic 3".

Nicht ganz so dramatisch wirken sich solche Nachlässigkeiten auf den Multiplayerpart aus. An diesem können bis zu 100 Spieler teilnehmen, sofern der Server über die nötige Hardwareausstattung verfügt. In typischen Spielmodi wie "Capture the Flag", "Deathmatch" und Co-Op kämpfen die Spieler mit- und gegeneinander. Wie heutzutage üblich, ist der Soldat nicht ausschließlich zu Fuß unterwegs. Auch Jeeps, Panzer und Truppentransporter, Helikopter und Wasserfahrzeuge lassen sich nutzen. Die Lenkung ist mit Ausnahme des Hubschraubers recht simpel. Zudem können die Fahrzeuge Hindernisse einfach überfahren. Bugfrei ist der Multiplayer-Teil aber nicht. Beispielsweise sorgt ein Soundbug dafür, dass Panzer, die noch weit entfernt sind, so einen Lärm verursachen, dass der Eindruck erweckt wird, der Feind stehe bereits drei Meter vor der eigenen Stellung ...

Armed Assault

Hersteller/Vertrieb

Bohemia Interactive/Morphicon

Genre

Action

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Das grundlegende Design der Insel lässt indes keine Wünsche offen. Vor allem die abwechslungsreiche Vegetation und die Mischung aus ländlichen Gebieten und Städten macht Laune. In Waldgebieten geht jedoch die Framerate selbst auf High-End-Systemen gnadenlos in die Knie, was angesichts der Polygonflut aber nicht verwundern darf.

Artur Hoffmann/Teleschau TELESCHAU

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