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"Aurora: Das letzte Experiment": Aseptische Verschwörungstheorie

Abgestürzte UFOs, Verschwörungstheorien, Entführungen durch Außerirdische: So etwas geht immer, dachten die BluMiAI Studios und schusterten das Adventure "Aurora - Das letzte Experiment" zusammen.

Eine packende Detektivgeschichte im Stil des Film Noir der 50er-Jahre - das erwartet der Spieler, wenn er den Text auf der "Aurora"-Packung gelesen hat. Da ist John Pileggi, der vom Schicksal arg gebeutelte Detektiv, der sich in New Mexico auf die Suche nach einem verschollenen Farmer macht. Sollten diesen gar Außerirdische gekidnappt haben?

Statt Film gibt es Diaschau Noir - denn wie in den frühen "Myst"-Klonen bewegt sich der Spieler in der Ich-Perspektive von einem Bild zum anderen durch amateurhaft gerenderte dreidimensionale Räume. Auf eine Sprachausgabe wurde dabei komplett verzichtet - lediglich eine Textzeile weist den Spieler darauf hin, dass er diesen Schrank oder jene Tür nicht öffnen kann. Der angeblich erstklassige Soundtrack entpuppt sich als sporadisches Gedudel, das jedem Fahrstuhl alle Ehre machen würde.

Statt Spannung bleibt nur gelangweiltes Absuchen des Bildschirms nach Gegenständen, die einem neue Informationen liefern oder sich dem aufklappbaren Inventar einverleiben lassen. Die mehr oder weniger logischen Puzzles hat man in ähnlicher Form alle schon mal gesehen. Atmosphäre? Fehlanzeige. Was einem von "Aurora" im Gedächtnis bleibt, ist die unübertreffliche Sterilität der Schauplätze. Leben sieht anders aus.

Aurora: Das letzte Experiment

Hersteller/Vertrieb

BluMiAI Studios/Lexicon Entertainment

Genre

Adventure

Plattform

PC

Preis

ca. 20 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Obwohl "Aurora" auf uralter Technik basiert, ruckeln Animationen auf aktuellen Systemen. Immer wieder treten Grafikfehler auf, unter "Windows Vista" produzierte das Spiel im Test lediglich eine Kaskade von Fehlermeldungen. Ärgerlich, wenn sich womöglich Einsteiger von den vollmundigen Versprechungen auf der Packung blenden lassen und künftig aus Enttäuschung für immer einen Bogen um Adventures machen. Nur wer wissen will, wie Adventure-Design nicht sein sollte, kann sich "Aurora - Das letzte Experiment" getrost kaufen.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU