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"Boinc Manager": Forschen am eigenen PC

Die meiste Zeit wird am PC nur sinnlos verdaddelt und vergeudet. Wer sich zu größeren Taten verpflichtet fühlt, installiert die kostenlose Software "Boinc" und stellt die eigene PC-Leistung in den Dienst der Wissenschaft, um Proteinfaltungen, Klimaänderungen und UFO-Signale aus dem All zu berechnen.

Von Carsten Scheibe

Viele Fragen der Wissenschaftler lassen sich nur mit massiver Rechenpower beantworten. Wobei im Normalfall nicht einmal ein komplett ausgestattetes Rechenzentrum ausreicht, um die anstehenden Berechnungen in der benötigten Zeit durchzuführen. Die Seti@Home-Forschungsgruppe tritt etwa an, um die von riesigen Radarschüsseln aus dem All empfangenen Radiosignale nach Spuren außerirdischer Intelligenz hin zu durchsuchen. Da kommen Daten zusammen, deren Größenordnung sich niemand vorstellen kann. Um die Berechnungen zu ermöglichen, hat sich Seti@Home schon vor Jahren dem verteiltem Rechnen verschrieben. Das bedeutet: Jeder Anwender, der sich an dem Projekt beteiligen möchte, stellt in seinen Arbeitspausen die Rechenleistung seines PCs zur Verfügung, sodass gleich ein paar Megabyte Daten analysiert werden. Das funktioniert leidlich gut.

Boinc Manager 5.10

System

ab Windows 98

Autor

Friday's Games

Sprache

Englisch

Preis

Kostenlos

Größe

6,8 MB

Boinc tritt als Gratis-Software an, um gleich mehrere Projekte des verteilten Rechnens unter einen Hut zu bekommen. Die Anwender installieren das Programm, melden sich dann mit einem eigenen Passwort an und entscheiden sich anschließend für eins der unterstützten Projekte. Seti@Home sucht wie gesagt nach Aliens im Weltraum, Climaprediction.net stellt Klimaberechnungen an und Proteins@Home führt Proteinfaltungen durch, um aktuelle Medikamentenforschungen zu unterstützen. Über ein Dutzend weitere Projekte widmen sich anderen Aufgaben. Der Benutzer kann sich auf eins der Projekte versteifen, gern aber auch mehrere in seine BOINC-Software übernehmen.

Boinc richtet sich als neuer Standard-Bildschirmschoner ein, der in den Pausen ganz von alleine anspringt, kann aber auch als eigenständiges Programm aufgerufen werden. Die Software hält sich sehr zurück, solange der Anwender noch arbeitet. Sobald die Arbeit aber ruht, werden die anstehenden Aufgaben gelöst, die Boinc zuvor als Datenpaket aus dem Internet heruntergeladen hat. Bei Climaprediction.net kann sich der PC-Forscher derweil ein animiertes 3D-Modell der Erde ansehen, in das Wolken, Temperaturverläufe und Niederschlagsmodelle bunt eingezeichnet werden. Zurzeit arbeiten übrigens schon 344.760 Freiwillige mit 591.642 PCs und 1,320 Teraflops rechenleistung in 24 Stunden daran, die Forschung weiter voranzubringen. Wer daran teilnehmen möchte, ist herzlichst dazu eingeladen.

Download beim Hersteller: boinc.berkeley.edu

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