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"Brothers in Arms: Hell's Highway": Ein Stückchen Geschichte

Der dritte Teil der "Brothers in Arms"-Reihe bietet nicht nur taktisch angehauchte Action, sondern auch ergreifende Momente.

Bei "Brothers in Arms: Hell's Highway" steht die berühmt-berüchtigte Operation Market Garden im Mittelpunkt. Bei dieser Luft-Boden-Offensive, die im September 1944 einen Korridor durch Holland schlagen sollte, verloren die Alliierten in wenigen Tagen über 17.000 Soldaten. Der Spieler schlüpft in die Uniform von Sergeant Matt Baker, der gemeinsam mit den Männern der 101. Luftlandedivision den Vormarsch unterstützen soll. Dabei ist er nicht nur für sich selbst, sondern für seine ganze Einheit verantwortlich. Wer noch keinen "Brothers in Arms"-Titel gespielt hat, freut sich über das Tutorial, das die wichtigsten Funktionen näherbringt. Doch auch Kenner der Reihe profitieren von diesem Übungslevel.

Wie dem Spieler beigebracht wird, kommt es im Kampf auf die vier "Fs" an: "Finden", "Fixieren", "Flankieren" und "Fertig machen". Damit ist das Gameplay trefflichst beschrieben. Mit seinen Waffenbrüdern rückt Baker gemeinsam von Deckung zu Deckung vor, wobei er Holzaufbauten eher meiden sollte. Um zu verhindern, dass die eigenen Soldaten von deutschen MG-Nestern gezielt unter Beschuss geraten, zwingt die Einheit des Spielers die Feinde durch Sperrfeuer in Deckung. Währenddessen schleicht sich Sergeant Baker von der Seite an die feindliche Stellung heran ... Was sich so einfach liest, stellt selbst im einfachsten der drei Schwierigkeitsgrade eine unerhörte Herausforderung dar. Shooter-Fans, die es gewohnt sind, die einzelnen Level im Zeitraffer durchzuspielen, werden sich an den ellenlangen Missionen von "Hell's Highway" die Zähne ausbeißen.

Zum einen agiert die künstliche Intelligenz alles andere als dumm, zum anderen ist der Realismusgehalt erschreckend hoch. Ein paar gezielte Treffer genügen, um am letzten Speicherpunkt zu landen. Damit dies nicht alle naselang geschieht, sollte der Spieler jeden seiner Schritte vorausplanen und die Lage von feindlichen Stellungen und Soldaten penibelst sondieren. Für noch mehr Stress sorgt die Tatsache, dass man im späteren Verlauf bis zu drei Einheiten kommandieren kann. Eines ist prima für Sperrfeuer geeignet, das Stürmen übernimmt im Idealfall das Angriffsteam, und wenn es darum geht, Fahrzeuge oder ganze Gebäude zu zerstören, kommt das Bazooka-Bataillon ins Spiel. Verstärkt wird die bedrohliche Stimmung durch die ununterbrochene Anspannung: Binnen weniger Sekunden muss der Spieler Entscheidungen treffen, auf Aktionen des Gegners reagieren und selbst aktiv in das Geschehen angreifen.

Brothers in Arms: Hell's Highway

Hersteller/Vertrieb

Gearbox Software/Ubisoft

Genre

Action

Plattform

PC, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 40 / 60 Euro

Altersfreigabe

ab 18 Jahren

Im Gegensatz zu den detailarmen Versionen für PS3 und Xbox 360 kann die Grafik der PC-Variante überzeugen. Vor allem die Qualität der Texturen ist deutlich besser als bei den Next-Gen-Konsolen. Allen Systemen gleich sind jedoch die hervorragenden Lichteffekte, die ohrenbetäubende Soundt-Untermalung, die abwechslungsreichen Missionen und ebenso erstklassigen wie expliziten Zwischensequenzen, die "Hell's Highway" wie ein roter Faden durchziehen und an Dramatik nur schwer zu übertreffen sind. Denn der Krieg in "Brothers in Arms" hält nur für die wenigsten ein Happy End bereit ...

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
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