HOME

"Chromehounds": Diese Hunde wollen nicht nur spielen

Früher gab's Kloppe auf dem Schulhof, heute können große Jungs als Stellvertreter riesenhafte Kampfroboter ins Feld schicken: in "Chromehounds". Dank eines fulminanten Mehrspieler-Modus' ein Riesenspaß - für Herrchen mit viel Zeit.

In einer Parallelwelt kämpfen drei Nationen um die Vorherrschaft. Fairerweise werden die bewaffneten Auseinandersetzungen ausschließlich am Boden ausgetragen. Damit das Ganze aber nicht in einen Stellungskrieg ausartet, sind alle im Besitz schwer bewaffneter, als Hounds bezeichneter Kampfroboter. So die Hintergrundstory von "Chromehounds", dem aktuellsten Game aus der als Mech-Roboter-Spezialist bekannten Spieleschmiede From Software ("Armored Core"-Reihe).

Zwei Elemente unterscheiden den Xbox-360-Titel von allen bisherigen Mech-Spielen. Zum einen lassen sich die monströsen Metall-Kampfmaschinen bis ins letzte Detail an die Vorlieben des Spielers anpassen. Zum anderen ist "Chromehounds" im Grunde genommen ein reines Online-Multiplayer-Game.

Einzelspielermodus nur ein Feigenblatt

Ein Einzelspielermodus ist zwar vorhanden, allerdings stellt diese Variante nicht mehr als ein Training unter Kampfbedingungen dar. Alles in allem können sich Konsolenzocker an sechs Kampagnen versuchen, jede davon umfasst sieben Einsätze. Allerdings ist es nicht möglich, einen beliebigen Mech zu steuern. Vielmehr muss man sich mit jeweils einer Kampfmaschine einer bestimmten Klasse zufrieden geben. Zur Auswahl stehen Soldat, Scharfschütze, Verteidiger, Späher, Richtschütze und Befehlshaber. Das Ganze basiert auf dem gleichen Prinzip wie etwa "Battlefield". Die KI der Gegner ist nicht besonders hoch, sodass nicht allzu viel Zeit in das erfolgreiche Durchspielen der Kampagnen gesteckt werden muss.

Selbst ist der Schrauber

Spaßig ist indes das Zusammenschrauben eigener Mechs. Im Grunde genommen beschränkt sich der Werkstattaufenthalt auf die Auswahl der Antriebsvariante (Beine, Ketten und Luftkissen), des Cockpits und der Bewaffnung. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass die Auswahl nicht zu viel Energie verbraucht und die Kampfmaschine nicht zu schwer wird. Je nach Anforderung baut sich der Spieler einen rasend schnellen, leicht gepanzerten Aufklärer zusammen, oder er designt sich ein waffenstarrendes Ungetüm.

Das Geschehen präsentiert sich aus zwei unterschiedliche Perspektiven. Im normalen Laufmodus kommt die Third-Person-Kamera zum Einsatz. Sobald der Spieler jedoch zum Angriff übergeht, wird in die Ego-Ansicht gewechselt. Schade, dass die Waffensysteme zwar allesamt über eine Zieloptik verfügen, sich der Zoom aber nicht anpassen lässt. Die 3-D-Grafik ist ganz ansehnlich, besonders gut kommen die Explosionen rüber. Erschütternd old school sehen jedoch die einstürzenden Gebäude aus.

Chromehounds

Hersteller/Vertrieb

From Software/Sega

Genre

Action

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 70 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Online geht's richtig zur Sache. Die menschlichen Gegner sind deutlich hartnäckiger. Ziel ist es, die Hauptstädte der beiden anderen Nationen zu erobern. Der Clou: Die Kämpfe gehen auch dann weiter, wenn der Spieler nicht eingeloggt ist - ganz wie in einem MMORPG. Allerdings muss der Gamer entweder selbst eine Einheit ins Leben rufen oder sich einer anderen anschließen. Einzelgänger dürfen nicht mitspielen. Der Nachteil: Um als schlagkräftige Truppe aufzutreten, muss regelmäßig gezockt werden. Somit ist "Chromehounds" ausschließlich für Xbox-360-Besitzer geeignet, die ein "Xbox Live"-Gold-Abo ihr Eigen nennen.

Artur Hoffmann/Teleschau / TELESCHAU
Themen in diesem Artikel