"Civilization Revolution" Weltherrschaft leicht gemacht


Im Zeitraffer durch die Jahrtausende: Das Next-Gen-Debüt der "Civilization"-Reihe ist etwas simpler und oberflächlicher als das große PC-Vorbild ausgefallen. Das Suchtpotenzial, das dem Streben nach der Weltherrschaft anhaftet, blieb jedoch ...

Trotz des Titels: Im Grunde bleibt auch "Civilization Revolution" den Prinzipien der altehrwürdigen Reihe von Strategie-Guru Sid Meier treu. Bedeutet: Der Spieler lenkt die Geschicke eines von 16 Völkern durch die Jahrtausende der Menschheitsgeschichte - von der Steinzeit bis hin zur Besiedelung eines anderen Planeten. Durch Forschung, Handel, Diplomatie und Kriege erweitert man seinen Einflussbereich und avanciert im Idealfall zur mächtigsten Nation auf einem zufällig generierten Erdball. Vereinfacht ausgedrückt.

Im Detail bedeutet das jede Menge Mikromanagement in den Städten, wo der Spieler Einheiten, Bauwerke oder gar Weltwunder in Auftrag gibt. Letztere sind - wie auch seltene Artefakte - mitunter spielentscheidend, denn nicht nur purer Militarismus führt zum Sieg, sondern auch die Hoheit über Wirtschaft, Technik und Kultur.

"Civilization Revolution" nimmt dem Konsolenspieler auf dem gegenüber zur PC-Version sichtlich beschleunigten Weg zur Weltherrschaft dankenswerter jede Menge Kleinarbeit ab. So entscheidet man sich allenfalls grob für eine Richtung, in die sich die eigenen Städte entwickeln sollen. Auch das Beackern des Umlandes, das Nutzen natürlicher Ressourcen und das Einstellen des Steuersatzes übernimmt der Computer - was angesichts der durchdachten, aber immer noch hakeligen Steuerung ein wahrer Segen ist. Spätestens bei 20 oder 30 zu kontrollierenden Einheiten, die mit jeder gewonnenen Schlacht an Erfahrung gewinnen und sich zu größeren Armeen zusammenfassen lassen, zehrt die Handhabe via Digital- und Analogsticks dann doch an den Nerven. Auch an die etwas detailarme Grafik im Comic-Look müssen sich PC-Veteranen erst einmal gewöhnen.

Dafür überzeugt der Mehrspielermodus, in dem sich bis zu vier Spieler stundenlang um die Macht zanken und auch jederzeit abspeichern dürfen. Etwas weniger Zeit nehmen indes die mitgelieferten Szenarien für Einzelspieler in Anspruch, die das Konsolen-"Civilization" abrunden.

Civilization Revolution

Hersteller/Vertrieb

Firaxis/Take2

Genre

Strategie

Plattform

PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Fazit: Bei "Revolution" ist alles etwas simpler, etwas oberflächlicher als beim großen Vorbild ausgefallen, um den Einstieg zu erleichtern und neue Zielgruppen anzusprechen. Es gibt weit weniger Staatsformen, Forschungsprojekte, Einheiten und Gebäude. Geblieben ist jedoch das alte Suchtpotenzial. "Die Runde noch" ist selbst um zwei Uhr nachts noch ein recht häufiger Gedanke ...

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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