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"Die Gilde 2: Die Seeräuber der Hanse": Handeln in ruhigen Gewässern

Ohne Piraten kommt zu Jack Sparrows drittem Kino-Auftritt nicht mal JoWooDs "Gilde 2" aus. Im gerade erschienenen Addon "Die Seeräuber der Hanse" gibt's neben den obligaten Seeschlachten auch endlich die ersehnte Kampagne.

"Die Gilde 2" will die Grundzüge des gesellschaftlichen Lebens in einer mittelalterlichen Stadt simulieren. Das beginnt damit, dass man sich als armer Fremdling in der Stadt einen eigenen Betrieb aufbaut, mit einer schönen Maid aus der Nachbarschaft eine Familie gründet und versucht, mithilfe politische Ämter Macht und Ansehen zu mehren. Bislang fehlte der mittelalterlichen Karriere der rote Faden: Man ging seinem Beruf nach, versuchte, sich gut zu verheiraten und machte sich des Öfteren in den städtischen Ratsversammlungen zum Narren. Dabei führte die beinahe uneingeschränkte Handlungsfreiheit dazu, dass sich der Spieler als angehender Patrizier zumindest in der Anfangsphase etwas planlos durch die Gegend klickte.

Damit ist jetzt Schluss: Die vierteilige Kampagne von "Seeräuber der Hanse" zeichnet den Aufstieg einer kleinen Fischerfamilie zu reichen und mächtigen Kaufleuten nach und schickt PC-User dabei zur See. Das Problem sind hier die Piraten - weniger, weil sie Handelsschiffe angreifen, sondern eher, weil die Seekämpfe so bieder inszeniert sind und dabei obendrein noch die Rechner-Performance auf Grund laufen lassen. Zudem werfen versenkte Segler für all die Mühe erschreckend wenig Beute ab.

Gern wendet man sich also wieder dem "freien Spiel" zu, für das im "Gilde 2"-Addon nun vier Karten (Hanse, Britannien, Nordsee und Pommern) zur Verfügung stehen. Neue Berufe (Fischer, Medicus und Pirat) erweitern die Karrieremöglichkeiten, ohne dem Spiel an sich großartige neue Impulse zu geben.

Die Gilde 2: Die Seeräuber der Hanse

Hersteller/Vertrieb

4Head Studios/Jowood

Genre

Management

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

ohne Altersbeschränkung

Immerhin bringen "Die Seeräuber der Hanse" auch kleinere Gameplay-Verbesserungen mit: Bewirbt man sich um ein Amt, muss man nun nicht mehr Däumchen drehen, bis der Vorgänger abgewählt wird, sondern kann jederzeit direkt gegen diesen antreten. Dadurch bekommt der politische Aufstieg spürbar mehr Dynamik. Trotzdem fehlen der "Gilde 2" nach wie vor die großen Spannungsmomente - nach einer Weile dümpelt das mittelalterliche Dasein so vor sich hin, Alltag schleicht sich ein - aber von dem hat man ja auch schon im realen Leben oft genug die Nase voll.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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