"Kino Mogul" Das Spiel aus der Zuspätvorstellung

"Kino Mogul" besitzt durchaus Charme, wirkt aber wie ein Relikt aus den 90-ern. Damals war zumindest die Kinowelt noch in Ordnung ...

Aller Anfang ist schwer: Als junger Kinobesitzer versucht der PC-Gamer hier ein Lichtspielhaus-Imperium aufzubauen, vor dem Cinemaxx und Co. erzittern. Zunächst ist man dabei mit nicht mehr ausgestattet als mit Opas altem Fernseher und ein paar Päckchen Popcorn. Also auf zum örtlichen Kredithai und hinein in die Filmwelt.

Vom Einkauf spektakulärer Streifen bis zum Abschluss lukrativer Werbeverträge klickt sich der Spieler in bester "Mad TV"-Manier dabei durch einfach gestaltete Menüs und Bildschirme. Ganz nebenbei kann er auch an der hauseigenen Werbekampagne feilen, Snack- und Getränkestände aufstellen und sich der Preisgestaltung widmen. Stimmt die Werbung und ist der richtige Film in die Rolle eingelegt, kann man auch schon bald mit ersten Besuchern rechnen, die im Laufe der Zeit für volle Kassen sorgen. Und gerade Zeit ist etwas, das man als Kinomogul in spe auch mitbringen sollte.

Zwar kann können die einsamen Vormittage ohne Publikum mittels Schnellvorlauf überbrücken werden. Gerade am Anfang sitzt der Spieler aber gut und gerne zwei (Spiel-)Wochen im Büro, bis sich die Zuschauerzahlen auch einigermaßen auf das Konto niederschlagen und der erste dicke Werbevertrag an Land gezogen wird. Die wenigen Handgriffe, die es braucht, um das Kino am Laufen zu halten, sind jedoch schnell gemacht.

Ist das Konto dann aber erst einmal voll, kann auch schon der nächste Schritt auf dem langen Weg zum Multiplex-Kino in Angriff genommen werden. Neue Projektoren wollen gekauft, Hollywoods Kassenschlager gebucht und die Snackbar mit Spielautomaten ausgestattet werden. Nervenaufreibend ist das zwar nicht gerade. Ein kleines Lächeln breitet sich aber schon auf den Lippen aus, wenn man nach einer harten Woche voller Filmdeals endlich den neuen Kinosaal einweihen kann.

Kino Mogul

Hersteller/Vertrieb

Comport/Atari

Genre

Management

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Allerdings passiert auf Dauer einfach zu wenig. Die Konkurrenz schläft nicht nur - sie existiert nicht. In den altmodischen Comic-Bildschirmen stehen stocksteife und stumme Figuren. Und auch die übrigen Optionen, mit denen man sein Kino ausstatten kann, sind einfach zu gering. Einzig die üppig bestückte Filmauswahl macht Freunde, da sich Fantasienamen wie "11 Donkeys" per externem Editor schnell in "12 Monkeys" umwandeln lassen. 30 Euro sind dennoch zu viel des Guten für das Retro-Game, dann doch lieber fünfmal ins echte Kino.

Sebastian Geiger/Teleschau TELESCHAU

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