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"Ninja Blade": Action und Reaktion

Bossgegner satt: "Ninja Blade" ist anspruchsloses, aber spektakulär in Szene gesetetztes Action-Kino.

Eine grassierende Seuche bedroht das Tokio einer nicht allzu fernen Zukunft und verwandelt normale Bürger in triefende Ungetüme. Anstatt zur Impfnadel greift Ninja Ken Ogawa jedoch zu einem ansehnlichen Arsenal an Samuraischwerten, um der Monsterplage Herr zu werden. Schafft er das nicht, droht der Metropole Plan B: Ausradierung aus dem All.

Bei der Inszenierung ihrer Schauergeschichte gehen die Entwickler von From Software alte, fast schon vergessene Wege. Ihr "Ninja Blade" wirkt wie eine Mischung des erfolgreichen Action-Adventures "God of War" und einem interaktiven Film, bei dem wenige Tasten Spektakuläres zur Folge haben.

Zeit zum Verschnaufen bleibt während der atemlos inszenierten Mutantenhatz kaum. Balgt sich der Spieler nicht gerade mit schleimigen Pockenriesen, gewaltigen Spinnen oder Seuchenschnecken von der Größe eines Wolkenkratzers, konfrontiert ihn "Ninja Blade" mit Scharen von Standardgegnern, mehr oder weniger kniffligen Sprungsequenzen und kleineren Rätseln, bei denen die Elementarkräfte seines Wurfsterns oder die Sonderfähigkeiten seiner Schwerter gefragt sind. Für Abwechslung sorgen zudem ein paar Einlagen, in den sich Ken etwa hinter ein MG klemmt und in "Moorhuhn"-Manier Massen von Monstern niedermäht.

Das alles ist anfangs aufgrund seiner stylishen Inszenierung ziemlich spektakulär - vor allem, wenn Ken an der Fassade eines Wolkenkratzers hinunterrennt oder auf einer Rakete surft. Nach wenigen Missionen merkt man jedoch, wie "Ninja Blade" langsam die Luft ausgeht. Obwohl From Software immer schwerere Geschütze auffährt, mit freischaltbaren Kostümen und Schwert-Upgrades lockt, schleicht sich beim Spieler angesichts der immergleichen Reaktionstests doch irgendwann die Langeweile ein. Zumal die Rücksetzpunkte mehr als fair verteilt sind, sich die zu drückenden Tasten bei den Quicktime-Events wiederholen und die zuschaltbare Ninja-Sicht selbst dem dümmsten Gamer die Augen öffnet. Ein Scheitern ist hier trotz der manchmal unpräzisen Steuerung nahezu unmöglich. Entsprechend gering fällt der Wiederspielwert aus.

Ninja Blade

Hersteller/Vertrieb

From Software/Microsoft

Genre

Action

Plattform

Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 16 Jahren

Fazit: Mehr Schein als Sein. "Ninja Blade" sieht gewiss klasse aus und wird von einem wuchtigen Soundtrack untermalt. Wer jedoch mehr Spiel als Film haben möchte, dürfte ein wenig enttäuscht werden. Alle anderen bekommen zehn bis zwölf Stunden lang Non-Stop-Action geboten.

Gerd Hilber/Teleschau / TELESCHAU
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