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"Outcry": Zum Heulen steril

Alte Erinnerungen werden wach: Mit dem Render-Adventure "Outcry" knüpft der russische Entwickler Phantomery Interactive an Stil und Puzzle-Struktur des berüchtigten Klassikers "Myst" an.

Post vom Wissenschaftler: Eine aufregende Entdeckung veranlasst ihn, den Spieler sofort zu sich zu rufen. Nach der beschwerlichen Reise öffnet die Haushälterin des besessenen Tüftlers die Tür - und schon ahnt man nichts Gutes. Die Umgebung ist düster, wirkt wie aus einem alten Film oder einem beklemmenden Albtraum. Alles ist unscharf, fleckig und vergilbt wie eine Fotografie aus alten Zeiten.

Der Forscher selbst ist verschwunden. Allein stolpert der Spieler Schritt für Schritt durch das unheimliche Anwesen, kann sich im 360-Grad-Rundumblick alles ansehen, hier einen Blick auf ein altes Gemälde werfen und dort einen Wälzer mit rätselhaften Aufzeichnungen studieren. Wichtige Gegenstände wandern sofort ins Inventar. Die ganze Wohnung ist angefüllt mit bizarren Maschinen, deren Sinn und Funktion es zu ergründen gilt. Von Neugier getrieben, drückt man jeden Schalter und schaut, was passiert. Genauer gesagt: Man hofft, dass überhaupt etwas passiert. Denn "Outcry" ist wie "Myst" schrecklich leblos und steril.

Unterhaltungen gibt es keine, Hilfen auch nicht, und die Story von "Outcry" ist derart zerrissen und bruchstückhaft, dass man sich nicht einmal an ihr entlanghangeln kann. Sie scheint auch eher den Vorwand zu bilden, um die vielen "Myst"-artigen Schalterrätsel irgendwie zu einem Ganzen zu verbinden und als "Adventure" deklarieren zu können. Für den Spieler bedeutet das viel Ratlosigkeit und noch mehr nerviges Rätselknacken nach dem "Trial & Error"-Prinzip. Die pseudo-historische Atmosphäre, die der eigenwillige Grafikstil und der sparsame Soundtrack erzeugen, reicht nicht aus, um die Motivation lange aufrechtzuerhalten.

Outcry

Hersteller/Vertrieb

Phantomery Interactive/Atari

Genre

Adventure

Plattform

PC

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

ab 6 Jahren

Wer sich in den 90er-Jahren völlig in den schönen Bildern der "Myst"-Welt verlieren konnte, mag sich über das neue Knobel-Futter freuen, das "Outcry" bietet. Spieler, die erwarten, dass Rätsel in eine spannende Story integriert sind und diese auch vorantreiben, dürften mit diesem statischen Render-Klotz jedoch nicht glücklich werden.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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