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"Starcalibur": Lachsfischen im Weltraum

Lachse, Barrakudas, Guppies - kurios, was sich im All so alles an fischigen Schiffen herumtreibt. Als angehender Weltraumkadett angelt man sich in Frogsters "Starcalibur" durch die Galaxien.

Im Jahre 2280: Das sechste Kampfgeschwader heißt den jungen Raumschiff-Führerscheinneuling im System Persei 58 willkommen und wird mit ihm bald ins 52. System wechseln. Dort treffen sie auf das 11. Geschwader. Der Jungspunt ist dem dritten Jagdgeschwader zugeteilt und sein Schiff hat die Rumpfnummer 13/1 ... Die Entwickler von "Starcalibur" scheinen Zahlenfetischisten zu sein. Vielleicht lieferten sie für ihr Spiel deshalb eine so unfreiwillig komische Hintergrundgeschichte ab, die jedoch eh nicht viel zur Sache tut.

"Starcalibur" schickt den Spieler als Kampfpilot in ein galaktisches Aquarium, um sich mit feindlichen Barrakudas, Guppies, Barschen und Lachsen herumzuschlagen - bei all den ichthyologischen Formen, die da im All herumschwirren, handelt es sich um feindliche Raumschiffe der so genannten Eridianer - Außerirdischen, die ihrerseits wiederum aufrecht gehenden Quappen ähneln. Nun ja, früher dominierten halt "Tiger's Claw" und Kilrathi-Katzenmenschen ("Wing Commander") das Universum, jetzt streben die Fische nach der Macht. Ob sie dabei jemals ans Ziel kommen werden, erscheint fraglich ...

So sehr sich "Starcalibur" an großen Vorbildern wie der "Wing Commander"-Reihe, "Descent: Conflict Freespace" und "Freelancer" orientiert, es erreicht an keiner Stelle deren epische Dimensionen oder ein ähnlich spannungsgeladenes Gameplay. Das russische Pendant setzt stattdessen auf Einfachheit, beschränkt sich schon bei der Steuerung (Tastatur und Maus oder Joystick) auf das Allernötigste und kommt auch in den Missionen nicht über altbekannte Standardelemente hinaus. So beginnt man in der gähnend langweiligen Einstiegsmission damit, wie in zig anderen Weltraumshootern stumpfsinnig eine Reihe von Wegpunkten abzufliegen.

Auch später, wenn es dann in Kampfhandlungen "richtig zur Sache" geht, bietet "Starcalibur" keine Überraschungen: Meist gilt es einfach, mit der etwas schwammigen Steuerung draufzuhalten und zu ballern, was das Zeug hält - wie seinerzeit bei den wilden Jagden durch die Schluchten des Wüstenplaneten in LucasArts' "Rebel Assault". Allerdings ohne Kult- und "Star Wars"-Feeling, dafür mit etwas mehr Bewegungsfreiheit. Gelegentlich darf man auch Bodengeschütze bedienen - wesentlich bereichert wird das Spiel dadurch jedoch nicht.

Grobklotzige, einfach texturierte Grafik und ein schwachbrüstiger Sound, bei dem Geschützsalven wie das Rattern einer Nähmaschine klingen, lassen den Weltraumpiloten auch nicht gerade vor Begeisterung Loopings fliegen.

Starcalibur

Hersteller/Vertrieb

Secret Sign/Frogster

Genre

Action

Plattform

PC

Preis

ca. 20 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

"Starcalibur" ist ein nettes Programm für diejenigen, die noch nie eine Weltraum-Simulation gespielt haben - wer jedoch vorher schon einmal einen der Klassiker des Genres in den Fingern hatte, wird den russischen Möchtegern-"Wing Commander" schnell wieder ernüchtert ins Regal zurückstellen.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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