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"Tycoon City New York": Eine andere Baustelle

Das Großstadtleben zum Pulsieren bringen - das ist die Aufgabe, der PC-Spieler in "Tycoon City New York" gegenüberstehen. Nebenbei wird der Beweis erbracht, dass Wirtschaftssimulationen eine tolle Atmosphäre erzeugen können.

"Tycoon City New York" ist eine klassische Aufbausimulation, die sich deutlich an Vorbildern wie "SimCity" und "Rollercoaster Tycoon" orientiert. Angehende Wirtschaftsmagnaten stehen zunächst vor einem riesigen Areal aus baureifen Grundstücken und müssen mit ein wenig Kapital praktisch aus dem Nichts eine brodelnde Metropole aus dem virtuellen Boden stampfen. Andere haben das gleiche Ziel.

Damit das Unternehmen Millionenstadt jedoch ein Erfolg wird, treibt sich der Spieler viel auf den Straßen herum und hört sich an, was die Bewohner New Yorks zu sagen haben. Oft geben diese Hinweise, was ihnen noch zur perfekten Lebensqualität fehlt. Nur wenn die Infrastruktur stimmt, werden sich weitere Menschen ansiedeln und frisches Kapital in die Stadt pumpen. Die Bedürfnisse der Bürger präsentiert "Tycoon City New York" in Form von "leicht verdaulichen" Balkendiagrammen.

Studenten und Künstler machen den Anfang

Vom Studenten- und Künstlerviertel Greenwich Village ausgehend füllen PC-Planer 13 Stadtbezirke mit Leben. Per Mausklick weist man auf der frei dreh- und zoombaren 3-D-Karte ein Grundstück nach dem anderen als Bauland aus und zieht in kurzen Abständen die ersten Gebäude hoch. Zuerst bekommen die Bewohner der wenigen Backsteinhäuser und Studentenheime ein paar nette kleine Cafés, in denen sie sich mit Freunden treffen können, dann Buch- und Zeitschriftenläden, Fitnesscenter zur körperlichen Ertüchtigung und so weiter. Am Ende warten gar die mächtigen Wahrzeichen der Stadt auf ihre Erbauung - Freiheitsstatue, Empire State Building, Brooklyn Bridge. Ein praktischer Farbcode hilft, beim Platzieren der Häuser die Stellen zu finden, an denen sie von den Einwohnern am ehesten angenommen werden.

Bedürfnisbefriedigung

Je attraktiver die Läden sind, desto mehr Kunden ziehen sie an. Zeitig sollte man deshalb nette Verkäuferin ein- und Wühltische vor den Geschäften aufstellen. Immer wieder ergeben sich Chancen, auf die Bedürfnisse einer speziellen Zielgruppe einzugehen - das Programm unterstützt den Spieler dabei mit deutlichen Hinweisen und Aufgabenstellungen.

Im Gegensatz zu anderen "Tycoon"-Titeln wurde in "Tycoon City New York" viel Wert auf Atmosphäre gelegt. Die ansprechende 3-D-Grafik und der dezente Soundtrack sorgen dafür, dass man seiner Version von Big Apple stundenlang beim Wachsen zusieht. Auf den belebten Straßen gibt es jede Menge kleiner, netter Details zu entdecken - Zoom-Funktion sei Dank.

"Tycoon City New York" setzt voll und ganz auf den Spaßfaktor und ist der ideale Zeitvertreib für einen entspannten Feierabend. Das wird schon in dem gelungenen Tutorial deutlich, in dem man von einem jungen New Yorker in einem lässigen Gespräch auf der Straße die ersten Schritte erklärt bekommt. Der Einstieg ins Städtebau-Business gestaltet sich dann auch denkbar unkompliziert, und schnell stellen sich die ersten Erfolgserlebnisse ein. Auch im weiteren Verlauf des Spiels hat man selten mit Frust zu kämpfen - verlieren kann man in "Tycoon City New York" nämlich nicht. Irgendwie kommt man immer voran.

Tycoon City New York

Hersteller/Vertrieb

Deep Red/Atari

Genre

Simulation

Plattform

PC

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ohne Einschränkung

Wer gerne seine eigenen Welten baut, ohne dabei jedes winzige Detail im Auge behalten zu müssen, ist mit dem einsteigerfreundlichen "Tycoon City New York" bestens bedient. Das Spiel hat nicht den Tiefgang eines "SimCity", kommt dafür aber wesentlich attraktiver und "lebensnäher" daher. Hardcore-Tycoons könnten sich vielleicht aber irgendwann langweilen.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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