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"World in Conflict": Wüster Weltenbrand

Die Russen kommen! Bei "World in Conflict" brechen die Sowjets einen Krieg vom Zaun und marschieren kurzerhand in den USA ein.

Durchaus denkbar: Statt Gorbatschows Entspannungspolitik hätte ein harter Sowjet-Kurs den Kalten Krieg in den 80er-Jahren auch eskalieren lassen können. Für "World in Conflict" schrieb Bestseller-Autor Larry Bond die Geschichte um und führt in der spannend inszenierten Einzelspieler-Kampagne vor Augen, wie ein Dritter Weltkrieg hätte aussehen können: Im Mittelpunkt stehen 14 ebenso heftige wie hektische Gefechte, die schnelles, entschlossenes Handeln erfordern. Zum Einsatz kommen Waffen von ungeheurer Zerstörungskraft und hinterlistige Guerilla-Taktiken. Kein Stein bleibt auf dem anderen, die Erde bebt im Artilleriefeuer, Napalm prasselt auf anrückende Feinde nieder. Erschreckend, mit welcher grafischen Schönheit Massive die monumentale Zerstörungsorgie auf den Bildschirm bringt.

Verschnaufpausen gewehrt "World in Conflict" allenfalls in den aufwendigen Cutscenes. Es gibt keinen geruhsamen Basisaufbau, kein Ressourcen sammeln. Stattdessen erwartet Hobby-Strategen hitzige Action von der ersten bis zur letzten Sekunde. Die passenden Einheiten für die Schlacht ordert man per Luftpost, zerstörtes Feindgerät lässt das Erfahrungspunktekonto der eigenen Truppen anschwellen. Wer darüber hinaus Missionsziele erfüllt und die entscheidenden Wegpunkte erobert, darf auf zusätzliche martialisch inszenierte Mittel zurückgreifen - vom Luftangriff über Artillerieschläge bis hin zur Mutter aller Bomben.

Die Karten bieten neben detailverliebten Landschaften und romantischen Sonnenuntergängen auch jede Menge Städte mit einer schier unendlichen Vielfalt von taktischen Möglichkeiten. Für den optimalen Überblick sorgt eine frei bewegliche Kamera, die sich mit den Tasten W, A, S und D beliebig in alle Himmelsrichtungen verschieben lässt. Mit der Maus dreht man die Ansicht oder zoomt sich stufenlos ans Geschehen heran. Tastatur-Hotkeys erlauben unter anderem die schnelle Gruppierung von Truppen und Formationswechsel. Kontrollverlust droht nur selten.

Anders als in vergleichbaren Titeln ist der Mehrspieler-Modus von "World in Conflict" der Einzelspieler-Kampagne mindestens ebenbürtig. In den drei Varianten "Vorherrschaft", "Angriff" und "Tauziehen" liefern sich bis zu 16 Mitspieler über das komfortable Massgate-Internetportal heiße Gefechte - trotz der grafischen Pracht sogar weitgehend flüssig. Der Clou: Man darf jederzeit in bereits laufende Partien einsteigen und dann eine Rolle als Kommandant von Panzertruppen, Infanterie, Luft- oder Unterstützungseinheiten übernehmen. Lücken im Teilnehmerfeld werden kurzerhand durch Computer-Generäle gefüllt.

World in Conflict

Hersteller/Vertrieb

Massive Entertainment/Vivendi

Genre

Strategie

Plattform

PC

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

ab 16 /ab 18 Jahren

Nachdem sich das Gros der Echtzeitstrategie-Titel nach wie vor eng am "Command & Conquer"-Design orientiert, gibt "World in Conflict" dem Genre durch gezielte Innovationen und actionbetontes Gameplay neue Impulse. Die opulente Präsentation schafft eine Atmosphäre, die unter die Haut geht. Spieler mit halbwegs leistungsstarken Rechnern sollten sich dieses brillante Spektakel nicht entgehen lassen.

Herbert Aichinger/Teleschau / TELESCHAU
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