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"Bio-Feedback" liegt voll im Trend

Der altbekannte Joystick könnte schon bald der Vergangenheit angehören. Gespielt wird nun mit Fingersensoren, die auf Herzschlag und Feuchtigkeit der Haut reagieren.

Der klassische Computerspiele-Freak ist nicht mehr der blasse Jüngling, der hektisch mit dem Finger am Joystick zuckt. Neuartige Videospiele ziehen auch Menschen an, die sich das bisher kaum vorstellen konnten. Wenn am 19. August in Leipzig zum zweiten Mal die Games Convention startet, wird dort auch über Spiele geredet, die nicht mit Maus, Tastatur oder Joystick, sondern mit ganzem Körpereinsatz, mit "Bio-Feedback" gesteuert werden. Vor allem in den USA liegen solche Freizeitvergnügen voll im Trend.

"Bei Computerspielen ist die Grafik besser und besser geworden, aber beim Input hat sich nicht viel getan", bemängelt Richard Marks, der Erfinder des PlayStation-Titels EyeToy. Dieses bereits im vergangenen Jahr eingeführte Spiel wird mit Körperbewegungen gesteuert, die von einer kleinen Kamera eingefangen werden.

Die "magischen Ringe"

Einen Schritt weiter geht jetzt das Spiel "The Journey to Wild Divine: The Passage". Hier wird die Action auf dem Bildschirm buchstäblich mit den eigenen Fingerspitzen gesteuert. Der Spieler befestigt drei Fingersensoren an der Hand, "magische Ringe" genannt, die den Herzschlag und die Feuchtigkeit der Haut registrieren. Die Sensoren führen zu einem Messgerät, das über die USB-Schnittstelle mit dem Computer verbunden ist. Um eine bestimmte Aufgabe zu lösen, muss der Spieler versuchen, sich so sehr zu entspannen oder anzuspannen, dass dies beim Herzschlag spürbar wird. Auf diese Weise soll es möglich werden, ein bewussteres Gefühl für die Kontrolle von Atmung und Emotionen zu gewinnen.

"Wir können sehr genau beobachten, was im Körper vor sich geht", sagt Kurt Smith, einer der Entwickler von "Wild Divine", der vorher 15 Jahre lang in der Gesundheitsbranche tätig war. Die Spieler seien schon beim ersten Versuch ziemlich verblüfft darüber, dass sie in der Lage seien, das Spiel mit ihrem eigenen Bewusstsein zu steuern. Smith kann sich vorstellen, dass es einmal Ergänzungen zu dem 160 Dollar (130 Euro) teuren Spiel geben werden, mit dem man trainieren kann, das Schmerzempfinden zu kontrollieren oder das Rauchen aufzugeben.

Die Zukunft des Computerspiels

Einen anderen Weg des "Bio-Feedbacks" geht der japanische Hersteller Konami mit seinem Spiel "Lifeline": Hier müssen die Spieler Befehle in ein Mikrofon rufen, um ihre Figuren auf dem Bildschirm zu dirigieren. Die integrierte Spracherkennung beherrscht nach Angaben der Entwickler 5000 Einzelbegriffe und 100.000 daraus zusammengesetzte Anweisungen.

Die US-Firma Powergrid Fitness hat einen Weg gefunden, um ein Fitnessgerät mit Spielkonsolen wie der PlayStation oder Xbox zu verbinden: Je fester der Spieler einen Bügel drückt, desto schneller wird etwa sein Rennauto über den Bildschirm flitzen. Das Gerät mit der Bezeichnung kiloWatt kostet stolze 695 Dollar (568 Euro). "Videospiele machen süchtig", sagt Firmen-Mitbegründer Greg Merril. "Uns hat die Idee angespornt, diese Sucht für einen gesunden Zweck wirksam zu machen."

Noch nicht so recht überzeugt von den neuen Bio-Feedback-Möglichkeiten ist der 15-jährige Computerspiel-Freak Stephen Smith. Auf die Dauer sei ihm EyeToy zu langweilig, findet er. "Aber das zeigt uns, wie die Zukunft des Computerspiels einmal aussehen könnte."

Matt Slagle/AP/AP/DPA

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