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Identitätsklau: Das Leben der Anderen stehlen

In den USA ist Identitätsdiebstahl der am schnellsten wachsende Kriminalitätsbereich. Der Grund: die allmächtige Sozialversichungsnummer und schlampige Firmen. Die Opfer bemerken oft viel zu spät, dass sie geschädigt wurden. In einem Extremfall nahm ein Pärchen sogar Freunde und Kollegen aus, um auf Weltreise zu gehen.

Die Täter durchwühlen Mülltonnen auf der Suche nach persönlichen Daten, ergaunern Kreditkarten und plündern fremde Konten. In den USA kämpfen die Sicherheitsbehörden gegen die nach eigener Aussage am schnellsten zunehmende Form der Kriminalität: Identitätsdiebstahl. Dabei erschwindeln kriminelle Doppelgänger Geld und Dienstleistungen im Namen ihrer ahnungslosen Opfer. Jeden kann es treffen. "Niemand ist immun gegen Identitätsdiebstahl", sagt Lydia Parnes von der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde.

Jedes Jahr werden der US-Handelsbehörde FTC zufolge mehr als acht Millionen Amerikaner Opfer von Identitäts-Betrügern. Der Schaden betrage rund 52 Milliarden Dollar (33 Milliarden Euro) im Jahr. Die Täter sind schwer zu kriegen, und der Kritikern zufolge freizügige Umgang vieler US-Firmen mit persönlichen Daten ihrer Kunden macht es den Dieben nach Meinung von Experten besonders leicht.

Der Schlüssel ist die Sozialversicherungsnummer

Der Schlüssel liegt in der besonderen Funktion der amerikanischen Sozialversicherungsnummer. Da es in den USA kein nationales Identifikationsdokument wie etwa einen Personalausweis gibt, wird von Behörden, Versicherungen und Banken allein die bei der Geburt vergebene Sozialversicherungsnummer zur Identifikation genutzt.

Haben Diebe erst einmal diese Nummer und die Adresse eines Opfers ausgespäht, sind die kriminellen Möglichkeiten nahezu unbegrenzt. Die Täter lassen mit Hilfe der Sozialversicherungsnummer neue Kreditkarten auf falsche Postadressen ausstellen, besorgen sich Telefonanschlüsse, beantragen staatliche Unterstützungsleistungen oder erschleichen sich Führerscheine. Die Geschädigten merken in den meisten Fällen viel zu spät, dass jemand ihren Namen missbraucht.

"Kreditkarten verteilt wie Süßigkeiten"

"Identitätsdiebstahl wird immer weiter ansteigen, bis die verantwortlichen Firmen endlich unsere Daten konsequent schützen", sagt Mari Frank, eine amerikanische Anwältin, die sich auf Identitätsdiebstahl spezialisiert hat. "Die US-Banken verteilen ungeprüft Kreditkarten wie andere Leute Süßigkeiten." Das sei geradezu eine Einladung an Betrüger.

Während manche Opfer nur einen geringen finanziellen Schaden davontragen, haben andere ihr Leben lang mit den Folgen des Betrugs zu kämpfen. Sie verlieren Jobchancen, Kredite werden ihnen verweigert, oder sie werden für Verbrechen belangt, die sie nicht begangen haben. Viel zu selten hätten Fahnder Erfolg, kritisiert das "Identity Theft Resource Center", das Opfer von Identitätsdiebstahl berät.

Systematisch Freund und Kollegen ausgenommen

Welche Dimensionen Identitätsdiebstahl annehmen kann, zeigt ein besonders aufsehenerregender Fall aus Philadelphia. Anfang Juli wurde dort ein junges Paar zu mehrjährigen Haftstrafen wegen Identitätsdiebstahls, Geldwäsche und Bankbetrugs verurteilt. Die beiden hatten systematisch ihre Freunde, Nachbarn und Arbeitskollegen ausgespäht und mit auf deren Namen ausgestellten Kreditkarten mehr als 100.000 Dollar erbeutet. Mit dem Geld gingen sie für ein Jahr auf Luxusweltreise und stellten die Fotos davon ins Internet.

Mit einer Aufklärungskampagne versuchen die US-Behörden seit Jahren, die Bürger und Firmen zu einem sorgsameren Umgang mit personenbezogenen Daten zu bewegen - mit wenig Erfolg. Aufgrund der vergleichsweise schwachen Datenschutzgesetze kann jede US-Firma fast unbegrenzt Kundendaten sammeln. Regelmäßig gelingt es Computerhackern, in Firmendatenbanken einzubrechen. Mehrfach gab es zudem Fälle, in denen Arbeitgeber versehentlich sensible Daten von Kunden oder Angestellten im Internet zugänglich gemacht haben.

Mehr Fälle auch in Deutschland

Aber strengere Datenschutzregelungen wie in Deutschland helfen nur bedingt gegen Betrüger. "Auch wir haben inzwischen ein zunehmendes Problem mit Identitätsklau", bestätigt eine Sprecherin des Bundeskriminalamts in Wiesbaden. Zwar bedürfe es mehr als nur einer Nummer und eines Namens, um eine Kreditkarte zu beantragen, aber Internetbetrüger benutzten auch in Deutschland bereits fremde Identitäten für ihre Zwecke, etwa bei Internet-Auktionshäusern. "Die Polizei der Länder und des Bundes versuchen jetzt verstärkt, die Bürger über das Thema zu informieren", sagt die Sprecherin.

Johannes Radke/DPA / DPA
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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.