Musikportale Apple fordert Ende des Kopierschutzes


Der Elektronikkonzern Apple fordert die großen Plattenfirmen auf, digitale Musik ohne Kopierschutz zu verkaufen. Der Kopierschutz habe sich als kein nützliches Mittel im Kampf gegen Musik-Piraterie erwiesen. Der Deutsche Phonoverband nannte den Vorstoß "scheinheilig".

Apple-Chef Steve Jobs hat die vier großen Musik-Konzerne aufgefordert, Lieder online künftig ohne Kopierschutz zu verkaufen. Sony BMG , Universal, Warner und EMI würden davon profitieren, wenn sie auf das so genannte digitale Rechtemanagement (DRM) verzichteten, sagte er.

Die Software schränkt die Verbreitung von Musikstücken ein. DRM habe sich aber schlichtweg als kein nützliches Mittel im Kampf gegen Musik-Piraterie erwiesen. Es sei nicht verständlich, dass die Musikindustrie ihre CDs ohne DRM verkaufe, das online angebotene Material aber mit entsprechender Software versehe. Schließlich würden nur etwa zehn Prozent der Musik im Internet verkauft, erklärte Jobs.

Der deutsche Phonoverband kritisierte den Vorstoß von Jobs als "durchsichtig" und "scheinheilig". "Apple versucht, seine Probleme mit dem eigenen Kopierschutz zum Problem der Musikindustrie zu machen", sagte Michael Haentjes, Vorsitzender der deutschen Phonoverbände, in Berlin. Für Apple sei die Strategie, ein für andere Anbieter geschlossenes DRM-System einzusetzen, der Schlüssel zum Erfolg gewesen. Wie von der Musikindustrie mehrfach gefordert, solle Apple "Fairplay" auch für andere Anbieter lizenzieren. Solange es ein krasses Missverhältnis zwischen illegalen und legalen Downloads gebe, könne man es niemandem verdenken, sein geistiges Eigentum zu schützen. So seien 2005 allein in Deutschland die illegalen Downloads von Musik mit 420 Millionen Songs rund 20 Mal höher als die Zahl der legal über das Internet verkauften Titel gewesen.

Reuters Reuters

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