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Notebooks: Die Kraft der zwei Herzen

Neue Notebooks mit zwei statt einem Rechenkern bringen deutlich mehr Leistung - und halten auch noch länger durch.

Zu zweit geht alles besser und schneller - an diese Weisheit haben sich die Ingenieure des Chipherstellers Intel erinnert und Prozessoren entwickelt, die viel Arbeit viel schneller erledigen sollen, indem sie sich die Jobs teilen. "Core Duo" heißen die neuen Modelle der Intel-Prozessoren, was so viel wie "zwei Kerne" bedeutet und die Sache gut trifft: Denn die neuen Chips sind mit zwei Rechenkernen versehen, anstatt wie bisher mit nur einem. Das führt zu besseren Leistungen, besonders, wenn mehr als ein Programm zur selben Zeit ausgeführt wird. Zum Beispiel läuft mit zwei Kernen ein Video flüssig, auch wenn gleichzeitig in einem anderen Programm Musikdateien umgewandelt werden. Bei solchen Anforderungen sind "Core Duo"-Prozessoren laut Intel 40 Prozent schneller als ihre Single-Vorgänger. Bis zu 68 Prozent schneller sollen sie maximal sein - ein beachtlicher Leistungssprung.

Trotz der höheren Power ist der Doppelkerner so winzig wie eine Zwei-Cent-Münze und braucht damit kaum mehr Platz als sein einkerniger Vorfahre. Das macht "Core Duo" besonders attraktiv für Notebooks, in denen es auf jeden Millimeter ankommt. In tragbaren Computern bildet der Zweikernprozessor das Herzstück von Intels neuer "Centrino Duo"-Laptoptechnik. Wie schon bei der vorherigen Generation ist auch die Duo-Version serienmäßig mit Wlan ausgestattet. Dieser Funkchip ermöglicht drahtlosen Zugriff aufs Internet - eine der beliebtesten Funktionen heutiger Notebooks.

Geringer Durst

Ein weiteres Argument für Duo-Laptops ist der geringe Stromverbrauch. Wird einer der beiden Kerne gerade nicht mit Arbeit behelligt, versetzt er sich in einen Strom sparenden Schlafzustand. Außerdem teilen sich die Kerne einen Arbeitsspeicher. Intels Zahlen klingen auch hier beeindruckend: Die neuen Prozessoren verbrauchen bis zu 28 Prozent weniger Strom. Allerdings beziehen sich diese Leistungsdaten wirklich nur auf den Prozessor. Wie schnell und Strom sparend der ganze Rechner schließlich ist, hängt von vielen Komponenten ab, von der Güte der Grafikkarte, der Festplatte oder des Internetzugangs. Insbesondere das Display ist ein Stromfresser.

Leicht - und teuer

Es wird also auch mit "Core Duo" lästige Wartezeiten geben. Um die zu minimieren, statten die Hersteller ihre "Centrino Duo"-Notebooks auch überwiegend mit leistungsstarken Komponenten aus, die den Doppelkernprozessoren gewachsen sind. Das schlägt sich in den Preisen nieder: Die meisten Geräte kosten mehr als 1500 Euro. Dafür ist keines davon mehr schwer und klobig, und die Qualität der Grafik ist erstaunlich. "Centrino Duo" unterstützt sogar das neue, hochauflösende HDTV-Fernsehsignal. Natürlich werden die Preise für "Duo"-Notebooks in den kommenden Monaten fallen. Und auch die günstigeren, einkernigen Laptops wird es weiter geben. Wer keinen Multimedia-Bedarf hat und mit dem Laptop weder spielen noch Spielfilme gucken möchte, braucht schließlich keine zwei Rechenkerne. Für diese Klientel bietet Intel Centrino-Notebooks mit "Core Solo" an.

Und die Konkurrenz?

Doch die Zukunft gehört der Zweisamkeit: Auch AMD, Nummer zwei im Chipgeschäft, arbeitet an einer eigenen Doppelkernlösung. Geräte wurden noch nicht vorgestellt, auch Details sind noch offen. Die neuen Doppelkernprozessoren werden wohl weiter AMDs bisherigen Notebookchip-Namen "Turion" tragen. Das bedeutet übrigens: "Überwinterungsknospe einer Wasserpflanze" - und passt zum geplanten Erscheinungstermin: AMDs neue Sprösslinge sollen noch diesen Frühling das Licht des Marktes erblicken.

Maximilian Geyer
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