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Scheibes Kolumne: Computer ins Kinderzimmer?

Stern.de-Mitarbeiter Scheibe ist ratlos: Sind die eigenen Kinder bereits reif für einen Computer im Kinderzimmer? Oder sollen sie lieber weiterhin unter Aufsicht im Büro daddeln? Die erste Attacke der Ehefrau wird rechtzeitig vor Weihnachten abgewehrt. Aber der große Moment wird kommen.

Meine Kinder sind sechs und acht Jahre alt, gehen in die erste und dritte Klasse. Die Schule ist mit einem eigenen Computerraum ausgestattet, der von den unteren Jahrgängen aber noch nicht wirklich genutzt wird. Auch der klasseneigene PC gilt mehr als antikes Ausstellungsstück. Die Väter, die ab und zu die Kinder im Klassenzimmer abgeben, unken bereits, ob es sich bei dem Rechner wohl um einen XT oder schon um einen 286er handelt.

Kurzum: Was die Kinder über den Computer lernen, das lernen sie zu Hause. Im Redaktionskeller steht ein Praktikantenrechner mit eigenem Schreibtisch, der momentan nicht genutzt wird und nur zwei Mal in der Woche als Sendestation für Mailings herhalten muss. Hier dürfen die Kinder spielen - im Schnitt eine Stunde pro Woche. Da wir viele Computerspiele für Kids ins Haus geliefert bekommen, ist für Abwechslung eigentlich immer gesorgt. Im Laufe der Zeit haben die Kinder begriffen, wie sie neue Software selbst installieren, wenn der Papa gerade telefoniert oder im Terminstress ist - und ihnen deswegen nicht helfen kann. Dabei muss die Kleinste nicht einmal lesen können: Sie klickt einfach immer auf den hervorgehobenen Button.

Ist die Zeit reif?

Letztens kam die beste aller besseren Hälften an und fragte nach, ob es nicht langsam Sinn machen würde, den Kindern einen eigenen PC zu spendieren, den sie zwischen ihren Kinderzimmern auf dem Flur aufbauen könnten. Logistisch wäre das kein Thema: Überall im Haus stehen noch ausreichend Komponenten herum, um aus ihnen einen kompletten PC zusammenzuzimmern. Nur ein Tisch müsste angeschafft werden. Trotzdem winke ich noch ab, denn ich sehe zwei Probleme.

Problem 1

Die Kinder brauchen Hilfe und Unterstützung. Stürzt etwas ab, meldet sich ein Hinweisfenster, funktioniert die Maus auf einmal nicht mehr oder versucht ein Programm, ins Internet zu gehen, wissen die Knirpse nicht weiter. Dann wird sofort der Papa gerufen. Der ist aber im Keller und muss erst hochgeholt werden. Das fehlt mir gerade noch. Im Büro brauche ich mich nur umdrehen, um das Problem zu erkennen. Steht der Rechner aber im Kinderzimmer, so heißt das für mich sofort, zwei Etagen nach oben zu latschen. Und Väter wissen eins: Die PC-Probleme wachsen proportional mit der Entfernung zwischen dem Hilfesuchenden und dem Hilfegebenden.

Problem 2

Die Kinder haben Probleme damit, gemeinsam am PC zu sitzen. Über kurz oder lang, meistens aber nach fünf Minuten, bringen sie sich gegenseitig um die Ecke. Beim Streit darum, wer was wie lange darf, hämmern sie sich dann gegenseitig die Maus gegen die Stirn, verprügeln sich mit der Tastatur oder kreischen so lange, bis ein genervter Erwachsener erscheint. Gesetzt den Fall, die Uno würde ein Friedenskorps in unser Haus entsenden, so würden die Kinder bestimmt herausfinden, dass Zeit nach Einstein relativ ist - und Stunden vor dem Gerät verdaddeln. Streit mit den Eltern ist da fest programmiert.

Ein weiteres Problem will ich gar nicht allzu in den Vordergrund kehren - die Unordnung. Überall würden über kurz oder lang leere CD- und DVD-Hüllen herumliegen, dazu noch mit fettigen Fingern vollgepatschte und auf dem Fußboden liegende Silberlinge - mich schüttelt es.

Manchmal werde ich auch schwach

Die Argumente überzeugen auch die Liebste. Der Computer bleibt im Keller, die Knirpse kriegen noch keinen eigenen Rechner. Dafür aber eine kleine Digitalkamera zu Weihnachten. Ich weiß schon, wer sich dann wieder darum kümmern muss, sie am Rechner zu entladen. Aber ich bin zu schwach, um noch einmal zu protestieren. Und wenigstens kann ich das am Praktikantenrechner erledigen. Und muss nicht jedes Mal zwei Treppen nach oben laufen.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Themen in diesem Artikel
Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.