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Scheibes Kolumne: Der IT-Jahresrückblick

stern.de-Kolumnist Scheibe trifft sich mit Cookie, Robert und Jörgi im Falkenseer Hexenhaus, um bei hausgemachten Raviellis das IT-Jahr Revue passieren zu lassen. Dabei setzt jeder seine Highlights anders.

"Hmmmm...", sagt Jörgi und lässt sich die hausgemachten Raviellis vom Falkenseer Hexenhaus (www.hexenhaus-falkensee.de) auf der Zunge zergehen. Edmund Becker, Chef des Hauses, schaut aus seiner Küche hervor, um zu sehen, wer da in seinem Restauant zu stöhnen beginnt. Er winkt mit der Kelle.

Jörgi tunkt ein Stück Brot in die leckere Morchelrahm-Sauce und mustert uns. Robert, Cookie und ich nippen am hellen Hauswein. Unsere Raviellis sind schon weg, wir warten auf unser geröstetes Lammkarree aus dem Kräuterheu mit Kartoffel-Sahnepüree. "Wisst ihr", sagt er. "Das Jahr neigt sich dem Ende zu und ich würde von euch gern mal wissen, was in Sachen Computer für euch das Highlight und der Downer des Jahres war. Ich fang einmal an. Das Highlight, das waren für mich die Netbooks. Kleine bezahlbare Rechner, die schnell hochfahren und alles bieten, was ich zwischendurch brauche. Unser Netbook steht inzwischen ständig im Wohnzimmer. Da geht jeder einmal ran, um schnell etwas im Internet zu recherchieren oder um eine Mail zu schreiben. Der Downer des Jahres ist für mich die Vorratsdatenspeicherung der Provider im Internet. Ich möchte nicht, dass jeder noch Monate später nachvollziehen kann, was ich wo und wann im Netz getan habe. Ich poche da auf mein Recht auf Anonymität."

Cookie zieht nach. Er hat seinen Teller blitzblank getupft und schaut zu Edmund rüber, ob da nicht vielleicht schon die Teller mit dem Lamm befüllt werden: Wie gut, dass man hier direkt in die Küche schauen kann. "Freunde", sagt er, "für mich war das Schönste in 2009 die Entdeckung der Online-Backups. Ich hab bei MobileMe von Apple eine iDisk gebucht, da kann ich locker zehn Gigabyte Daten hochladen. Das reicht für alle meine wichtigen Dateien inklusive eines Outlook-Backups völlig aus. Jetzt brauche ich keine Angst mehr zu haben, dass ein Einbrecher nicht nur den Rechner klaut, sondern auch die daneben stehende externe Festplatte mit den Backups mitnimmt. Egal, was passiert: Ich kann weltweit von jedem Rechner aus auf meine Daten zugreifen. Das finde ich cool. Der Downer des Jahres ist für mich der Boom der Malware. Es kann nicht angehen, dass die Online-Kriminellen so schamlos und ungehindert ihren Machenschaften nachgehen dürfen. Emsi Soft hat gerade eine Gratis-Software (www.malaware.de/) herausgegeben, mit der jeder Anwender sofort in weniger als einer Minute checken kann, ob sein Rechner mit aktiver Malware infiziert ist. Nach einem Monat Betrieb fielen die Macher fast vom Hocker: Jeder zweite getestete Rechner war in der Tat infiziert. Und im Schnitt fanden sich 24 verschiedene Malwares auf jedem infizierten Rechner."

Kinofilme im Internet

Robert hat derweil sein Essen bekommen. Er schmatzt: "Ich mach's kurz. Super finde ich, dass ich mir inzwischen Kinofilme im Internet ausborgen kann. Ich zahle zwei Euro und guck mir den Film direkt im Web-Browser an. Das finde ich super. Dazu gehört auch, dass viele TV-Sender aktuelle Sendungen gratis ins Netz stellen. Ich hab schon oft eine Sendung wie Heidi Klums Supermodels oder die Koch-Arena verpasst und konnte das dann kostenlos am nächsten Tag im Web sehen. Doof finde ich, dass immer mehr Journalisten entlassen werden, weil dank Anzeigenkrise kein Geld mehr da ist. Apple macht doch mit dem iPhone vor, dass jeder Anwender dazu bereit ist, ein paar Cent auszugeben, wenn er das nur mit einem schnellen Mausklick und ohne große Bürokratie erledigen kann. Ich wette, dass ein Bezahl-Journalismus auch im Web funktioniert, wenn der Leser für die Lektüre eines tollen Artikels ganz schnell 5 oder 10 Cent abdrücken kann - mit einem einzigen Mausklick."

Natürlich wollte ich meinen Teil auch noch erzählen, bevor die Nachspeise kommt: "Also ich liebe ja mein iPhone. Das Gerät passt in meine Hosentasche und ersetzt doch einen ganzen Computer. Ich kann unterwegs Mails abrufen, Internet-News lesen, coole Gadgets verwenden und spielen. Nur das Telefonieren nervt - ich telefoniere doch so ungern. Nebenbei macht das Gerät den Nintendo DS völlig überflüssig. Ich kann richtig viele Spiele im iPhone mit auf Reisen nehmen und das zu geringsten Cent-Beträgen pro Spiel. Der Wahnsinn. Ärgerlich finde ich den anhaltenden Boom der Abmahnungen. Ein winziger Fehler in einer Widerrufsbelehrung oder in einem Impressum können bereits ausreichen und man bekommt eine sündhaft teure Abmahnung, die bis zu 2000 Glocken kosten kann. Die Anwälte und Gerichte können sich das ja anscheinend nicht vorstellen, aber für viele kleine Firmen kann so eine Abmahnung das sofortige Aus bedeuten. Damit macht man kleine Firmen ganz schnell platt. Deswegen unterstütze ich auch eine neue Petition , die durchsetzen möchte, dass es zu jeder Abmahnung in Zukunft eine kostenlose Vorstufe geben muss, die einem Anwender die Möglichkeit einräumt, einen Abmahngrund zu beseitigen, ohne dafür in die Tasche zu greifen."

Meister Becker tritt derweil aus seiner Küche hervor und meint: "Ihr redet zu viel und esst zu wenig. Wer mag noch einen kleinen Nachschlag?" Alle heben sofort die Hände.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.