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Scheibes Kolumne: Die Suche nach dem Internet

stern.de-Mitarbeiter Scheibe macht Urlaub. Auf seiner Reise nach Florida schwirrt ihm aber nur ein Gedanke durch den Kopf: Hat er unterwegs und am Ziel einen Internet-Zugang? Am Ende glüht sein Hirn - und er hat schon wieder Lust auf sein Home-Office mit DSL.

Ohne Internet geht inzwischen gar nichts mehr. Vor einem Jahr im Urlaub reichte es noch aus, nur für den Bezug der neuen Mails online zu gehen. Inzwischen stehen selbst in den Ferien noch mehr Aufgaben an, die unterwegs zu erledigen sind, weil sie keinen Aufschub dulden. Per Online-Banking sind Überweisungen zu tätigen. Neue Programme sind zu downloaden und diverse CMS-Internet-Systeme müssen mit frischen Texten gefüttert werden. Demzufolge ist es meine größte Sorge angesichts des anstehenden Urlaubs, dass ich keinen rechten Internet-Anschluss habe. Dann nützt mir mein schönes ultraflaches Notebook nämlich rein gar nichts.

Der Technikerbesuch und mögliche Folgen

Probleme mit dem Internet habe ich schon länger. Im Büro fiel letztens das DSL-Netz gleich ein Dutzend Mal am Tag aus. Sobald einer von uns bemerkte, dass keine neuen Mails mehr auf den Rechnern eingingen, rief er auch schon laut: "Hat sonst noch einer kein DSL?" Wenn dem so war, wurde erst der Stecker an der DSL-Box gezogen und wenn das nix half, auch noch der von der Telefonanlage. 20 Sekunden später war dann der DSL-Anschluss bei allen Mitarbeitern meist wieder vorhanden. "Okay, geht wieder", rief dann immer einer, um auch dem Rest der Mannschaft zu signalisieren, dass alles wieder in Ordnung ist. Schülerin Laura schlug prompt vor, die Telekom anrücken zu lassen, um die Sache wieder in Ordnung zu bringen. Mein hysterisches Lachen irritierte sie. Ich erklärte ihr, dass das Web voll ist mit Blogs, die sich mit den Folgeschäden eines Technikerbesuchs der Telekom beschäftigen.

Das Heimnetz ist jetzt aber das Problem der Mitarbeiterinnen. Ich bin vor ein paar Tagen zum Flughafen Tegel gefahren, um zusammen mit der Familie nach Florida zu fliegen. Im Urlaub habe ich Notebook-Verbot, bis ich in den mir zugewiesenen Stunden dann doch noch arbeiten darf. Aber beim Warten auf unsere Maschine bemerkte ich alleine in meiner Sitzreihe drei weitere Fluggäste mit einem Notebook auf dem Schoß. Da konnte auch ich es nicht lassen - und kramte den Schleppable aus der Tasche. Sofort meldete mir mein Gerät mit Intel-Centrino-Technologie, dass es im Flughafen tatsächlich ein Wireless LAN geben würde. Prima. Ich klickte auf "Verbinden" und war auch gleich online. Schnell rief ich das E-Mail-Programm auf, um die Mails zu checken. Doch nix kam - abgesehen von einer Fehlermeldung.

Ohne Moos nix los

Mein Sohn schaute schon misstrauisch. Schließlich konnten die anderen Männer im Flughafen doch auch ganz normal an ihren Rechnern arbeiten. Nur der eigene Papa nicht? In meiner Verzweiflung startete ich den Web-Browser. Zu meiner Überraschung wurde automatisch eine Homepage vom Flughafen geladen. Hier konnte ich ablesen, dass ich aus drei WLAN-Anbieter vor Ort wählen konnte. Ich suchte mir per Mausklick einen aus und klickte ihn an. Doch selbst nach diesem Schritt ging mein E-Mail-Programm noch immer nicht. Na klar, da stand es doch schwarz auf weiß. Ich sollte zahlen für das Online-Vergnügen. Per T-Pay oder mit der Kreditkarte. Aber das lohnte sich doch gar nicht - für fünf Minuten Wartezeit. Also klappte ich das Notebook gleich wieder zu.

Inzwischen sind wir in Florida angekommen. Klar, in unserem Appartement in St. Augustin Beach stellte ich erst die Koffer ab und dann das Notebook an. Während die Kinder noch stritten, wer welches Bett bekommt, ließ ich den Rechner bereits nach Netzwerken schnüffeln. Im letzten Jahr hatte ich vier bis fünf offene WLAN-Netze, in die ich mich einklinken konnte, um meine Mails zu versenden. Dieses Mal: Fehlanzeige. Nicht ein einziges Netz konnte der Rechner finden.

Notfallplan

Zum Glück hatte ich für diesen Fall noch eine Backup-Lösung in petto - einen amerikanischen AOL-Account, den ich im letzten USA-Urlaub eingerichtet und dann zu kündigen vergessen hatte. Der war noch auf dem Rechner drauf. Einen Telefonanschluss fand ich gleich in der Küche. So baute ich mein Home Office am Tresen auf. Schnell das Modem eingestöpselt, eine Einwahlnummer in St. Augustin ausgewählt - und schon ging mein Rechner online. Nur: Wer einmal an DSL gewöhnt ist, hat nicht unbedingt Spaß daran, auf einmal wieder auf ein Modem umzusteigen. Zumal über den Tag meiner Anreise bereits 365 Mails in meinem Postfach auf Abholung warteten. Die kamen alle im Tempo frühzeitig gealterter und zusätzlich rheumatisch gewordener Schildkröten durch die Modemleitung auf die Festplatte gekrabbelt - größtenteils Junk. Aber immerhin: Internet! Ärgerlich war nur, dass ich bei einer Verbindung zwar Mails empfangen, aber keine mehr von meinem IncrediMail aus verschicken konnte. Dieses Problem ließ sich nur auf eine Weise lösen: Ich musste alle Mails mühselig in die AOL-Software übernehmen, um sie dann von hier aus zu versenden.

Nun, drei Tage später, hatte ich mich fast an AOL gewöhnt. Bis wir bei einer abendlichen Super Size Pizza aus der Mall den Notebook auf dem Wohnzimmertisch aufstellten, um eine Folge "Gilmore Girls" auf DVD zu schauen - und das Gerät auf einmal meldete: Drahtlosnetzwerke gefunden. Und tatsächlich! Drei offene Netze waren am Wohnzimmertisch zu empfangen. Einen Meter weiter am Tresen gab es diese Netze schon nicht mehr. Ein Mausklick reichte aus - und schon sausten die neuen Mails nur so durch die Leitung und war auch die eine oder andere Homepage im Nu aufgebaut. Und nicht nur das: Auf einmal konnte ich meine Mails auch wieder versenden, ohne dass ich sie vorher in die AOL-Software umkopieren musste.

Schnelle Ernüchterung

Leider war der Netzwerkspaß nicht von Dauer. Nachdem ich jetzt den Glastisch vom Balkon reingeholt und einen Stuhl vom Frühstückstisch geklaut habe, ist auf einmal kein Netzwerk mehr vorhanden. Das ist echt frustrierend, weil ich bereits auf das Ende aller AOL-Modem-Verbindungen gehofft hatte. 20 eben geschriebene Mails stecken noch in der Warteschleife im alten Mail-Programm fest. Und diese stern.de-Kolumne wollte ich auf gleiche Weise in die Redaktion senden. Na, da hilft wohl nix - ich werde wieder an meinen alten Arbeitsplatz zurückziehen müssen. Beim Umzug wächst die Vorfreude auf den Arbeitsplatz zuhause. Bis es so weit ist, muss ich aber noch ein wenig Zeit auch aufs Relaxen verwenden.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.