Scheibes Kolumne Klingelstreiche


Es sind die kleinen Streiche, die richtig viel Spaß machen. Stern.de-Kolumnist Scheibe setzt da ganz auf seinen kostenlosen ISDN-Anrufmonitor. Und schon sind alle Anrufer schockiert, dass sie mit Namen am Telefon begrüßt werden.

Wir schicken Roboter auf den Mars, klonen Tiere und erforschen subatomare Teilchen. All diese Errungenschaften der Technik werden aber anscheinend von den normalen Menschen gar nicht mehr richtig wahrgenommen. Sie glauben noch immer insgeheim, in einem Zeitalter zu leben, in dem die Telefone über Schnüre mit der Wand verbunden sind und eine Drehscheibe zum Wählen der Nummer aufweisen.

In unsere Bürorechner sind überall ISDN-Karten eingebaut. Sobald jemand bei uns anruft, ist sofort die Rufnummer des Anwenders auf dem Bildschirm zu sehen - oft schon vor dem ersten Klingeln. Gut, dieser Trick funktioniert nicht, wenn jemand noch ein altes analoges Telefon verwendet oder wenn die Rufnummernübergabe unterdrückt wird. Ansonsten können wir aber auch bei einem Fremdling stets die Nummer und seinen Wohnort vom Bildschirm ablesen.

Ertappt, konfrontiert, abgehakt

Das macht Sinn, etwa bei Klingelstreichen. Einmal hat uns jemand mit österreichischem Akzent auf den Anrufbeantworter gesprochen, dass er uns für so miese Idioten hält, dass er uns eine Bombe ins Büro werfen wird. Im Logbuch des Anrufmonitors konnten wir dann ablesen, dass uns in den letzten Tagen nur eine Person aus Österreich angerufen hatte - und den riefen wir dann prompt zurück. Was auf Seiten des Ösi zu einem peinlichen Gestammel führte. Ertappt, konfrontiert und abgehakt.

Nicht nur Telefone klingeln

Der Anrufmonitor funktioniert übrigens auch noch in anderer Hinsicht. Sind wir einmal alle aus dem Haus, so zeigt der Monitor sogar an, ob und wann jemand bei uns geklingelt hat. Die Ausrede des Kurierdienstes, dass er doch da war, aber leider, leider niemanden angetroffen hat, zieht auf einmal nicht mehr, wenn wir belegen können, dass der Klingelknopf völlig kalt geblieben ist - weil ihn niemand gedrückt hat. Um diesen Haustür-Spionagedienst betreiben zu können, muss die Türklingel freilich mit der Telefonanlage gekoppelt sein.

Erschreckt durch korrekte Begrüßung

Klingelt bei uns im Büro jemand durch, dann schreiben wir sofort den Namen des Anrufers in das Adressbuch des ISDN-Anrufmonitors. Ruft diese Person dann das nächste Mal an, begrüßen wir sie bereits beim Namen. Das führt schnell zu erschreckten Reaktionen: "Woher wissen Sie? Wie können Sie?" Klar, ein kleiner Streich mit großer Wirkung, aber für uns als Angerufene ist dieser Dienst ganz elementar. Wir können uns bereits vom Kopf her auf das Gespräch vorbereiten und uns eine Strategie zurechtlegen. Oder das Gespräch gezielt vermeiden.

Sie möchten auch Klingelstreiche in dieser Art ausprobieren. Dann probieren Sie den ISDN-Monitor oder dem PowerISDN Monitor aus. Beide Programme sind kostenfrei, setzen aber eine ISDN-Karte voraus.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker