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Scheibes Kolumne: Online-Shopping ist geil

Kolumnist Scheibe ist einer der größten Fans des Online-Shopping. Es spart Zeit und Geld – und klappt in der Regel auch hervorragend. Aber leider nicht immer, wie er feststellen musste.

Es ist erstaunlich, wie viel Geld sich einsparen lässt, wenn man nicht ins Auto steigt und in die Stadt zum Shoppen fährt, sondern das gleich von zu Hause aus im Internet erledigt. Letztens ist bei uns die gute alte analoge Familienknipse kaputtgegangen. Also brauchten wir eine neue. Ich versuchte, meine Frau zur digitalen Revolution zu bewegen: Sie sollte sich doch endlich auch eine digitale Kamera zulegen. Nach langem Hin und Her und der Probevorführung einer selbst gebrannten Super Video CD mit den letzten Urlaubsbildern auf dem DVD-Player war das Eis endlich gebrochen. Ihr Forderungskatalog sah allerdings übel aus: Die digitale Kamera musste schnell auslösen, auch im Haus drinnen gute Fotos machen und einen ordentlichen Zoom aufweisen. Ich wälzte ein paar Computer-Zeitschriften, um geeignete Modelle zu finden und entschied mich für drei, vier mögliche Kameras. Mit ihren Namen fütterte ich Google.de und fand so sehr schnell ausführliche Online-Testberichte, die mehrere Seiten lang waren. Auf diese Weise deckte ich mich mit mehr Informationen ein als sie der meist desinteressierte Verkäufer im Fachgeschäft liefern könnte. Ich entschied mich für die Casio Exilim EX-Z3, weil sie klein und gut ist und besuchte Evendi.de, um einen Preis in Erfahrung zu bringen. Die Kamera kostete beim preiswertesten Anbieter 397 Euro, beim teuersten satte 519 Euro. Ein Preisvergleich auch außerhalb des Internets zeigte mir, dass mein neu aufgespürter Schnäppchenlieferant gute hundert Euro unter dem marktüblichen Preis lag. Da konnte ich mir auch noch eine passende Ledertasche und einen Speicherchip mit 256 Megabyte leisten. Wie immer bezahlte ich vertrauensvoll per Vorauskasse, zwei Tage später war die Kamera auch schon da. Alles bestens.

Sparen trotz Porto und Risiko

Bei Amazon.de bin ich inzwischen Stammkunde, auch wenn ich leider keine Gummibärchen mehr bekomme. Dafür erhalte ich nicht nur sofort nach der Bestellung eine E-Mail zugestellt, sondern auch dann, wenn die Ware auf den Weg geschickt wird. So weiß ich immer schon einen Tag vorher, dass morgen der Paketbote vor meinem Haus hält und etwas Schönes bringt. Dank Preisvergleichen wie Evendi.de kaufe ich ansonsten immer bei dem jeweils günstigsten Anbieter ein. Externe Festplatten, Speicherchips für den PDA, Flachbildschirme oder Tintenpatronen: Alles wird mir zu Tiefstpreisen angeboten, weil irgendein Shop immer gerade ein entsprechendes Angebot fährt. Okay, das Porto wird noch draufgeschlagen und manchmal muss ich eine Woche warten, bis die Ware bei mir eintrifft. Aber ich spare mir den Weg in die Stadt. Im Laden sind viele Gerätschaften ja auch nicht mehr vorrätig und müssen erst bestellt werden. Das kann dauern und zwingt mich dazu, den gleichen Weg noch einmal zu fahren. Dass die Online-Shops auf Vorauskasse oder Nachnahme bestehen, kann ich verstehen. Ein befreundeter Händler hat mir einmal erzählt, dass viele Kunden eine Lastschrift gleich nach der Zustellung der Ware platzen lassen und dann damit rechnen, dass die Firma kein Inkassounternehmen beauftragt, um die fehlenden Gelder einzuholen. Oft kann ich bei einer Bezahlung im Vorfeld sogar noch drei Prozent Skonto rausholen. Inzwischen kaufe ich sogar bei eBay.de ein. Aber nur im Sofortkauf, weil mir dieses Bieten gegen die Uhr doch recht suspekt ist.

Netter Versuch…

Viele meiner Freunde sind misstrauisch und schütteln den Kopf darüber, wie ich Geld an völlig fremde Menschen überweisen kann, obwohl ich doch noch keine Waren erhalten habe. Aber: Die Ersparnis ist so hoch, dass sich das Risiko lohnt. Auch wenn es einmal Ärger gibt. Probleme bleiben natürlich nicht aus. So hatten wir fürs Büro unlängst einen 17-Zoll-Flachbildschirm bestellt. Natürlich im Internet und natürlich per Vorauskasse. Als der Bildschirm dann geliefert wurde, entdeckten wir nach dem Einschalten ein paar hässliche Pixelfehler genau im Zentrum der Bildschirmfläche. Dabei handelt es sich um defekte Bereiche im Bildschirm, die keine Pixel mehr anzeigen können und deswegen dunkel bleiben. Jeder Pixelfehler ist nur so groß wie die Spitze einer Nadel. Aber trotzdem: Es stört. Also baten wir im Zuge unseres Rückgaberechts um Ersatz. Zumal der Bildschirm auch nicht mehr originalverpackt war. Kein Problem: Die Online-Firma ließ den Bildschirm abholen und stellte uns Tage später einen neuen zu. Herr Franz stellte ihn auf, machte ihn an und fing an zu lachen. Die Firma hatte uns exakt den gleichen Bildschirm noch einmal geschickt. Sie rechnete wahrscheinlich damit, dass wir zu dumm sind, das zu bemerken. Wir reklamierten allerdings noch einmal und bekamen drei Tage später ein neues Gerät - ohne Fehler - direkt vom Hersteller zugestellt.

"Sofort lieferbar" war wohl nix

Ein anderes Problem: Vor einem Monat hatte ich eine Festplatte im Internet bestellt und den Betrag beim Online-Banking aus Versehen gleich zwei Mal überwiesen. Ich meldete den Fall und bekam prompt die Mail, dass der Betrag so schnell wie möglich zurücküberwiesen wird. Seitdem warte ich auf den Betrag, der einfach nicht auf meinem Konto einschlagen möchte. Die Festplatte kam leider auch nicht, dabei war der Artikel mit "sofort lieferbar" ausgewiesen gewesen. Eine weitere Mail informierte mich, dass ein Lieferant nicht liefern konnte oder wollte, der Online-Shop aber auf diesen Lieferanten angewiesen wäre. Zwei Wochen später wurde mir angeboten, die Bestellung zu stornieren, was ich dann auch machte. Jetzt warte ich auf die Rücküberweisung beider Beträge. Heute läuft die Frist ab, die ich der Firma aus Kulanz noch gesetzt habe. Dann muss ich wohl härtere Geschütze auffahren.

Und da müsste man wohl auch mal mahnen…

Dabei fällt mir ein, dass auch die Kinder-Straßenkreide noch nicht da ist, die ich vor zwei Wochen bei eBay im Sofortkauf erstanden habe. Es scheint so, als müsste ich auch hier noch rasch eine E-Mail schreiben. Dabei wollte ich doch gerade nach einer billigen Wetterstation suchen…

Carsten Scheibe
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(