Service Pack 1 Mehr Power für Windows Vista


Microsoft hat auf Kritik zum aktuellen Betriebssystem Vista reagiert und jetzt das erste Service Pack mit vielen Verbesserungen veröffentlicht. Doch was ändert dieses Update? Was besser ist - und wo es noch klemmt ...

Als Windows Vista im Januar 2007 erschien, hatte Microsoft die neue Oberfläche auf Hochglanz poliert. Unter der Haube klemmte es allerdings heftig: Spiele liefen langsamer als unter XP, das Kopieren von Dateien auf USB-Speichermedien oder Netzlaufwerke dauerte ewig und so richtig rund fühlte sich das ganze sowieso nicht an. Über die Monate haben zig Patches und unzählige Treiber-Updates Spieleleistung und -kompatibilität verbessert. Jetzt hat Microsoft mit dem Service Pack 1 die erste große Patch-Sammlung für Windows Vista fertig gestellt. Aber was haben Spieler von der neuen Version?

Großes Paket mit wenig Neuem

Anders als das Service Pack 2 für Windows XP macht das Service Pack 1 aus Vista kein neues Betriebssystem. Für den durchschnittlichen Windows-Nutzer gibt es ohnehin wenig direkt Greifbares. Keine offensichtlichen Änderungen an der Oberfläche, keine neuen Programme, keine neues Media Center. Dennoch ist das Service Pack 1 mehr als eine reine Politur: Volle 479 Patches stopfen unter anderem diverse Sicherheitslöcher und verbessern Leistung, Zuverlässigkeit sowie Stabilität. Die Wirkung ist direkt nach der ersten Anmeldung mit installiertem Service Pack spürbar: Das System reagiert schneller auf Eingaben, Fenster öffnen sich flotter und Vista kopiert oder entpackt meist deutlich fixer als zuvor - aber immer noch langsamer als XP.

Bessere Grafik-Schnittstelle

Die für Spieler relevanteste Neuerung des Service Pack 1 ist die Unterstützung von DirextX 10.1. Das Update erweitert die Möglichkeiten der Entwickler bei der Shader-Programmierung, vereinheitlicht die Kantenglättungsmodi auf Grafikchips verschiedener Hersteller und macht einige unter DirectX 10.0 noch optionale Funktionen zur Pflicht. Passende Hardware ist in Form von AMDs Radeon-HD-3000-Serie seit Ende 2007 erhältlich. Erste darauf optimierte Spiele dürften allerdings nicht vor Ablauf dieses Jahres erscheinen. Viele Studios sind noch damit beschäftigt, DirectX 10.0 richtig kennenzulernen. Spieler brauchen sich ohnehin keine Sorgen zu machen, dass ihre DirectX-10-Grafikkarten schnell zum alten Eisen gehören. Schon aus Eigeninteresse werden Spieleentwickler DirectX 10.0 auf lange Sicht unterstützen - schließlich haben AMD und Nvidia mittlerweile Millionen solcher Grafikchips verkauft. Die optischen Unterschiede zwischen 10.0 und 10.1 dürften sich ohnehin in Grenzen halten. Technisch ist dieser Versionswechsel wesentlich unbedeutender als der von DirectX 9 auf 10.

Viele Detailverbesserungen

Neben DirectX 10.1 gibt es nur wenige echte Neuerungen im Service Pack 1. Eine Klage von Google hat Microsoft dazu gezwungen, die Desktop-Suche so umzuprogrammieren, dass auch Drittanbieter eigene Lösungen entwickeln und integrieren können. Auf die Kritik von Herstellern von Virenscannern und anderer Sicherheits-Software an der 64-Bit-Version von Vista antwortet Microsoft mit einer speziellen Schnittstelle. Damit können Hersteller wie Symantec oder McAffee besser auf den Kern des Betriebssystems zugreifen und für die gleiche Sicherheit gegen Viren und Würmer wie beim 32-Bit-Vista sorgen. Die Bitlocker-Festplattenverschlüsselung funktioniert jetzt auch auf anderen Partitionen als die der Windows-Installation, die zu defragmentierenden Partitionen lassen sich nun frei wählen. Die Aktualisierungsroutine Windows Update erlaubt erstmals, bestimmte Patches ohne Neustart einzuspielen. Ab Service Pack 1 unterstützt Windows Vista zudem ExFAT, eine überarbeitete Version des FAT-Dateisystems mit Unterstützung für längere Dateinamen. FAT wird heutzutage hauptsächlich auf USB-Speichermedien oder Flash-Karten eingesetzt.

Das Fazit

Unterm Strich fehlen für Spieler auch mit Service Pack 1 eindeutige Anreize für einen Umstieg von XP auf Vista: DirectX 10 bringt nicht immer die versprochenen optischen Vorteile, in Spielen liegt die Performance weiter unter XP-Niveau und überragende neue Funktionen gibt es auch nicht. Zwar ist das System grundsätzlich sicherer programmiert als XP und auch die anfangs maue Treiber-Unterstützung durch die Hardware-Hersteller hat sich deutlich gebessert. Ob das genügend motiviert, Vista als Einzellizenz zu kaufen, muss jeder für sich herausfinden. Langfristig führt kein Weg an Vista vorbei - in spätestens zwei Jahren dürften vermehrt Spiele auf den Markt kommen, die nur unter Vista optimal oder überhaupt laufen. Wer schon Vista nutzt, dem ist die Installation des Service Pack 1 unbedingt zu empfehlen, auch wenn ein Leistungsgewinn in Spielen ausbleibt. Erwachsener wird Vista mit dem Service Pack 1 aber allemal.

Daniel Visarius/Gamestar

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