Studie Zockende Ärzte operieren geschickter


Welche Auswirkungen Videospiele auf das Verhalten der Nutzer haben, wird derzeit strittig diskutiert - fundierte Studien gibt es kaum. Für US-Wissenschaftler James Rosser steht aber fest, dass regelmäßiges Daddeln das chirurgische Geschick von Ärzten schult.

Chirurgen mit Computerspielerfahrung gehen geschickter mit dem Endoskop um als ihre Kollegen. Bei so genannten minimalinvasiven Eingriffen wird dieses Instrument durch einen kleinen Hautschnitt eingeführt. Eine darauf angebrachte winzige Kamera überträgt den Ärzten Bilder vom Innern des Körpers auf einen Bildschirm. Ebenso können die Chirurgen durch das Endoskop kleine Werkzeuge einbringen, etwa um in der Bauchhöhle den Blinddarm eines Patienten zu entfernen. Das Bedienen des Endoskops erfordert eine ähnliche Fertigkeit wie Videospiele, hat ein Team um James Rosser vom Beth Israel Medical Center in New York herausgefunden. Die Wissenschaftler stellen ihre Arbeit in der Fachzeitschrift "Archives of Surgery" vor (Bd. 142, S. 181).

Games als Ausbildungsmaßnahme

Rosser und seine Kollegen befragten 33 Teilnehmer eines Endoskopie-Weiterbildungskurses nach deren Vorliebe für Videospiele. Ebenso beurteilten die Wissenschaftler in praktischen Simulationen, wie geschickt die Chirurgen in solchen Spielen waren, und wie gut sie mit dem Endoskop umgehen konnten. Ärzte, die sich in der Vergangenheit wöchentlich mehr als drei Stunden mit Videospielen befassten, waren im praktischen Endoskopietest deutlich schneller und machten weniger Fehler als ihre Kollegen, die nie am Computer spielten, ergab die Untersuchung.

Sowohl Videospiele als auch das Operieren mit dem Endoskop erforderten eine gute Feinmotorik und eine optimale Koordination von Auge und Hand, sagen Rosser und seine Kollegen. Nötig sei eine schnelle optische Auffassungsgabe und eine kurze Reaktionszeit. Da sich chirurgisches Geschick auch mit unterhaltenden Computerspielen üben lässt, schlagen sie vor, diese gezielt in der Chirurgenausbildung einzusetzen. Wahlloses Videospielen sei jedoch auch kein Wundermittel.

DDP DDP

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