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"Der große Gatsby" als Browsergame: Weltliteratur zum Zocken

Francis Scott Fitzgeralds "Der große Gatsby" ist einer der wichtigsten Romane der US-Literatur. Zwei Kalifornier haben ihn nun ins 21. Jahrhundert geholt - als Jump-'n'-Run-Spiel. Weitere große Werke sollen folgen.

Von Svea Jörgens und Matthias Oden

Was für eine Party! Nick Carraway muss ständig hin- und herspringen, um nicht von den griesgrämigen Butlern über den Haufen gerannt zu werden. Stur walzen die platt, was ihnen in den Weg kommt. Und dann sind da noch die ganzen Betrunkenen, die andauernd mit Flaschen um sich schmeißen. Nein, so hatte sich der Jungspund-Aktienmakler aus dem Mittleren Westen die Feier seines Nachbarn ganz gewiss nicht vorgestellt. Gott sei Dank hat er seinen Hut dabei - mit dem kann er nämlich all die zweifelhaften Gestalten, die seinen Weg kreuzen, abwerfen und kurzerhand aus der Welt ballern. So sieht es aus, wenn zwei kalifornische IT-Nerds sich einen der ganz großen Klassiker der amerikanischen Literatur vorknöpfen und aus den 182 Seiten ihres Lieblingsbuches ein Videospiel machen. Francis Scott Fitzgeralds "Der Große Gatsby" - das ist das epochale Gesellschaftsporträt der Roaring Twenties in den USA: Prohibition und rauschende Feste, schöne Frauen, reiche Männer, Liebe und Verrat, Sinnsuche und Einsamkeit, alles inklusive. Bei Pete Smith und Charlie Hoey wird daraus ein Jump-'n'-Run-Spiel im Stil der frühen 90er-Jahre, voll quietschbunter Anspielungen an die Romanhandlung.

"Ich erinnere mich, dass Charlie mir vor ein paar Jahren zum ersten Mal von dieser Idee erzählte", sagt Smith. "Aber ganz ehrlich, ich habe ihn damals nicht ernst genommen." Letztes Jahr dann allerdings, abgefüllt mit Limonade und Nachos, entwickelten die beiden binnen 30 Minuten das Konzept für das "Great Gatsby Game".

Martinis, überall sind Martinis

Die Pixelversion von Nick Carraway, dem Ich-Erzähler des Romans, kämpft sich im Anzug durch vier Level und zwei Dimensionen. Er ist auf der Suche nach seinem Nachbarn Jay Gatsby, der wiederum sucht nach dem grünen Licht, das die Hoffnung auf ein besseres Leben symbolisiert. Nicht nur Butler und Volltrunkene machen Carraway dabei das Leben schwer, auch verrückte Flapper-Tänzerinnen, bärtige Landstreicher und Alkoholschmuggler wollen ihm ans Leder. Gut, dass da goldene Hüte zusätzliche Energie verleihen, und was wäre eine Gatsby-Party ohne gelegentliche Stärkung mit Martinis?

"Eigentlich wollten wir eine Handvoll funktionierender NES-Module produzieren und sie auf Trödelmärkten verstecken", sagt Hoey. Dort hätten sie dann irgendwelche Liebhaber von Nintendos Uralt-Konsole gefunden, hätten gedacht, ein kaum bekanntes Spiel entdeckt zu haben und sich über den Fund gefreut, so der Plan. "Allerdings hätten wir so nur sehr wenige Leute mit unserem Spiel erreicht. Also haben wir es ins Internet gestellt." Ganz von dem Ulk wollten sie sich aber trotzdem nicht trennen: Jetzt behaupten sie, sie selbst seien es gewesen, die auf einem Garagenflohmarkt für 50 Cent die sehr seltene englische Version eines originalen NES-Spiels aus Japan gekauft und hochgeladen hätten.

Wie viele der Besucher von Greatgatsbygame.com die Geschichte glauben mögen, bleibt ungewiss, Tatsache aber ist, dass das Spiel in der Netzgemeinde für einiges Aufsehen sorgt: Seit Mitte Februar ist das Spiel online, bis jetzt haben es mehr als eine halbe Million User gespielt, einschlägige Nerd-Foren sind voll des Lobes: "Also, dieses "Große Gatsby"-Buch habe ich nie gelesen, aber das Spiel ist ziemlich cool", heißt es da etwa.

Von der Resonanz beflügelt planen Smith und Hoey bereits weitere Videospiele mit literarischer Vorlage. Als nächstes wollen sich die beiden den viktorianischen Klassiker "Jane Eyre" vornehmen. Das Liebesdrama von Charlotte Brontë handelt vom mühseligen Leben einer Gouvernante, die sich in ihren Arbeitgeber verliebt, von bürgerlicher Moral und dem Kampf um selbstbestimmtes Leben. Für ein vergnügliches Jump-'n'-Run eine geradezu ideale Geschichte.

FTD
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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(