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Videospiel Fallout 4: Warum ein Fan sein Lieblingsspiel mit Kronkorken bezahlen darf

Videospiele sind nicht ganz billig. Gut also, wenn man für den neuesten Teil seiner Lieblingsserie gespart hat. Doch weshalb durfte ein Fan ausgerechnet in Kronkorken zahlen?

Von Malte Mansholt

Die verödete Landschaft von Fallout 4

Im postapokalyptischen Fallout 4 sind die USA weitgehend nuklear zerstört. Zum Glück sind nicht alle Landschaften so trostlos, wie auf diesem Bild.

Die Fallout-Serie gehört zu den beliebtesten Videospielreihen. 200 Jahre nach den dramatischen Folgen des dritten Weltkriegs versuchen die Menschen, sich langsam wieder so etwas wie eine Zivilisation aufzubauen. Den Spieler verschlägt es in eine auf den fünfziger Jahren basierende, postapokalyptische USA, in der Roboter und Lasergewehre ebenso zum Alltag gehören wie irre Supermutanten, zweiköpfige Kühe und jede Menge gewaltbereiter Banditen. Und die Freiheit, alles zu tun, wonach einem ist.

Kein Wunder also, dass sich Fans auf der ganzen Welt vor Freude kaum einkriegen konnten, als vor drei Wochen der neue Teil der Serie "Fallout 4" für den November 2015 angekündigt wurde. Einer freute sich ganz besonders: Auf diesen Moment hatte er seit Jahren gewartet. Und er war vorbereitet. Der unter dem Namen "GatorMacheteJr" beim Bilder-Dienst "Imgur" angemeldete Nutzer hatte in den knapp sieben Jahren seit Erscheinen von "Fallout 3" von jeder getrunkenen Bier- und Limoflasche den Kronkorken "gespart". 2240 kamen so nach eigener Rechnung zusammen.

Bezahlen im Fallout-Style

Natürlich hatte er dafür einen Grund: Im Fallout-Universum haben die Flaschendeckel nach dem Zusammenbruch der Gesellschaft zumindest in den USA den Dollar als Währung abgelöst. Und weil echte Fans gerne mal verrückte Dinge tun, schickte er seine gesamten "Ersparnisse" an den Fallout-Entwickler Bethesda, um so seine Vorbestellung zu bezahlen. In einem beigelegten Brief erklärte er die ganze Aktion - und bat darum das Paket zurückzusenden, wenn Bethesda das "Vorkriegsgeld" bevorzugen würde. Wie viel er für den Versand des knapp 5 Kilo schweren Pakets bezahlte, wollte er nicht verraten.


Eine knappe Woche später war es dann soweit: Bethesda antwortete mit einer E-Mail. Der Konzern dankte für die kreative Idee und versprach ihm, dass er das Spiel im November bekommen würde. Allerdings nur, weil er der erste und bisher einzige sei, der auf die clevere Idee gekommen war. Nachahmer dürfen sich wohl keine Chancen ausrechnen. Beim Bethesda scheint die Aktion Gefallen gefunden zu haben. Ein Entwickler hatte die beiden Kisten mit Kronkorken bereits bei Twitter gepostet, gemeinsam mit dem lakonischen Kommentar: "Ja, mein Büro riecht nach Bier."

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