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Betrugsverdacht: 30.000 Mahnungen aus dem Internet

Ein 21-Jähriger aus Bayreuth hat mit einer Massen-Mail Mahnungen an 30.000 Personen verschickt. Angeblich habe er beim Versenden eine falsche E-Mail-Verteilerliste ausgewählt.

Die Polizei hat in Bayreuth einen 21-jährigen Mann vorübergehend festgenommen, der auf einen Schlag 30.000 E-Mails mit Mahnungen verschickt hatte. Darin forderte er die Empfänger auf, 29,99 Euro auf ein bestimmtes Konto einzuzahlen. Bei der Vernehmung gab der Mann an, er habe beim Versenden der Mahnung an einen Kunden versehentlich eine E-Mail-Verteilerliste mit rund 30 000 Adressen ausgewählt. Durch eine Überprüfung des Rechners solle nun festgestellt werden, ob der 21-Jährige die Wahrheit sagte, teilten Staatsanwaltschaft und Polizei am Montag mit.

Verdächtiger vorläufig festgenommen

"Bis zum heutigen Datum fehlen Einzahlungen Ihrerseits", hatte der Mann unter Angabe einer Rechnungsnummer in der E-Mail geschrieben. Die Empfänger sollten die angeblich ausstehende Summe bis zum 31. August überweisen. "Bei erneuter Nichtbeachtung der Frist wird das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet." Nachdem bei den Behörden Strafanzeigen eingegangen waren, erhielt der 21-Jährige Besuch von den Ermittlern, die ihn vorläufig festnahmen und die EDV-Anlage sicherstellten. Die Daten auf dem Internetserver wurden gesichert.

In der Vernehmung gab der Mann an, er sei erst durch Anrufe von Empfängern auf sein Versehen aufmerksam geworden und habe sich daraufhin selbst bei der Polizei erkundigt, was er machen solle. Da es diesen Anruf tatsächlich gab, wurde der 21-Jährige wieder auf freien Fuß gesetzt.

Massenweise Mails mit nur einem Mausklick

Die Behörden wiesen darauf hin, dass beim Erhalt von Rechnungen oder Mahnungen nicht einfach gezahlt werden sollte. Man solle immer prüfen, ob der Betrag tatsächlich geschuldet wird. "Auch wird von Straftätern immer wieder der E-Mail-Verkehr mit allen Täuschungsmöglichkeiten ausgenutzt", hieß es. Es sei sehr einfach, massenweise Mails mit nur einem Mausklick zu versenden. Man müsse kein Experte sein, um eine E-Mail unter falschem Absender zu verschicken und so die Anfrage eines echten Geschäftspartners vorzutäuschen.

DPA / DPA
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