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Crowdfunding: Warum das Internet 8,7 Millionen für explodierende Katzen spendet

Das Kartenspiel "Exploding Kittens" ist eine der erfolgreichsten Crowdfunding-Kampagnen aller Zeiten. Doch warum begeistern die explodierenden Miezen so viele Spiele-Fans?

Von Malte Mansholt

Explodierende Katzen als Spiele-Hit

Explodierende Katzen als Spiele-Hit

Die Crowdfunding-Plattform Kickstarter hat schon einige sehr erfolgreiche Projekte finanziert, von der revolutionären Virtual-Reality-Brille Oculus Rift bis zur ersten erfolgreichen Smartwatch Pebble. Auch Absurdes findet sich zuhauf: So sammelte ein Nutzer 55.000 US-Dollar um einen Kartoffel-Salat zu kochen. Ursprünglich hoffte er auf gerade einmal zehn. Dass aber ausgerechnet ein Kartenspiel über explodierende Katzen jede Menge Rekorde der Plattform brechen würde, dürfte kaum jemand erwartet haben - inklusive der Macher von "Exploding Kittens".

Die hatten sich mit einem Finanzierungsziel von 10.000 US-Dollar am Anfang noch eher bescheiden gezeigt. Sie wollten einfach nur eine verrückte Idee verwirklichen. Was dann passierte, hätten sie vermutlich nicht einmal zu träumen gewagt: Nach nur 24 Stunden hatten die Unterstützer bereits über zwei Millionen US-Dollar gespendet, am Ende der 30-tägigen Kampagne waren 8,78 Millionen zusammengekommen - beinahe das 900-Fache des erhofften Betrages. Bei der Zahl der Spender hat das Kartenspiel einen neuen Rekord aufgestellt: 219.382 beteiligten sich, mehr als bei jeder anderen Kampagne auf Kickstarter.

Wie man Katzen so kennt, bringen sie sich immer wieder durch achtloses Herumstreunen in Situationen, die sie das Leben kosten könnten

Wie man Katzen so kennt, bringen sie sich immer wieder durch achtloses Herumstreunen in Situationen, die sie das Leben kosten könnten

Doch wofür begeisterten sich so schnell so viele Nutzer? Bei "Exploding Kittens" dreht sich alles um Katzen, die sich in die Luft sprengen - durch katzentypisches Verhalten. So laufen sie etwa über eine Tastatur und lösen dabei aus Versehen einen Nuklearkrieg aus. Oder sie ziehen beim Spielen den Stift einer Handgranate - weil sie sie für einen Ball halten. Die Aufgabe der Spieler ist, die pelzigen Tollpatsche davon abzuhalten. Zieht ein Spieler eine explodierende Katze vom Stapel, muss er sie ablenken, sonst verliert er. Dafür benötigt er entsprechende Karten, etwa einen Laserpointer oder Katzenfutter. Weitere Karten ermöglichen den Angriff auf andere Spieler, etwa mit dem "Bärodactylus" oder den "Tausendjährigen Rückenhaaren". Wieder andere verhindern wie der "Pope of Nope" (Papst des Neins) die Aktionen eines anderen Spielers.

Die Spieler müssen die Katzenvor dem Tod bewahren - etwa mittels eines Laserpointers

Die Spieler müssen die Katzenvor dem Tod bewahren - etwa mittels eines Laserpointers

Warum sich ausgerechnet für "Exploding Kittens" so viele Fans fanden, ist wohl nicht endgültig zu klären. Der krude Humor, die dazu passenden Zeichnungen und das frische Spielkonzept werden eine Rolle spielen. Auch der Name dürfte für die nötige Aufmerksamkeit nicht schädlich gewesen sein. Der größte Teil der Einnahmen geht nach Angaben der Erfinder in die Produktion und den Versand der über 200.000 Bestellungen. Mit dem Rest wollen sie weiter die Spender beglücken. Wie genau, ist ihnen aber wohl auch noch nicht ganz klar.

Doch auch Angriffe auf Spieler lässt "Exploding Kittens" zu - natürlich nur möglichst absurde

Doch auch Angriffe auf Spieler lässt "Exploding Kittens" zu - natürlich nur möglichst absurde

Bisher gibt es "Exploding Kittens" nur in der englischsprachigen Variante. Die Erfinder schließen weiter Sprachen zwar nicht aus, wollen aber keine Zusagen machen. Sollte sich das Spiel im regulären Handel aber auch nur als ansatzweise ähnlich erfolgreich herausstellen, dürften übersetzte Varianten aber nur eine Frage der Zeit sein.

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