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Google-Messe I/O Google Maps wird schlauer: Das Ende der einen Karte für alle

Das neue Google Maps zeigt nun je nach Uhrzeit und Ort andere Umgebungs-Highlights
Das neue Google Maps zeigt nun je nach Uhrzeit und Ort andere Umgebungs-Highlights
© Google/ Kyryl Gorlov / Getty Images
Bei Googles Hausmesse I/O präsentierte Google auch seinen überarbeiteten Karten-Dienst Maps. Der soll nun bei der Navigation noch hilfreicher werden. Und sich ganz nach dem Nutzer orientieren.

Mit der Maps hatte Google einst die kostenlose Karte für alle etabliert, später machte der Konzern sogar Navigations-Geräten Konkurrenz. Auf seiner Hausmesse I/O kündigte Google nun gleich fünf größere Neuerungen für Maps an, von denen die meisten eines gemeinsam haben: Die Karten sollen durch die Unterstützung von Künstlicher Intelligenz bei der Reaktion deutlich schneller werden. Und sie sollen noch mehr auf die Bedürfnisse der Nutzer eingehen als bisher.

Dazu will Google noch mehr als jetzt die Umstände der einzelnen Nutzer sowie der Fahrer als Gruppe in seine Berechnungen einfließen lassen. So verändert sich etwa die Ansicht der App je nachdem, zu welcher Uhrzeit und an welchem Ort sie geöffnet wird. Und hebt dann andere Einrichtungen und Angebote in der Gegend hervor. Ist man etwa während der Woche morgens Zuhause, wird der Arbeitsplatz und verschiedene Cafés zum Koffeintanken angeboten. Auf Reisen hebt Google dagegen Sehenswürdigkeiten hervor, abends sind Kneipen in der Nähe dran. Und erkennt der Dienst anhand von E-Mail-Buchungen, in welchem Hotel man nächtigt, wird dieses ebenfalls als bevorzugte Anlaufstelle gezeigt.

Sicherer statt schneller

Das Hotel soll auch in der verbesserten Live-Ansicht besonders hervorgehoben werden. Die 2019 eingeführte Funktion ermöglicht es, über Augmented Reality (AR) Kartenfunktionen über das Livebild der Kamera zu legen. Zum einen soll die Funktion nun auch bei komplexen Kreuzungen noch klarer den Weg weisen, zum anderen sollen die Informationen zu naheliegenden Einrichtungen noch detaillierter werden und etwa Bewertungen von Geschäften und Restaurants direkt in der Liveansicht bieten.

Auch die Navigation selbst soll noch besser werden. Maps erkennt nun anhand der Standortdaten, wenn man als Fahrer abrupt abbremst. Das will Google gemeinsam mit der Universität Virgina Tech als besonders starkes Zeichen für Unfallgefahr erkannt haben. Treten nun mehrere Fahrer an derselben Stelle gleichzeitig in die Eisen, wird diese als Gefahrenstelle markiert. Das hat sogar einen Effekt auf nachkommende Maps-Nutzer: Bei gleicher Fahrzeit bevorzugt Maps dann automatisch die sicherere Route. Dauert die sichere Strecke länger, wird sie aber als sicherere Option zusätzlich gezeigt, erklärt der Konzern. Google nimmt nun also nicht mehr unbedingt die schnellste, sondern oft lieber die sicherste Route. Einige Fragen dazu, etwa wie lange die Bevorzugung gilt und ob tatsächlich alle oder nur ein Teil der Fahrer umgeleitet werden, um einen erneuten Stau zu verhindern, blieben bisher noch unbeantwortet.

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Zu den Zielorten will Google ebenfalls noch mehr Informationen liefern. Schon jetzt kann man sich etwa anzeigen lassen, ob in Städten die Verkehrslage besonders hoch oder die gesuchten Restaurants und Bars gerade stark frequentiert sind. Die Funktion soll nun erweitert werden. So sollen nun auch Fußgängerzonen und  ganze Stadtviertel als Hotspots erkannt werden. Nicht nur solange die Pandemie die Menschen noch beschäftigt, dürfte das großen Anklang finden.

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Schönes neues Berlin

Berliner und Besucher der Hauptstadt dürfen sich indes über eine weitere Neuerung freuen: Schon seit letztem Sommer gibt es schon eine deutlich detaillierte Darstellung in der Kartenansicht, die nun mithilfe der Satellitendaten noch hübscher gestaltet wird. Das bedeutet nicht nur schickere Ansichten von Parks, sondern auch nützliche Zusatzinformationen wie eingezeichnete Gehwege und Zebrastreifen. Jetzt wurde die überarbeitete Karte für 50 weitere Städte rund um den Globus angekündigt. Neben Berlin sollen etwa auch Singapur, Seattle und Sao Paolo die schickere Karte bekommen. 

Die neuen Funktionen sollen in den nächsten Monaten sowohl für Googles eigenes System Android als auch für Apples iOS ausgerollt werden, kündigte Google an. 


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