Kolumne - Neulich im Netz Deutschland vor der Wahl: Petra macht Schluss


In ein paar Tagen wird wieder gewählt. Ob das die Parteien auch schon wissen? Ein Spaziergang durchs Web bringt Klarheit.

Die schlechte Nachricht zuerst: die christliche Rockgruppe "Petra" macht Schluss. Nach 33 Jahren ist genug mit Jesus und den zwei anderen von der Dreifaltigkeit. Sonst aber ist die Stimmung top bei den Bibeltreuen Christen. So richtig scheint man das mit der Neuwahl zwar noch nicht mitbekommen zu haben, aber ist ja auch egal. Viel wichtiger: die Superaktion auf dem Kirchentag, seit Wochen die Spitzenmeldung: "Die PBC sorgte mit ihrem Stand durch die Präsentation von 1000 Embryo-Püppchen in einem Plastiksack für sehr viel Wirbel, bekam aber letztlich auch Unterstützung von der Kirchtagsleitung und Fachpublikum."

Ganz anders die Rechtsträger von der DVU. Da läuft die Wahlmaschinerie schon auf Hochtouren. Und ein Motto existiert auch schon: "Wir wollen unsre gute alte D-Mark wiederhaben." Wenn es schon nichts wird mit der Wiedergeburt des Deutschen Reiches, dann zumindest wieder her mit der Deutschen Mark. Aber wo man damit in Euroland bezahlen soll, das verraten sie nicht, die Braunbären.

Fast genauso fesch kommen die Linksausleger von der DKP daher. Statt strammer Propaganda gibt es aber erst einmal ein Gedicht. Elf Zeilen, die nachdenklich stimmen und irgendwie auch betroffen machen. Schön, wenn dafür heutzutage noch Zeit bleibt. Wer übrigens nur sechs Vorurteile über die DKP kennt, entdeckt hier das siebte.

Völlig überrascht von der Entwicklung wurde die Tierschutzpartei. Eigentlich, so der dritte stellvertretende Vorsitzende, wollte man in 2005 noch einmal schön gemütlich machen und sich eher "langfristig auf die Bundestagswahl 2006 einstimmen". Was nun ja nicht mehr gehe, wobei es aber auch knapp würde wegen der wenigen Zeit und so weiter.

Themen bewegen auch die Spaßpartei auf ihrer etwas angestaubten Internetpräsenz. Zuvorderst: die Suche nach einer Spaßhymne. Dabei handelt es sich um eine vergleichsweise triste Veranstaltung, denn seit Dezember gab es nur einen einzigen Vorschlag. Und das ist zum Wählen eindeutig zu wenig.

<a class="link--external" href="mailto:stern@ha-net.de">Thomas Hirschbiegel</a>

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