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Kurznachrichtendienst: Experten bewerten Twitter mit einer Milliarde Dollar

Die Internet-Plattform Twitter hat ihren Firmenwert dank wachsender Nutzzahlen offenbar rasant ausgebaut. Das Unternehmen beschaffe sich derzeit frisches Geld und sei laut einem Medienbericht dabei mit einer Milliarde Dollar bewertet worden.

Twitter wird immer wertvoller. Dank schnell steigender Nutzerzahlen hat der Online-Kommunikationsdienst seinen Firmenwert seit Februar auf eine Milliarde Dollar vervierfacht, berichtete die IT-Onlinemagazin "TechCrunch". Dies gehe aus neuen Finanzierungsgesprächen hervor. Firmenchef Evan Williams habe gegenüber seinen Mitarbeitern erklärt, sich rund 50 Millionen Dollar neues Kapital beschaffen zu wollen. Laut "TechCrunch" war Twitter bei den letzten Gesprächen für die Beschaffung von frischem Kapital im Februar mit 250 Millionen Dollar bewertet worden.

Der Online-Kommunikationsdienst, über den Nachrichten mit einer Länge von bis zu 140 Zeichen verschickt werden können, baut seine Nutzerzahl derzeit im Rekordtempo aus. Im Juni war die Twitter-Seite dem Marktforschungsinstitut ComScore zufolge knapp 45 Millionen Mal weltweit besucht worden. Das ist 15 Mal so häufig wie ein Jahr zuvor. In Deutschland ist die Zahl der aktiven Twitterer in dem Monat um 34 Prozent auf 105.000 gestiegen.

"Man setzt auf einen Kulturwandel"

Derzeit arbeitet Twitter wie viele andere soziale Netzwerke daran, ein dauerhaft existenzfähiges Geschäft aufzubauen, um womöglich auch an die Börse gehen zu können. Vergangene Woche hatte Twitter-Gründer Biz Stone erklärt, dass künftig auch Werbung in seinem Kurznachrichtendienst erlaubt sei. Analysten spekulieren immer wieder, dass das Unternehmen zudem Werbung auf seiner Internetseite schalten könnte. Stone hatte bereits betont, dass er jede Möglichkeit zur Zusammenarbeit mit dem Internet-Giganten Google begrüßen würde.

Analysten zufolge spiegelt der hohe Firmenwert das Marktpotenzial des Dienstes wider. "Wenn Seiten wie Twitter oder Facebook ein kulturelles Phänomen werden, sind sie mehr wert als die Summe ihrer Teile", sagte Analyst Salil Deshpande. "Man setzt auf einen Kulturwandel."

Politiker wie US-Präsident Barack Obama, Hollywood-Schauspieler wie Demi Moore oder Sänger wie Lenny Kravitz nutzen Twitter, um ihren Anhängern ("Followers") Kurznachrichten zukommen zu lassen. Auch im deutschen Wahlkampf setzen Akteure auf den Dienst, um Informationen zu kommunizieren.

Auch stern.de twittert. Eine Übersicht über unsere Twitter-Angebote finden Sie hier.

Reuters / Reuters
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