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Lehrfilm-Portal "Sofatutor": Digitale Wissenshäppchen fürs Abi

Das neue Video-Lernportal "Sofatutor" richtet sich an Schüler, Studenten und Auszubildende, die sich auf Prüfungen vorbereiten müssen. Wer will, kann sich mit eigenen Lehrfilmen beteiligen. Zwei Expertinnen haben die Plattform vorab für stern.de getestet.

Von Lutz Steinbrück

Osterzeit, Ferienzeit. Das verspricht Erholung für gestresste Schüler. Doch viele von ihnen müssen büffeln. Für den Abi-Jahrgang stehen in den meisten Bundesländern die Klausuren an, und im Mai beginnen bundesweit die Abschlussprüfungen der 10. Klassen. Ein neues Angebot im Internet soll beim Lernen helfen: Das interaktive Video-Lernportal sofatutor.com startet am Ostersonntag mit 1.500 Videos, die Lerninhalte vermitteln. "Wir wenden uns gezielt mit prüfungsrelevanten Themen und Aufgaben an diese Schüler", sagt Stephan Bayer.

Mit "wir" meint der Geschäftsführer des zehnköpfigen Sofatutor-Teams auch die sechzig Produzenten der Videos. Bislang haben sie Wissenswertes aus den Fächern Biologie, BWL/VWL, Deutsch, Englisch, Mathe und Physik veröffentlicht. Fachkundige Lehrer, Doktoranden und Studenten prüfen die Beiträge zuvor auf Qualität. Nach und nach soll ein breit gestreutes Angebot für Schüler, Studenten und Auszubildende entstehen. Sofatutor.com versteht sich als günstige Alternative für Nachhilfe-Angebote.

Abo-Modell

"Unser Ziel ist eine große Community, in der möglichst viele Nutzer auch eigene Lernvideos drehen und online stellen", erklärt Bayer. User zahlen dem Start-up-Unternehmen monatlich zwischen acht und 14 Euro - je nach Laufzeit ihres Abos. Auf diese Weise soll die werbefreie Webseite finanziert werden. Die Produzenten verdienen anteilig an den Klickzahlen ihrer Lernfilme.

Die Videos sind mit Laufzeiten zwischen drei und 15 Minuten bewusst kurz gehalten: "Es ist lerntechnisch sinnvoll, kurze Aufmerksamkeitsspannen zu nutzen", erklärt Bayer. "Deshalb setzen wir auf 'knowledge bits', die wir auch digitale Wissenshäppchen nennen." Zusätzliche Features wie Tags, Multiple Choice Tests, Bewertungs- oder Kommentar-Funktionen (auch direkt in den Videos) sollen einen regen Austausch zwischen den Nutzern ermöglichen.

So weit, so gut. Aber was halten Bildungsexperten, die sich mit digitalem Lernen befassen, von sofatutor.com? stern.de hat das Portal vorab von der Lehrerin Dr. Stephanie Merkenich und der Hochschul-Lehrbeauftragten Anja Wagner testen lassen und nach Nutzerfreundlichkeit, Qualität der Videos und einer Gesamteinschätzung gefragt. Merkenich ist als Lehrerin am Staatlichen Berufskolleg Glas Keramik Gestaltung in Rheinbach bei Bonn tätig und führt Lehrerfortbildungen zum Thema E-Learning durch. Wagner untersucht als Bildungsforscherin moderne Informationsumgebungen und Lernszenarien. Sie ist für den Bildungsblog edufuture.de verantwortlich.

Übersichtliche Struktur

"Die Navigation von sofatutor.com ist selbsterklärend und übersichtlich", lobt Stephanie Merkenich die Nutzerfreundlichkeit. Auch Anja Wagner findet, dass man sich anhand der Menüleiste, wo die Fächer und die Anzahl dazugehöriger Videos gelistet sind, schnell orientieren kann. Die fächerspezifische Suche macht einen sehr geordneten Eindruck auf sie. "Je nach Klassenstufen sind die Inhalte angeführt, die Gegenstand von Prüfungen sein könnten."

An den Videos für ihre Fächer Deutsch und Englisch bemängelt Merkenich allerdings die große Wortlastigkeit. Sie wünscht sich mehr außergewöhnliche Visualisierungen. Bisher werden Regeln meist an einer weißen Tafel erklärt und niedergeschrieben. Merkenich sieht darin keinen Unterschied zur Schultafel. Ihr fehlt der Mehrwert zum schulischen Lernen. Die Mathe- und Physik-Videos gefallen ihr besser, weil sie durch Gegenstände oder Zeichnungen anschaulicher visualisiert sind. Die Macher bauen auf die Ideen künftiger Produzenten. Demnächst stellen sie etwa eine 3-D-Animation zum Thema "Masse und Trägheit" auf die Seite.

Für die Englisch-Videos hat Merkenich einen Verbesserungsvorschlag: "Die Grammatik sollte in einfachem Englisch statt auf Deutsch erklärt werden." Anja Wagner will keine inhaltliche Beurteilung vornehmen. Sie glaubt, dass die Social-Media-Funktion der Bewertungen für ein angemessenes Feedback sorgen wird. Die technische Qualität findet sie überzeugend. "Lediglich die Performance könnte in weniger gut mit Breitband-Anschlüssen versorgten Regionen zu einigen Ladehemmungen führen", gibt sie zu bedenken.

An den Zusatz-Features beeindruckt Wagner, dass sich Kommentare kontextsensitiv in das Videobild eintippen lassen - ein nach ihrer Kenntnis wirklich neues Feature. Sofatutor hat aus ihrer Sicht ein umfassendes Paket geschnürt, weil es sämtliche gängigen Social-Media-Komponenten wie Tags, Links, Empfehlungen und Bewertungen aufweise, die von den Nutzern hinzugefügt werden können.

Aufgaben in Geschichten verpacken

Und die Perspektive des Portals? Merkenich ist angetan von der Idee und glaubt, dass das Video-Format und die individuelle Zeiteinteilung die "digitale Generation" motivieren. Reizvoller für die Schüler seien aber Lernvideos, in denen Wissen nicht nur erklärt wird, sondern wo dem Betrachter Aufgaben gestellt werden, die in eine Geschichte eingebettet sind.

"Ob die Videos nach dem Anschauen lernwirksam sind, hängt vom Nacharbeiten des Lerners ab", so Merkenich weiter. "Manche mögen das soziale Lernen und brauchen jemanden, mit dem sie Dinge diskutieren können. Daher wäre ein Lernerforum zu den einzelnen Themen noch eine gute Idee." In punkto soziales Lernen sind die Grenzen eines Videoportals naturgemäß eng gesteckt.

Anja Wagner schätzt, dass Sofatutor nur dauerhaft attraktiv sein wird, wenn weitere Social-Networking-Aspekte integriert werden und über die vielfältige Vernetzung der Nutzer einen Sog ausstrahlen, wie ihn derzeit nur SchülerVZ oder StudiVZ erzielen. Sie denkt an die Einrichtung themenspezifischer Lerngruppen, die zugleich über profane Themen chatten können. Denn das kostenfreie Video-Angebot sei gerade im englischsprachigen Raum so immens, dass der inhaltliche Mehrwert eines Videos alleine nicht trage.

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Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.