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Neue Webseiten-Endungen Ab heute ist das Netz voller .singles

Demnächst muss man sich beim Surfen noch mehr Adressendungen merken
Demnächst muss man sich beim Surfen noch mehr Adressendungen merken
© Colourbox.de
Das World Wide Web ist gewachsen: Seit heute gibt es neue Domain-Adressen wie .singles oder .clothing statt .de. Und einige kuriose Webendungen sind noch in der Pipeline.

Das Internet ist riesig, praktisch undurchschaubar: Es gibt zum einen bekannte Endungen wie .de, .com oder das aus deutscher Sicht etwas merkwürdig anmutende britische Pendant .co.uk. Und dann gibt es noch zahlreiche Endungen wie .vn, .to oder .bz, hinter denen oft eher zweifelhafte Web-Portale stecken und von denen man gar nicht so recht weiß, in welchem Land sie eigentlich registriert sind. Seit heute ist das Netz nun noch etwas unübersichtlicher: Sieben von insgesamt 25 neuen Adressendungen, sogenannten Top-Level-Domains (TLDs), sind an den Start gegangen. Folgende neue Endungen könnten Ihnen nun im Netz begegnen:

• .bike
• .clothing
• .guru
• .holdings
• .plumbing
• .singles
• .ventures

Einen riesigen Ansturm erwartet der zur Deutschen Telekom gehörende Internet-Dienstleister Strato allerdings vorerst nicht. Neben den bekannten Länderendungen wie .de, .fr oder .it gibt es bereits seit längerem auch TLDs wie etwa .travel, .shop oder .museum. Für .travel sei bereits seit 2005 eine Registrierung möglich, die Endungen seien aber weithin unbekannt und ungenutzt, sagte Christian Müller, Technik-Chef von Strato. "Die Frage, warum das so ist, dürfte auch in Hinblick auf die neuen TLDs interessant sein."

Kleine und mittlere Unternehmen werden nach Prognosen von Strato die neuen Adressendungen vor allem als zusätzliche oder Ausweich-Adressen nutzen. Sie böten die Chance auf eine kurze, einprägsame Adresse und könnten mehr Verkehr auf die Seiten bringen, sagte Müller. Vorerst werde Google aber seine Suchalgorithmen nicht ändern und wolle zunächst die Entwicklung beobachten. Private Kunden dürften sie für Freizeit- oder Hobby-Websites verwenden, voraussichtlich aber wegen der relativ hohen Preise auf "Spaßdomains" verzichten. Die Nachfrage nach traditionellen Domains wie .de werde aber weiterhin stabil bleiben, sagte Müller.

Bald kommen .versicherung und .porn

In den kommenden Jahren soll es mehr als 100 weitere Top-Level-Domains geben, etwa .versicherung, .porn, .sexy und .hamburg. Viele der von der Internet-Verwaltung ICANN freigegebenen neuen Adressräume könnten aber mittelfristig auf der Strecke bleiben. "Ähnliche Endungen wie .property und .immo sowie .photography und .photo werden sich kannibalisieren", sagte Müller. Als besonders aussichtsreich sieht Müller zwei Arten von TLDs an: Identitätsstiftende wie .berlin oder .gay sowie generische Endungen, die eine große Zielgruppe ansprechen. Dazu gehörten etwa .web, .shop oder .blog. Die Endung .berlin soll im ersten Quartal des Jahres freigeschaltet werden.

cf/DPA DPA

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