HOME

Schizophrenie-Experiment: So hört es sich an, wenn Sie Stimmen hören

Stellen sie sich vor, Sie hören Stimmen. Den ganzen Tag und ununterbrochen: Anderson Cooper hat es ausprobiert. Und scheiterte.

Ein Paar Kopfhörer lässt ihn scheitern. An fast allem, was Anderson Cooper an diesem Tag erledigen will und soll. Und die Kamera ist immer mit dabei.

Cooper arbeitet bei CNN - und versucht sich an einem Experiment. Ein Selbstversuch, um annähernd verstehen zu können, was schizophrene Menschen ertragen müssen.

Einen Tag lang wird er ununterbrochen Kopfhörer tragen, die seine Ohren mit Stimmen beschallen. Mal laut, mal leise, mal schimpfendend, mal beruhigend. Ohne Pause.

"Sie kommentieren alles, was du machst. Das ist sehr, sehr unangenehm", beschreibt er die Situation. Selbst bei alltäglichen Routine-Aufgaben kann er sich nur schwer konzentrieren. Und schon nach kurzer Zeit merkt man ihm an, wie zermürbend das Experiment wirkt. "Manchmal ertappst du dich dabei, dass du den Stimmen antworten willst, um sie damit zum Schweigen zu bringen."

Um zu prüfen, inwiefern die Stimmen seine Leistungsfähigkeit beeinflussen, muss er kleinere Aufgaben erledigen: leichte Zahlenrätsel, ein Papierschiff falten, sich fünf Wörter merken. Er scheitert fast immer.

"Ich kann es nicht erwarten, die Kopfhörer abzusetzen. Es ist richtig bedrückend und du fühlst dich sehr schlecht. Es zeigt dir, was andere Menschen (Schizophrenie-Betroffene) durchmachen müssen", sagt er. Und dann: "Ich möchte aufhören." Da ist der Tag noch längst nicht zuende.

Wenn sie wissen möchten, wie es sich anhört, ständig Stimmen im eigenen Kopf zu hören, setzen Sie sich Kopfhörer auf und drücken Sie auf Play.

küt
Themen in diesem Artikel