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Virenwelle in Facebook: Wow, jetzt kannst Du nervigen Stalker-Spam sehen

Eine Welle von virenverseuchtem Spam schwappt durch Facebook. "Schau dir an, wer dein Profil besucht hat" - hinter der "Stalker"-Masche lauert ein Virus.

Von Ralf Sander

Wer wüsste nicht gerne, wer das eigene Facebook-Profil besucht hat? Diesen Wunsch von Mitgliedern sozialer Netzwerke nutzen Spam-Programmierer für eine neuen Masche aus, die gerade viele Facebook-Freunde in die Falle lockt. "Wow, jetzt kannst Du sehen, wer dein Profil ansieht", lautet die Nachricht, die als Statusupdate, Veranstaltungseinladung und sogar im Chatfenster verbreitet wird. Eine zweite Variante der Spam-Meldung zeigt sogar eine Liste mit Personen an, die angeblich das Profil eines Freundes besucht haben sollen. Diese Falle ist besonders verlockend, weil in dieser Aufzählung die Namen aus der Freundesliste sowie die Anzahl ihrer angeblichen Besuche angezeigt werden. Die Zahlen sind überraschend hoch, um die Illusion zu erzeugen, man würde von einigen Personen regelrecht verfolgt. Daher trägt diese Betrugsmasche auch den Namen Stalker-Spam.

Fragliche Funktion gibt es nicht

Es gibt bei Facebook keine Funktion, die die Besucher eines Profils sammelt und darstellt. Auch kann keine App ein solches Feature bieten. Das Unternehmen weist explizit darauf hin, dass es nicht möglich ist, Besucher des Profils zu offenbaren. Für die Profil-Inhaber wären diese Informationen durchaus spannend. Für Facebook können sie allerdings kontraproduktiv sein, denn Besucherprotokolle würden das sorglose Herumsurfen im Netzwerk deutlich bremsen. Wer im deutschen Business-Netzwerk Xing unterwegs ist, kennt das Phänomen: Weil dort zumindest Premium-User sehen können, wer sie besucht hat, will jeder Profilaufruf wohl überlegt sein.

Laut einer Analyse des Blogs Metaprime sind in den vergangenen drei Tagen fast 700.000 Nutzer auf den Stalker-Spam reingefallen. Dabei erfordert diese Masche sogar einige Mitarbeit vom Nutzer. Weil vollautomatische Virenschleuder-Apps von Facebook inzwischen recht gut erkannt und gesperrt werden können, fordert der Stalker-Spam seine Opfer auf, per Hand einen Link in die URL-Zeile des Browsers zu kopieren und mit Enter aufzurufen. Damit wird eine Javascript-Datei direkt auf dem Rechner ausgeführt, außerhalb von Facebooks Einfluss. Das Skript schreibt den Computerwurm in das Facebook-Profil, von wo aus er seine Nachrichten schnell über alle Freunde ausbreitet. Echten Schaden scheint der Virus bisher nicht anzurichten, aber er nervt, weil er die Pinnwände verstopft und häufig auch noch eine gutgemeinte Welle von Spamwarnungen hinter sich herzieht. Bei der nächsten Spamwelle allerdings kann tatsächlich Werbung oder etwas wirklich Schlimmes auf die Neugierigen warten.

Weg mit dem Wurm

Zum Glück ist es relativ einfach, den ungebetenen Gast wieder loszuwerden. So "einfach", wie es bei Facebook nun mal ist: Nach der Anmeldung bei Facebook rufen Sie im Konto-Menü oben rechts die Privatssphäre-Einstellungen auf. Dann unten links bei "Anwendungen und Webseiten" den Link "Bearbeiten der Einstellungen" anklicken. Auf der nächsten Seite im Bereich "Anwendungen, die du verwendest" die "Einstellungen bearbeiten" - und endlich findet man eine Liste aller verwendeten Apps, aus der man die Spamschleuder löschen kann. Und wenn Sie gerade da sind, können Sie sich ja auch mal die anderen Apps, die sich dort angesammelt haben, genauer angucken. Wer weiß, was Sie dort noch so alles finden.

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