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Im Vorfeld der US-Wahl So will Google künftig effektiver gegen Fake News und zweifelhafte Inhalte vorgehen

Google
Die Google-Zentrale in Mountain View: Der Konzern will mit verschiedenen Maßnahmen gegen Falschinformationen vorgehen und die Qualität seiner Suchergebnisse verbessern
© Markus Mainka / Picture Alliance
Vor der US-Wahl treibt das Thema Fake News die großen Tech-Konzerne um. Google hat nun Maßnahmen präsentiert, um die Informationsqualität der Suchergebnisse zu verbessern. 

Google hat im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen angekündigt, verschiedene Maßnahmen zu ergreifen, um die Informationsqualität in seinen Suchergebnisse zu verbessern und Fake News zu bekämpfen. 

Die Änderungen betreffen zum Beispiel die Autocomplete-Funktion im Eingabefeld der Google-Suchseite. Wer Google nutzt, kennt das Feature: Fangen User an, etwas in die Suchzeile einzugeben, schlägt Google automatisch einige Suchanfragen vor, von denen der Algorithmus annimmt, dass die oder der Suchende sich dafür interessiert. Die Vorschläge basieren auf verschiedenen Faktoren, zum Beispiel auf vorherigen Suchanfragen von anderen Personen. In einem Blog-Beitrag  kündigte der Suchmaschinen-Gigant nun mit Blick auf das Thema Wahlen an, alle Vorschläge aus Autocomplete zu entfernen, die scheinbar einen Kandidaten oder eine Partei bevorzugen oder benachteiligen und die möglicherweise zu Suchtreffern mit zweifelhaftem Inhalt führen.

Auch bestimmte Informationen zu Wahlsystemen oder -Orten sollen nicht mehr angezeigt werden. Tippt ein Nutzer beispielsweise das Wort "Spende" ein, soll nicht automatisch "Spende an Demokraten" oder "Spende an Trump" erscheinen, bei "Briefwahl" nicht automatisch "Briefwahl ist schlecht" (Siehe Bild unten). Die Änderungen betreffen jedoch nur Autocomplete. Die Anzeige von Suchergebnissen werde davon nicht beeinflusst heißt es: "Ob ein Vorschlag erscheint oder nicht, Sie können immer noch allem suchen was sie wollen und Ergebnisse dazu finden".

Google Screenshot
Gibt ein User "vote by Mail is" , zu deutsch "Briefwahl ist" ein, schlägt Google Autocomplete allerlei wertende Anfragen vor. Das soll künftig anders aussehen. 
© Google Screenshot / 11.9.2020

Automatische Faktenprüfung und Schutz vor Falschinformationen

Weitere Änderung: Bereits 2016 hat Google ein spezielles Label für Faktenchecks eingeführt, das entsprechende Beiträge bei Google News und in Suchergebnissen hervorheben soll. In einem weiteren Schritt sollen künftig algorithmus-basiert News-Beiträge mit bestehenden Faktenchecks automatisch abgeglichen werden, um den Wahrheitsgehalt von neuen Beiträgen abzuklopfen. 

Auch die sogenannten Knowlegde Panels, große themen- oder personenbezogene Infoboxen neben oder zwischen den anderen Suchergebnissen, sollen besser vor Falschinformationen geschützt werden. Die Infos in den Boxen stammen laut Google aus "Hunderten von Webquellen", eine der meist verwendeten ist Wikipedia. Nach eigener Aussage hat Google Schutzsysteme eingeführt, um die Knowledge Panels (und damit die User) vor – möglicherweise bewusst gestreuten – Falschinformationen aus der Enzyklopädie zu bewahren. Um vertrauenswürdige Informationen zu den Wahlen zu bekommen und anzubieten, etwa über Wahlmethoden, Kandidaten oder Ergebnisse, will Google zudem mit im Beitrag nicht näher benannten unparteiischen Organisationen zusammenarbeiten.

Google Knowledge Panel
Beispiel: Knowledge Panel zur Sucheanfrage "Kalifornien" rechts neben den Suchergebnissen
© Screenshot Google / 11.9.2020

Google ist nicht der einzige Tech-Konzern, der im Vorfeld der Wahlen Maßnahmen gegen Falschinformationen ergreift: Am Donnerstag hatte etwa Twitter angekündigt, im Rahmen eines neuen Regelwerks, nicht verifizierte Inhalte über Wahlergebnisse zu löschen. 

Quelle:Google

Im Video: Jeden Tag begegnen uns hunderte Videos im Internet – viele davon sind manipuliert. Das Format "Fake or No Fake" gibt einen Einblick in die Methoden der Fälscher. Dieses Mal: ein angebliches Zitat von Jens Spahn.

rös

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