WEBREPORTER Schuss vor den Bug


Neue Computerspiele braucht das Land. Immer öfter werden sie jedoch unzureichend auf Bugs (Fehler) getestet und trotzdem verkauft. Die Initiative »No More Bugs« will gegen diesen Trend angehen.

Fieberhaft reißen die Hände die Verpackung auf, hastig wird das neu erschienene, mühsam ersparte und frisch gekaufte Computerspiel in das CD-Laufwerk geschoben. It's Playtime! Endlich! Und dann: ein Flop, nichts wird richtig installiert, ein Absturz nach dem nächsten, ein Albtraum. Was ist passiert? Immer häufiger heißt es statt Plug and Play (einstöpseln und spielen) Plug and Pray (einstöpseln und beten). Der Grund: Viele Computerspiele werden vor dem Verkauf nicht ausreichend auf Programmierfehler, so genannte »Bugs«, getestet. »Bug« bedeutet bezeichnenderweise auch »Bazille« und »Wanze«.

Die »Bazillen« können nur mit »Patches«, Flicken, bekämpft werden, die die Softwarehersteller selten auf CD, meist nachträglich im Internet anbieten. Gegen diese Geld sparende Unsitte macht die Spielervereinigung »No More Bugs« mobil.

Marcus S., Gründer der Internet-Initiative, protestiert: »Es kann nicht sein, dass ich nach dem Kauf eines eben gerade erschienenen Spiels zuerst einen Patch aus dem Internet ziehen muss, damit dieses zumindest einigermaßen stabil läuft«. »No More Bugs« möchte erreichen, dass die Spielehersteller besser ausgetestete Software auf den Markt bringen. Eine Maßnahme ist der Appell an die Mitglieder, konsequent den Kauf der Produkte der »schwarzen Schafe« unter den Herstellern zu boykottieren. Andererseits will die Vereinigung eine Auszeichnung für die besten fehlerfreien Programme vergeben und eine Zusammenarbeit mit den Spielentwicklern anstreben, damit es gar nicht erst zu Fehlern kommt. Die Hersteller ignorieren die Aktion bisher wie einen Wanzenstich.

Patricia Batlle


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