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Apple-Sprachassistent: Diese Frau ist die echte Stimme von Siri

Siri flüstert Millionen Menschen ins Ohr und teilt ihre intimsten Geheimnisse. Susan Bennett ist die Sprecherin von Siri in den USA. Auf CNN hat sie sich zu erkennen gegeben.

Von Gernot Kramper

Jeder iPhone-Besitzer kennt sie und vertraut ihr viele Geheimnisse an: Siri. Hinter dem Sprachassistenten mit der weiblichen Stimme, den Apple im Oktober 2011 mit dem iPhone 4S in den USA auf den Markt brachte, steckt eine echte Frau: Siri ist keine reine Kunstgeburt, für die virtuelle Assistentin wurden echte Worte von einer echten Sprecherin aufgenommen.

Vermutet wurde schon immer, dass es in den USA eine reale Siri geben müsste. Aber bisher wusste niemand, wer es war. Nun pünktlich zu Siris zweitem Geburtstag hat sich Susan Bennett dem Nachrichtensender CNN zu erkennen geben und erstmals davon erzählt, wie es ist, die weltbekannte Siri zu sein. Als Apple die Identität von Siri-Bennett nicht bestätigen wollte, beauftragte der Sender einen Gutachter. Der war sich sicher und testierte eine 100-prozentige Identität.

Susan Bennett hatte Siri zwar eingesprochen, bemerkte den Start des Programms aber nicht selbst. Die Aufnahmen lagen 2011 schon lange zurück, denn sie wurden im Juli 2005 aufgenommen. Damals wusste Bennett nicht, dass sie später zu Millionen von Menschen sprechen würde.

Bennetts Freund stellte vor zwei Jahren überrascht fest, dass ihn sein neues Telefon mit der Stimme seiner Freundin ansprach. Susan Bennett blickt auf eine lange Tradition als Maschinensprecherin zurück: Sie lieh ihre Stimme schon dem ersten sprechenden Geldautomaten in den USA. Aber so eine Präsenz wie mit Siri erreichten ihre anderen Einsätze nicht. Lange Zeit wollte sie ihre Identität nicht preisgeben: "Ich war mir nicht sicher, ob ich die Öffentlichkeit wollte. Auch wusste ich nicht, ob ein Outing rechtliche Probleme mit sich bringen würde. Also hielt ich mich bedeckt." Den Anstoß zu dem Interview jetzt gab ein anderer Auftrag für CNN. Als sie ihren Text für CNN sprach, fiel der Reporterin Jessica Ravitz die Ähnlichkeit auf und sie fragte Bennett direkt: "Hey, du bist doch nicht etwa Siri?"

Da gab Bennett ihr Geheimnis preis. "Ehrlich gesagt ist es schon ein bisschen unheimlich, die Stimme von Siri zu sein. Ich bin es jetzt gewohnt meine Stimme überall zu hören bei Fremden und auf dem Flughafen", gestand sie CNN. Sie habe eine gewisse Zeit benötigt, um sich daran zu gewöhnen, mit sich selbst zu kommunizieren: "Aber nach einiger Zeit sind wir Freunde geworden."

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