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Corona-Schnelltests Bei Omikron und CO.: Diese App verrät Ihnen, wie zuverlässig Ihr Corona-Test ist

Schnelltest-Test Ergebnisse
So sieht es aus, wenn der Schnelltest-Test einen Corona-Test kennt und ihn mit den Daten des Paul-Ehrlich-Instituts abgleicht. Man erfährt auf einen Blick, wie genau er ist.
© Hersteller
Corona-Schnelltest ist nicht gleich Corona-Schnelltest – denn die Genauigkeit schwankt erheblich. Damit Sie erkennen, ob ein Produkt nach Einschätzung des Paul-Ehrlich-Instituts zuverlässig arbeitet, gibt es jetzt einen Barcode-Scanner für Ihr Smartphone.

Das Berliner IT-Kollektiv Zerforschung hat eine Web-App entwickelt, die Ihnen dabei helfen soll, die Genauigkeit von Corona-Tests schon im Supermarkt zu überprüfen. Damit können Sie vermeiden, Tests zu kaufen, die nicht oder nur mangelhaft dazu im Stande sind, eine Infektion zu erkennen.

Und das geht so: Sie rufen auf Ihrem Smartphone die Internetseite "https://schnelltesttest.de/" auf. Dort können Sie entweder den Barcode eines Tests scannen, oder aber dessen Code eingeben. Für den Scan müssen Sie der Webseite erlauben, Ihre Kamera nutzen zu dürfen. Sofern der Barcode bereits in der Datenbank der App hinterlegt ist, erhalten Sie sofort detaillierte Angaben zu der Zuverlässigkeit des Tests.

20 Prozent aller Selbsttests sind ungenügend

Die Angaben der App basieren auf der Arbeit des Paul-Ehrlich-Instituts (PDF), das Ende 2021 die Qualität zahlloser Tests ermittelt und veröffentlicht hat. Das Ergebnis: Rund 20 Prozent aller im Handel verfügbaren Tests fielen bei der Genauigkeit komplett durch. Und selbst bei Tests, die eine hohe Virenlast zuverlässig erkannten, schwankten die Ergebnisse bei abnehmender Virenmenge stark. Übersetzt heißt das: Viele Tests, die Ihnen Sicherheit geben sollen, erkennen eine Infektion nicht, wenn Sie nicht genügend Erreger vorweisen können. Corona haben Sie aber trotzdem.

Das war auch der Grund für die Entstehung dieser App. Wie die Forscher:innen in ihrem Blog-Eintrag schreiben, kam es im Team immer wieder zu Fehlkäufen, da im Laden oft die Möglichkeit fehlte, die Qualität eines Corona-Selbsttests korrekt einzuschätzen. Denn zugegeben: So nützlich und wichtig die Arbeit des Instituts auch ist, so unübersichtlich ist die Tabelle – besonders auf einem Smartphone. Etwas verärgert war das Team daher schon, als man das Paul-Ehrlich-Institut nach einer Alternative zur PDF-Tabelle fragte und keiner half.

Helfen Sie mit!

Die Arbeit an der App erfordert Ihre Hilfe! Da jeder Test, abhängig von der Packungsgröße und dem Verkaufsort, viele verschiedene Barcodes haben kann, sind längst nicht alle Ergebnisse des PEI in der Datenbank der App hinterlegt. Das Kollektiv bittet darum, bei fehlenden Tests ein Foto vom Barcode, ein Foto vom Test und den Namen des Tests einzuschicken, damit die Information für den nächsten Scan hinterlegt werden kann.

Entwickler:innen können sich außerdem auch den Quellcode der App ansehen, da die Entwicklung quelloffen erfolgt und jede:r sie überprüfen kann. Eine App für iOS oder Android folgt vermutlich aber nicht, wie die IT-Aktivistin Lilith Wittmann dem stern verriet. "Der Selbsttest-Test funktioniert auch im Browser sehr gut, die Hürden der App Stores würden die Arbeit an dem Projekt nur verzögern", erklärte sie.

Das ist Zerforschung

Das Berliner Kollektiv Zerforschung wurde gegründet, um technische Neuheiten genauer zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen. Das betrifft beispielsweise Apps der Regierung, E-Learning-Plattformen und die Sicherheit von Corona-Testzentren. Wittmann, die auch an der Arbeit an Zerforschung beteiligt ist, war zuletzt durch die Entdeckung einer möglichen Tarnbehörde in den Medien.


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