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Handyweitwurf: Inoffiziell, aber Weltrekord

Vergangene Woche wurden gleich zwei reguläre Turniere im Handyweitwurf angekündigt, doch inoffiziell passiert noch viel mehr: Bei der Aktion eines Hamburger Radiosenders wurde ein neuer Weltrekord erzielt.

In der skurrilen Trend-Sportart Handyweitwurf hat sich die norddeutsche Elite am Mittwoch zu einer inoffiziellen Weltmeisterschaft in Hamburg versammelt. Sieger des vom Rundfunksender Radio Hamburg organisierten Wettbewerbs wurde in der AOL-Arena mit der Weltrekordweite von 82,7 Metern Sebastian Jaap. Der offizielle Weltrekord wird vom Finnen Ville Piippo mit 82,55 Metern gehalten

Jaap, der 18-jährige Schüler und Baseballspieler aus dem niedersächsischen Dohren im Emsland, hatte das alte Handy seiner Schwester mit Abstand am Weitesten geschleudert - und ein nagelneues Mobiltelefon gewonnen. Bei den Frauen wurde die 42-jährige Hamburgerin Petra Mahrt mit 42,45 Metern Handyweitwurfweltmeisterin.

Nur funktionierende Handys

Für den Wettbewerb wurden 20 Teilnehmer aus mehr als 500 Bewerbern ausgelost. Männer und Frauen kämpften getrennt um die ersten drei Plätze, die mit einem neuen Handy prämiert wurden. Einzige Bedingung: Ein voll funktionsfähiges Gerät musste eingesetzt werden. Die Verlierer riskierten abgebrochene Antennen und Gras im Akku.

Alles unangemeldet

Eine bestimmte Technik bei den Werfern gab es nicht, doch spielte das Handymodell eine Rolle bei den Weiten. Der Sieger jedenfalls schleuderte mit einem Konkurrenzmodell des Sponsoren seine Weltrekordweite. "Bei unserer Sommeraktion stand der Spaß im Vordergrund. Hätten wir uns offiziell als Sportwettbewerb angemeldet, dann würde der Weltrekord auch ins Guinnessbuch kommen", sagte Martina Müller von Radio Hamburg.

Die Ursprünge des Handyweitwerfens kommen aus Finnland. Angeblich waren Wutausbrüche wegen streikenden Handys Ideengeber für den seltsamen Wettstreit.

Weitere Wettbewerbe

Freunde des Handyweitwurfs kommen in diesem Sommer bei gleich zwei Wettbewerben auf ihre Kosten: Neben einer Meisterschaft in Bielefeld Ende Juni veranstaltet der Internationale Verband der Handywerfer (IAMPT) am 6. August die Europameisterschaft im sächsischen Kamenz.

Der Bielefelder Wettkampf könne allerdings nicht als erste Deutsche Handy-Weitwurf-Meisterschaft gelten, sagte ein Sprecher der Vereinigung Deutscher Handywerfer (VDH) in Kamenz. Schon im vergangenen September gab es eine vom VDH ausgetragene Deutsche Meisterschaft. Das Urheberrecht für die offizielle Deutsche Meisterschaft liege beim VDH, betonte der Sprecher. Die Veranstalterin des Bielefelder Wettbewerbs habe ihre Ankündigung entsprechend geändert.

DPA / DPA