HOME

SMS-Flut zu Silvester: Geduld ist Trumpf

Kurz nach Mitternacht - und ganz Deutschland greift zum Handy, um Neujahrswünsche an die Lieben zu verschicken. Angesichts dieser SMS-Flut können die Mobilfunktnetze in die Knie gehen. Laut Experten gibt es dann nur ein Mittel.

Wenn zu Silvester die ersten Leuchtraketen in die Luft sausen und Böller das neue Jahr mit ordentlich Radau einläuten, greifen viele Menschen beinahe instinktiv zu ihrem Handy, um Verwandten und Freunden die besten Wünsche zu schicken. Doch auch in diesem Jahr wird dieses Vorhaben nicht unbedingt einfach werden. Denn nach Einschätzung des Online-Ratgebers teltarif.de gibt es bei dem Versand von SMS keinen größeren Engpass als zu Silvester. "Es ist nicht auszuschließen, dass es mitunter zu vorübergehenden Schwierigkeiten kommt", sagt Bettina Seute von teltarif.de im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AP.

Zwar sind die Netzbetreiber nach ihren Worten wie in jedem Jahr gut gerüstet. Ab einem gewissen Punkt seien Beeinträchtigungen aber nicht unwahrscheinlich. Wie viele Kurznachrichten am 31. Dezember beziehungsweise 1. Januar auf die Reise geschickt werden, kann bei zig Millionen Nutzern nur grob geschätzt werden. Im vergangenen Jahr ging der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM) von rund einer halbe Milliarde SMS an den Tagen um Silvester aus. Seute schätzt das Aufkommen in diesem Jahr angesichts der gestiegenen Handyanschluss-Zahlen noch höher ein.

Auch ein Vergleich der Gesamtzahl verschickter SMS pro Jahr zeige eine steigende Tendenz: 2006 waren es 20,1 Milliarden, 2007 dürften es 20,4 Milliarden werden, wie Seute mit Verweis auf Zahlen der Bundesnetzagentur sagt.

Von einer außergewöhnlichen Situation zum Jahreswechsel geht auch der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) aus. Erst kürzlich ermittelte der Verband, dass jeder fünfte Bundesbürger 2007 seine Weihnachtsgrüße per SMS oder E-Mail verschicken wollte. Das dürfte Silvester nicht viel anders sein. Die Fachleute von Bitkom empfehlen Kurznachrichtenschreibern, etwas Geduld zu haben. Zwar könne es anfangs zu einigen Einschränkungen kommen. Aber nach fünf bis zehn Minuten sollte die Nachricht wieder "durchrutschen".

Bei günstigen Angeboten aufs Kleingedruckte achten

Ist eine SMS auf den Weg geschickt, muss man sich keine Sorgen machen, dass sie für immer verloren ist, sollte sie nicht sofort beim Adressaten ankommen. In aller Regel wartet die Nachricht dann im Service-Center des Netzbetreibers auf die weitere Verarbeitung. Seute rät dazu, zum Jahreswechsel nicht unbedingt jede Menge Kurzmitteilungen mit Bildern (MMS) der Silvesterfeier auf den Weg zu schicken. Denn entsprechend große Datenmengen benötigten auch zusätzlich Zeit. Vorsicht sollten alle Handybesitzer walten lassen, die zum Jahreswechsel im Ausland sind. Hier kann es unter Umständen sinnvoll sein, den Empfang von MMS vorübergehend zu blockieren. Denn schließlich kostet der im Ausland meist extra.

Bei den SMS sind je nach Anbieter Angebote ab neun Cent pro Nachricht möglich, wie Seute erklärt. Bestimmte Kundengruppen - etwa bei manchen Discounter-Handykarten - können sogar schon Kurznachrichten ab vier Cent hin- und herschicken. Da aber die Angebotspalette sehr unterschiedlich sei, sollte man sich das Kleingedruckte gut durchlesen, damit das neue Jahr nicht gleich mit einer bösen und möglicherweise kostspieligen Überraschung beginnt.

Daniel Rademacher/AP / AP
Themen in diesem Artikel