Übertragungsstandard DVB-H Start von Handy-TV beschlossen


Länder, Rundfunkanstalten, Aufsichtsbehörden und Mobilfunkbetreiber haben sich auf die Vergabe von Frequenzen für das Handy-TV in Deutschland geeinigt. Das bestätigte die Hamburger Wirtschaftsbehörde der FTD.
Von Volker Müller

Politik und Wirtschaft einigten sich dabei auf ein bundesweit einheitliches Programmangebot auf Basis des Übertragungsstandards DVB-H. Damit rückt der Start des Handyfernsehens Ende 2007 in greifbare Nähe - rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft.

Handy-TV ist für die Netzbetreiber ein wichtiger Hoffnungsträger. Das Angebot soll dem derzeit stagnierenden Mobilfunkmarkt von 2008 an zu neuen Wachstum verhelfen. Bereits im Juni hatte eine europäische Wellenkonferenz in Genf den groben Rahmen für die Frequenzvergabe vorgegeben. Ein anschließender Versuch der Bundesnetzagentur, die verfügbaren Kanäle aufzuteilen, blieb hingegen erfolglos.

Technischer Standard soll DVB-H werden, eine mobile Variante des terrestrischen Digitalfunks DVB-T. Dieser arbeite besonders frequenzsparend, erklärten die Beteiligten. Dem Konkurrenzstandard DMB, über den der Kölner Anbieter MFD heute bereits vier Programme ausstrahlt, erteilten sie eine Absage.

Unklar ist hingegen noch, welche TV-Programme ausgestrahlt werden. Dieses können die Landesmedienanstalten vorgeben: Die Länder besitzen die Rundfunkhoheit. Sie prüfen derzeit, eine zentrale Stelle für die Auswahl einzurichten. Diskutiert wird, den Mobilfunkern einige Programme einheitlich vorzuschreiben, ihnen aber ausreichend Raum für Wettbewerb zu lassen. Eine Entscheidung soll bis Ende März fallen.

Verhindern kann den raschen Start des Handy-TV noch das Kartellamt. Die Behörde prüft derzeit, ob die Mobilfunkanbieter die Sendetechnik gemeinsam betreiben dürfen. Die Gefahr fehlenden Wettbewerbs spräche dagegen. Die Wirtschaftsministerien verwiesen hingegen auf den Frequenzmangel, der einen gemeinsamen Betrieb notwendig mache.

FTD

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