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Servierroboter: Bier auf Rädern

Ein kühles Bier an heißen Tagen - und das, ohne sich selbst zu bewegen: Drei Monate lang haben die angehenden Ingenieure an der Universität Bremen getüftelt. Dann standen zehn ferngesteuerte und auf Rädern fahrende Servierroboter vor ihnen.

Die Uni-Teams präsentierten ihre mechanischen Kellner Kommilitonen und Professoren und schickten sie zum Abschlusstest auf einen Parcours. "Servicerobotik ist zurzeit ein ganz großes Thema, auch bei der Forschungsförderung", sagte Dozent Ernesto Morales Kluge. Die Idee zum mechanisch gesteuerten Kellner aus Metall und Plastik kamen ihm und seinen Kollegen, "weil wir alle gerne Bier trinken", sagte der Ingenieur. Teils noch wackelig und mit Koordinierungsproblemen aber dennoch mit viel technischem Charme servierten die meist auf großen runden Tonnen rollenden Roboter Tee und randvoll gefüllte Wassergläser. Das Bier transportierten sie auf einer 31 Meter langen Außenstrecke zu den durstigen Zuschauern.

Nicht immer blieb alles im Glas, aber dennoch waren alle zehn Teams stolz auf ihre Erfindung. "Es war toll, als unsere Gruppe zum ersten Mal das Gerät fahren sah", erinnerte sich Johannes Michalski (23). Er könne sich vorstellen, dass sein Roboter in Krankenhäusern oder Altenheimen zum Einsatz komme. Der Begriff "Essen auf Rädern" bekäme eine ganz neue Bedeutung.

Keine Angst vor Job-Konkurrenz

Serienfähig sind die zehn vorgestellten Mechanik-Kellner aber noch nicht. "Service-Roboter kommen sicher noch nicht in den nächsten zehn Jahren in die Biergärten", sagte Dozent Morales Kluge. Ein Großteil der vorgestellten Roboter bewegt sich auf rollenden Tonnen, auf denen ein Tablett die Getränke hält. Unebenheiten können die Geräte oft nur schwer ausgleichen.

Den Studenten der Produktionstechnik und Wirtschaftsinformatik hat die Projektarbeit trotz der vielen Kinderkrankheiten ihrer Erfindungen viel Spaß bereitet. Die Zusammenarbeit in einem mehr als 20-köpfigen Team sei dabei oft viel schwieriger gewesen, als die Konzeption und der Bau des Roboters, sagte Erik Wolter (23).

DPA / DPA