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Editorial: Der Aufschwung ist in Sicht

Liebe stern-Leser!

Wir haben eine gute und eine schlechte Nachricht für Sie. Zuerst die gute: Der Aufschwung kommt. Die Wirtschaft wächst stärker als erwartet, die Auftragsbücher füllen sich, die Stimmung im Lande wird spürbar besser.

stern-Reporter Lorenz Wolf-Doettinchem, studierter Volkswirt, hat in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Ökonomen, Managern und Politikern über die aktuelle Wirtschaftslage gesprochen - allerorts Optimismus. Er reiste auch zum "Kieler Konjunkturgespräch" an die Förde. Im renommierten Institut für Weltwirtschaft berieten zwei Tage lang Experten aus den wichtigsten Wirtschaftsnationen über die Lage. Die Forscher waren verblüfft, dass trotz gestiegener Preise für Energie und Rohstoffe der Welthandel weiter boomt. Davon profitiert jetzt auch Deutschland.

Bislang war der Wachstumstrend hierzulande noch zu schwach, um neue Jobs zu schaffen. Neue Investitionen und echte Reformen bieten nun aber die Chance, auch ihn wieder zu steigern. Denn um die Arbeitslosigkeit nachhaltig zu senken, braucht es mehr als ein gutes Jahr. Die Geschichte über den Aufschwung lesen Sie ab Seite 40.

Jetzt die schlechte Nachricht:

Crystal Meth, die schlimmste Droge der Welt, breitet sich auch in Deutschland aus. In den USA hat der Stoff, der leicht aus Hustenpillen und Billigchemikalien gewonnen werden kann, bereits ganze Gemeinden und Landstriche vor allem im Mittleren Westen arg in Mitleidenschaft gezogen. Fotograf Jonathan Torgovnik und stern-Korrespondent Michael Streck reisten durch Tennessee und Kentucky und sprachen mit Polizeiexperten und Drogenfahndern, die den synthetischen Stoff für das Schlimmste hielten, "was uns je begegnet ist". Sie sehnten sich regelrecht nach den Zeiten zurück, als Heroin noch das beherrschende Rauschgift war.

In Bowling Green, einer Kleinstadt in Kentucky, trafen die Reporter schließlich auf die Houchens-Familie: zehn Erwachsene, die alle Meth-abhängig waren oder es noch sind. In erstaunlicher Offenheit erzählten die Houchens von ihrer Drogenkarriere, dem rasanten Verfall ihrer Körper und dem Niedergang der Familie. Die Schwestern Sandy und Linda schickten die stern-Leute nicht einmal fort, wenn sie mit der Droge dealten, Meth schnupften und spritzten.

Die Amerikaner bezeichnen Meth als "Seuche des 21. Jahrhunderts" und warnen vor ihrer globalen Ausbreitung. Zu Recht. Crystal Meth ist in der Partyszene vieler deutscher Großstädte schon viel stärker vertreten, als die meisten wissen. Die Reportage über die "Monsterdroge" beginnt auf Seite 28.

Herzlichst Ihr

Thomas Osterkorn

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